Schockchlorung - Die Durchführung Schritt für Schritt erklärt!

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Bei einer Schockchlorung wird der Chlorgehalt im Pool kurzzeitig auf ein Vielfaches des Normalwerts angehoben. Das tötet Algen und Keime ab, die sich trotz laufender Pflege vermehrt haben, und baut das sogenannte gebundene Chlor ab, das für Chlorgeruch und gerötete Augen verantwortlich ist. Sie ist eine Notmaßnahme und ein Saisonstart, keine Wochenroutine. Richtig gemacht, ist das Wasser nach ein bis zwei Tagen wieder badetauglich.
Wann sie nötig ist
- Zum Saisonstart, wenn der Pool neu gefüllt oder nach dem Winter geöffnet wird.
- Bei grünem oder trübem Wasser, also bei beginnendem Algenwachstum. Mehr dazu unter Poolwasser ist grün.
- Bei starkem Chlorgeruch – er kommt nicht von zu viel, sondern von verbrauchtem Chlor.
- Nach Unwettern, starkem Pollenflug, Hitzewellen oder einer Poolparty mit vielen Badegästen.
- Nach Verunreinigungen, etwa durch Erbrochenes oder Kot.
Die drei Chlorwerte
| Freies Chlor | Der aktive Anteil, der desinfiziert. Im privaten Pool üblich: 0,3 bis 1,0 mg/l. |
| Gebundenes Chlor | Chlor, das bereits mit Schweiß, Urin und Hautpartikeln reagiert hat. Wirkt kaum noch, riecht und reizt. Sollte unter 0,2 mg/l liegen. |
| Gesamtchlor | Freies plus gebundenes Chlor. Aus der Differenz errechnen Sie das gebundene Chlor. |
Messen lassen sich die Werte mit Teststreifen, einem Tropfentest oder einem Fotometer. Streifen zeigen meist nur freies und Gesamtchlor – das reicht. Einzelheiten stehen unter Chlorwert im Pool.

Die Mittel im Vergleich
| Wirkstoff | Chloranteil etwa | Besonderheit |
| Calciumhypochlorit | 65–70 % | Günstig, stabilisatorfrei, erhöht die Wasserhärte leicht. Vorher in einem Eimer auflösen. |
| Dichlor (Natriumdichlorisocyanurat) | 55–60 % | Löst sich schnell, enthält Stabilisator (Cyanursäure), der sich bei Dauergebrauch anreichert. |
| Lithiumhypochlorit | ca. 35 % | Löst sich sehr schnell, teuer, im Handel selten. |
| Chlorfreier Schock (Kaliummonopersulfat) | – | Baut organische Belastung ab, Baden nach kurzer Zeit möglich. Gegen Algen zu schwach. |
Mischen Sie niemals verschiedene Chlorprodukte, auch nicht in trockenem Zustand im selben Messbecher. Calciumhypochlorit und Dichlor können heftig reagieren, bis hin zu Brand und giftigen Gasen.
Vorbereitung
- Pool grob reinigen. Laub mit dem Poolkescher herausholen, Boden absaugen, Wände und Wasserlinie bürsten. Algen, die an der Wand kleben, sind vom Chlor schwer zu erreichen.
- Filter rückspülen, damit die Anlage die abgetöteten Algen aufnehmen kann. Anleitung unter Sandfilteranlage richtig spülen.
- pH-Wert messen und auf 7,0 bis 7,2 einstellen. Das ist der wichtigste Schritt. Bei pH 8 wirkt nur noch ein Bruchteil des Chlors, die teure Schockdosis verpufft.
- Beckeninhalt kennen. Die Dosierung richtet sich nach Kubikmetern; runden Sie nicht großzügig auf.
Die Schockchlorung Schritt für Schritt
- Am Abend beginnen. UV-Strahlung baut ungebundenes Chlor schnell ab; nachts wirkt es länger.
- Schutzbrille und Handschuhe anziehen. Chlorgranulat reizt Haut, Augen und Atemwege.
- Menge nach Packungsangabe abmessen. Übliche Schockdosen liegen beim Mehrfachen der Normaldosis und zielen auf 5 bis 10 mg/l freies Chlor, bei starkem Algenbefall mehr.
- Calciumhypochlorit in einem Eimer mit Poolwasser auflösen – immer das Granulat ins Wasser geben, nie Wasser auf das Granulat. Schnell lösliches Granulat kann direkt vor die Einlaufdüse gestreut werden, wenn der Hersteller das zulässt.
- Gleichmäßig im Becken verteilen, vor allem vor der Einlaufdüse bei laufender Pumpe.
- Filter 24 Stunden durchlaufen lassen.
- Am nächsten Tag messen. Ist das Wasser noch grün, ist die Dosis zu niedrig gewesen oder der pH-Wert zu hoch – nachdosieren.
- Filter erneut rückspülen, sobald das Wasser klar ist. Tote Algen sammeln sich im Sand.

Wann wieder gebadet werden darf
Erst wenn das freie Chlor wieder unter etwa 3 mg/l liegt, besser nahe am Normalbereich. Das dauert je nach Dosis, Sonne und Temperatur 24 bis 48 Stunden. Messen statt schätzen. Bei Chlorfreischock ist die Wartezeit laut Hersteller deutlich kürzer.
Vorbeugen statt schocken
Die beste Schockchlorung ist die, die nicht nötig wird. Dafür sorgen vier Dinge: ein pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4, ein freier Chlorwert, der nie auf null fällt, eine Filterlaufzeit, die das Wasser zwei- bis dreimal am Tag umwälzt, und eine Abdeckung, die Laub und Pollen fernhält. Messen Sie in der Saison mindestens zweimal pro Woche, bei Hitze täglich. Duschen vor dem Baden reduziert Schweiß, Sonnencreme und Hautfett im Wasser erheblich – und damit genau das, was gebundenes Chlor erzeugt. Mehr zur laufenden Pflege steht unter Pool reinigen.
Typische Fehler
- pH-Wert nicht eingestellt. Häufigster Grund, warum der Schock nichts bewirkt.
- Tagsüber in praller Sonne dosiert. Ein großer Teil des Chlors ist nach wenigen Stunden weg.
- Pumpe aus. Ohne Umwälzung bleibt das Chlor dort, wo es hineingekippt wurde, und kann Folie oder Anstrich bleichen.
- Granulat auf den Beckenboden gestreut. Ungelöste Körner können Poolfolie ausbleichen.
- Dichlor dauerhaft als Schockmittel. Der Stabilisator reichert sich an und macht das Chlor immer träger.
Häufige Fragen
Wie oft ist eine Schockchlorung nötig?
Bei gut gepflegtem Wasser zum Saisonstart und im Bedarfsfall. Wer jede Woche schocken muss, sollte Filterlaufzeit, pH-Wert und Grundchlorung überprüfen.
Ist Schockchlorung gefährlich?
Für das Wasser nicht, für den Menschen beim Umgang mit dem Granulat schon. Chlorprodukte trocken, kühl und getrennt von Säuren lagern, außerhalb der Reichweite von Kindern.
Hilft Schockchlorung bei Salzwasserpools?
Ja, die Elektrolyseanlage erzeugt ebenfalls Chlor. Viele Geräte haben eine Boost-Funktion, bei starkem Befall wird zusätzlich von Hand geschockt.
Kann ich das Rückspülwasser in den Garten leiten?
Stark gechlortes Wasser schadet Pflanzen und Bodenleben. Es gehört in den Schmutzwasserkanal; die örtlichen Regeln gelten.



