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Heimwerker-Berater

Tomatenzelt

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Tomatenzelt
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Regen der Feind ist
  2. Die Bauformen
  3. Standort
  4. Aufbauen und sichern
  5. Lüften, lüften, lüften
  6. Bestäuben
  7. Pflege im Zelt
  8. Tomatenzelt oder Gewächshaus
  9. Selbst bauen
  10. Häufige Fragen

Ein Tomatenzelt ist ein leichtes Gestell aus Stahlrohr, bespannt mit transparenter Folie, das zwei bis sechs Tomatenpflanzen ein Dach über dem Kopf gibt. Sein wichtigster Zweck ist nicht Wärme, sondern Trockenheit: Tomaten, deren Blätter nicht nass werden, bekommen deutlich seltener Kraut- und Braunfäule. Dazu kommen ein paar Grad mehr in kühlen Nächten und ein früherer Start in die Saison.

Warum Regen der Feind ist

Die Kraut- und Braunfäule wird von einem Pilz (genauer einem Eipilz) verursacht, dessen Sporen nur auf nassen Blättern keimen. Ein verregneter Juli reicht, und innerhalb weniger Tage werden Blätter braun, Stängel schwarz und Früchte fleckig. Im Freiland verlieren Tomatenanbauer in feuchten Sommern oft die halbe Ernte.

Unter einem Dach bleiben die Blätter trocken. Das allein senkt das Risiko erheblich. Ein Tomatenzelt ist deshalb auch in warmen Regionen sinnvoll, nicht nur dort, wo es kühl ist.

Tomatenzelt kaufen
Praktisch und schön: ein Tomatenzelt für Hof oder Garten | Foto: kipgodi / Bigstockphoto.com

Die Bauformen

Das schmale Zelt mit etwa 1,5 bis 2 m Höhe und kleiner Grundfläche passt an eine Hauswand oder auf den Balkon. Darin haben zwei bis drei Pflanzen Platz.

Das begehbare Tomatenhaus ist breiter und tiefer und bietet Raum für vier bis acht Pflanzen. Es ist im Grunde ein kleines Foliengewächshaus.

Die Tomatenhaube besteht nur aus einem Dach ohne Seitenwände. Sie schützt vor Regen, hält aber keine Wärme.

Die meisten Zelte haben an der Vorderseite Reißverschlüsse zum Öffnen und Aufrollen. Das Gestell besteht aus pulverbeschichtetem Stahlrohr, die Folie aus UV-stabilisiertem Polyethylen oder Gitterfolie. Gitterfolie ist mit einem Gewebe verstärkt und reißt nicht so leicht weiter.

Standort

Sonnig, geschützt, möglichst vor einer Südwand. Die Hauswand speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts ab. Außerdem steht das Zelt dort windgeschützter. Auf dem Balkon genügt oft schon eine Ecke, die nicht direkt dem Wind ausgesetzt ist.

Das Zelt darf nicht dauerhaft im Schatten stehen. Tomaten brauchen mindestens sechs bis acht Stunden Sonne am Tag.

Aufbauen und sichern

  1. Gestell zusammenstecken nach Anleitung, meist ohne Werkzeug.
  2. Folie überziehen und an den Ecken fixieren.
  3. Gegen Wind sichern. Das ist der wichtigste Schritt. Ein Tomatenzelt wirkt wie ein Segel. Heringe in den Boden, Abspannleinen an der Wand oder Sandsäcke auf den Bodenleisten.
  4. Pflanzen einsetzen, direkt ins Beet oder in Kübel mit mindestens 20 Litern Tomatenerde.
  5. Rankhilfe anbringen: Stäbe oder Schnüre an der oberen Querstange.

Lüften, lüften, lüften

Die größte Gefahr im Zelt ist nicht Kälte, sondern Hitze und Luftfeuchte. An einem sonnigen Tag steigt die Temperatur unter der geschlossenen Folie schnell über 40 °C. Über etwa 30 °C leidet die Befruchtung, und die Pflanzen werfen Blüten ab. Gleichzeitig kondensiert Feuchtigkeit an der Folie, tropft auf die Blätter – und die Fäule hat, was sie braucht.

Faustregel: Tagsüber ab Mai die Front öffnen, nachts nur bei Temperaturen unter etwa 12 °C schließen. Im Hochsommer bleibt das Zelt meist dauerhaft offen und dient nur noch als Regendach.

Bestäuben

Tomaten sind Selbstbestäuber, aber der Pollen muss sich lösen. Im Freiland erledigen das Wind und Hummeln. Im geschlossenen Zelt fehlt beides. Schütteln Sie die Pflanzen während der Blüte alle ein bis zwei Tage leicht an den Stäben, am besten mittags bei trockener Luft. Das genügt.

Pflege im Zelt

Gießen Sie morgens und direkt auf den Boden, nie über die Blätter. Ein Tropfschlauch ist im Zelt ideal, weil er gleichmäßig und bodennah wässert. Unterste Blätter, die den Boden berühren, entfernen Sie, damit keine Spritzwassersporen hochkommen. Stabtomaten werden regelmäßig ausgegeizt. Ab dem Fruchtansatz wird mit Tomatendünger nachgedüngt.

Tomatenzelt-Alternative
Die Tomatenzelt-Alternative: ein kleines Tomaten-Gewächshaus. | Foto: Nikola S / Bigstockphoto.com

Tomatenzelt oder Gewächshaus

Für das Tomatenzelt
  • günstig, meist 30 bis 80 Euro
  • schnell auf- und abgebaut
  • auch auf dem Balkon und zur Miete
  • keine Genehmigung, kein Fundament
Für das Gewächshaus
  • stabil bei Sturm und Schnee
  • mehr Platz, auch für Gurken und Paprika
  • Folie oder Glas hält viele Jahre
  • bessere Lüftung über Fenster

Die Folie eines Tomatenzelts hält meist zwei bis drei Jahre, dann wird sie trüb und spröde. Ersatzfolien gibt es von vielen Herstellern einzeln, das Gestell hält deutlich länger.

Selbst bauen

Ein einfaches Regendach bauen Sie aus Dachlatten oder Rundhölzern und transparenter Wellplatte oder Folie. Wichtig ist eine leichte Neigung, damit Regen abläuft, und ein Überstand von 20 bis 30 cm, damit Schlagregen die Pflanzen nicht erreicht. Offene Seiten sind kein Nachteil: Sie sorgen für Luft und Bestäubung.

Häufige Fragen

Wie viele Pflanzen passen in ein Tomatenzelt?

In ein schmales Zelt zwei bis drei, in ein begehbares Tomatenhaus je nach Größe vier bis acht. Mindestens 50 cm Abstand zwischen den Pflanzen lassen.

Muss das Zelt im Winter abgebaut werden?

Ja. Folie abnehmen, trocknen und dunkel lagern. Schneelast und Wintersturm halten die leichten Gestelle nicht aus.

Wann kann ich die Tomaten ins Zelt pflanzen?

Etwa zwei bis drei Wochen früher als im Freiland, also Anfang bis Mitte Mai. In kalten Nächten zusätzlich ein Vlies über die Pflanzen legen.

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