Gartensieb

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Ein Gartensieb trennt Feines vom Groben: Kompost von Ästchen, Erde von Steinen, Sand von Klumpen. Es ist ein unscheinbares Werkzeug, das aber jede Aussaat und jede Rasenreparatur sauberer macht. Die Maschenweite entscheidet, wofür ein Sieb taugt – und ein einziges Sieb für alles gibt es nicht.
Welche Bauformen es gibt
Handsieb. Ein rundes oder eckiges Sieb mit Rand, das man mit beiden Händen schüttelt. Ideal für kleine Mengen, Aussaaterde und das Übersieben von Rasen. Meist 35 bis 50 cm Durchmesser.
Durchwurfsieb. Ein großes Gitter auf einem Gestell, gegen das man mit der Schaufel wirft. Für größere Mengen Kompost und Erde. Mehr dazu beim Durchwurfsieb.
Rollsieb und Trommelsieb. Eine drehbare Trommel aus Gitter, in die man Material einfüllt. Bequem bei großen Mengen, siehe Rollsieb.
Siebe mit Wechseleinsatz. Ein Rahmen, in den verschieden feine Gitter eingelegt werden. Das spart den Kauf mehrerer Siebe.
Die Maschenweite
| Maschenweite | Einsatz |
| 3–5 mm | Aussaaterde, Anzuchterde, feine Abdeckung von Saatgut |
| 6–10 mm | Kompost für Beete und Rasen, Pflanzerde |
| 12–15 mm | grober Kompost, Gartenerde von Steinen befreien |
| über 20 mm | Vorsieben, Steine und Wurzeln aussortieren |
Wer mehrfach feine Erde braucht, siebt in zwei Stufen: erst grob, dann fein. Das geht schneller, als alles durch das feine Sieb zu zwingen, das sonst ständig verstopft.
Kompost sieben
Reifer Kompost enthält immer noch Holzstücke, Eierschalen und unverrottete Stängel. Sieben Sie ihn vor dem Ausbringen, wenn er auf Rasen, in Anzuchttöpfe oder als Deckschicht auf feine Saaten soll. Für normale Gemüse- und Staudenbeete reicht grober Kompost. Was im Sieb zurückbleibt, kommt zurück auf den Komposthaufen; es ist wertvolles Strukturmaterial für die nächste Rotte. Das richtige Werkzeug für größere Mengen steht beim Kompostsieb.
Kompost siebt sich am besten, wenn er leicht feucht, aber nicht nass ist. Nasser Kompost klebt und verstopft das Gitter, staubtrockener staubt und verweht.
Aussaaterde vorbereiten
Feines Saatgut wie Salat, Möhren oder Kräuter braucht eine krümelige, gleichmäßige Oberfläche ohne Klumpen. Sieben Sie Erde oder Kompost dafür mit 3 bis 5 mm Maschenweite. Ein Handsieb eignet sich auch, um Saatgut nach dem Aussäen dünn mit Erde zu übersieben. So entsteht eine gleichmäßige Abdeckung, die bei Lichtkeimern nur wenige Millimeter dick sein darf. Gekaufte Aussaaterde ist bereits fein und muss nicht gesiebt werden.

Rasen säen und übersanden
Beim Nachsäen von Rasen hilft das Sieb gleich zweimal. Zuerst verteilt man das Saatgut, dann siebt man eine dünne Schicht Erde oder Kompost darüber, damit die Samen Bodenkontakt haben und nicht von Vögeln gefressen werden. Beim Übersanden nach dem Vertikutieren kann man mit dem Sieb kleine Flächen gleichmäßig abdecken, ohne dass Sandhaufen liegen bleiben. Für große Rasenflächen ist ein Streuwagen schneller. Geeignete Mischungen stehen unter Rasenerde.
Steine aus der Gartenerde holen
Neue Beete auf ehemaligen Baustellen oder steinigen Böden profitieren davon, dass man die oberen 20 bis 30 cm durchsiebt. Das ist schwere Arbeit und für große Flächen nur mit dem Durchwurfsieb machbar. Für kleine Beete reicht ein grobes Handsieb auf einer Schubkarre. Die aussortierten Steine lassen sich als Drainage in Pflanzgefäßen oder als Unterbau für Wege weiterverwenden.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Stabiler Rahmen. Holz oder verzinkter Stahl, der sich beim Schütteln nicht verzieht.
- Verzinktes oder Edelstahl-Gitter. Einfaches Stahlgitter rostet und reißt nach wenigen Jahren.
- Griffe oder Griffmulden, damit das Schütteln nicht die Finger quält.
- Passender Durchmesser für Eimer oder Schubkarre, auf die das Sieb gelegt wird.
Einfache Handsiebe kosten 10 bis 25 Euro, Siebe mit Wechseleinsätzen 25 bis 50 Euro. Durchwurfsiebe und Rollsiebe liegen darüber.
Ein Sieb selbst bauen
- Rahmen zuschneiden. Vier Latten, etwa 24 × 48 mm, zu einem Rechteck verschrauben, das auf die Schubkarre passt, zum Beispiel 60 × 50 cm.
- Gitter wählen. Verzinkter Volierendraht oder Drahtgewebe in der gewünschten Maschenweite.
- Gitter spannen. Auf die Unterseite des Rahmens legen und mit Tackerklammern oder kleinen Schrauben mit Unterlegscheiben dicht befestigen.
- Kante abdecken. Eine zweite Lattenlage oder Leisten über die Gitterkante schrauben, damit keine Drahtenden herausstehen.
- Griffe anbringen. Zwei Leisten, die seitlich überstehen, machen das Tragen und Rütteln leichter.
Mit zwei Rahmen in verschiedenen Maschenweiten hat man für wenig Geld ein Grob- und ein Feinsieb.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Garten-, Erd- und Kompostsieb?
Im Grunde keiner. Die Namen beschreiben den Einsatz. Beim Erdsieb geht es meist um gröbere Maschen für Gartenerde.
Wie reinige ich das Sieb?
Mit einer Bürste trocken abbürsten, bei Bedarf mit Wasser abspritzen und gut trocknen lassen. Holzrahmen nicht in der Sonne liegen lassen.
Kann ich auch nasse Erde sieben?
Ungern. Nasse Erde verklebt das Gitter sofort. Warten Sie einen trockenen Tag ab.



