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Heimwerker-Berater

Rasenstriegel

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Woher der Striegel kommt
  2. Wie der Striegel arbeitet
  3. Striegel, Vertikutierer, Lüfter
  4. Die Einsatzbereiche
  5. Worauf es beim Gerät ankommt
  6. So wird gestriegelt
  7. Im Hausgarten: der Federrechen
  8. Was ein Striegel kostet
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Ein Rasenstriegel ist ein Gerät mit langen, federnden Stahlzinken, das über die Grasnarbe gezogen wird. Die Zinken kämmen abgestorbenes Material heraus, lockern Moos, reißen junge Wildkräuter aus und verteilen Maulwurfshügel. Er arbeitet sanfter als ein Vertikutierer, weil er nicht schneidet, sondern kämmt – dafür muss man ihn öfter einsetzen.

Woher der Striegel kommt

Striegel stammen aus der Landwirtschaft. Dort werden sie im Grünland und im Ackerbau eingesetzt, vor allem im ökologischen Landbau, wo chemische Unkrautbekämpfung ausscheidet. Die Geräte sind mehrere Meter breit und werden vom Traktor gezogen.

Für große Rasenflächen, Sportplätze und Pferdekoppeln gibt es kleinere Ausführungen zum Anhängen an Aufsitzmäher, Rasentraktor oder Quad. Im Hausgarten übernimmt ein kräftiger Federrechen dieselbe Aufgabe von Hand.

Wie der Striegel arbeitet

Die Zinken liegen federnd auf dem Boden und werden in schneller Fahrt durch die Grasnarbe gezogen. Dabei passiert Folgendes:

  • Filz wird ausgekämmt. Abgestorbene Halme und Mähreste werden nach oben geholt.
  • Moos wird gelockert. Die flach wachsenden Moospolster werden aufgerissen.
  • Keimlinge werden verschüttet oder ausgerissen. Junge Wildkräuter mit flachen Wurzeln haben gegen die Zinken wenig Chancen, fest verwurzelte Gräser dagegen schon.
  • Die Oberfläche wird eingeebnet. Maulwurfshügel und Dung werden verteilt.

Entscheidend ist der Zeitpunkt. Wildkräuter lassen sich im Keimblattstadium gut erwischen. Haben sie erst eine Pfahlwurzel, kämmt der Striegel nur über sie hinweg.

Striegel, Vertikutierer, Lüfter

GerätWirkungBelastung für den Rasen
Striegel / Federrechenkämmt Filz und Moos aus, reißt Keimlinge ausgering
Vertikutiererschneidet die Narbe einige Millimeter tief anhoch, danach Erholungszeit nötig
Aerifizierersticht Löcher in den Bodenmittel

Der Striegel ersetzt den Vertikutierer bei leicht verfilzten Rasen, nicht bei stark vermoosten Flächen. Er eignet sich aber gut zwischen zwei Vertikutiergängen, um den Filz gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die Einsatzbereiche

Pflegedurchgang im Frühjahr. Nach dem Winter liegen abgestorbenes Gras, Laubreste und Moospolster auf der Fläche. Ein Striegeldurchgang holt sie heraus, bevor der Rasen richtig wächst.

Nachsaat einarbeiten. Nach dem Säen streicht der Striegel das Saatgut in die Narbe ein, sodass es Bodenkontakt bekommt.

Mechanische Wildkrautregulierung. Mehrere Durchgänge pro Saison halten Wildkräuter in Schach, ohne Herbizid. Allein reicht das selten, in Kombination mit dichtem Rasen und richtiger Schnitthöhe aber oft.

Pferdeweiden und Wiesen. Pferdeäpfel verteilen, Maulwurfshügel einebnen, Grasnarbe belüften.

Worauf es beim Gerät ankommt

  • Arbeitsbreite. Anbaustriegel für Rasentraktoren liegen meist zwischen 1 und 2 Metern, landwirtschaftliche Geräte bei mehreren Metern.
  • Zinkeneinstellung. Der Winkel der Zinken bestimmt die Aggressivität. Flach gestellt kämmen sie sanft, steil greifen sie tiefer.
  • Zinkenmaterial. Federstahl, der sich nach Hindernissen zurückstellt und nicht bricht.
  • Beschwerung. Leichte Striegel springen über unebenen Rasen. Viele Geräte lassen sich mit Gewichten beschweren.
  • Zugvorrichtung. Die Kupplung muss zum Zugfahrzeug passen.

So wird gestriegelt

  1. Rasen mähen. Kurzes Gras lässt die Zinken besser an den Boden.
  2. Trockene Oberfläche abwarten. Nasse Grasnarbe reißt, und nasses Material verklebt die Zinken.
  3. Zügig fahren. Die Wirkung beruht auch auf dem Tempo – zu langsam gezogen, schleifen die Zinken nur über die Fläche. Die Angaben des Herstellers geben den Rahmen vor.
  4. Längs und quer. Zwei Durchgänge in verschiedenen Richtungen arbeiten gründlicher.
  5. Material abräumen. Ausgekämmten Filz mit einer Rasenkehrmaschine oder dem Rechen aufnehmen.

Im Hausgarten: der Federrechen

Für normale Gartenrasen lohnt sich kein Anbaugerät. Ein stabiler Fächerbesen oder Federrechen mit Stahlzinken erfüllt denselben Zweck, nur mit Muskelkraft. Kräftig ziehen, dabei die Zinken steil halten. Für Laub eignet sich der breitere Laubrechen mit weicheren Zinken besser. Auch der Handvertikutierer ist eine Alternative, greift aber stärker ein.

Was ein Striegel kostet

Ein stabiler Federrechen für den Hausgarten kostet etwa 15 bis 40 Euro. Anbaustriegel für Rasentraktoren und Quads beginnen im mittleren dreistelligen Bereich, landwirtschaftliche Geräte mit mehreren Metern Arbeitsbreite kosten ein Vielfaches. Für einen einzelnen Einsatz im Jahr lohnt es sich, bei Maschinenringen oder Lohnunternehmen nach einem Leihgerät zu fragen, besonders für Pferdeweiden und große Wiesenflächen.

Typische Fehler

  • Zu spät im Jahr gegen Wildkraut. Ausgewachsene Pflanzen bleiben stehen.
  • Bei Nässe gestriegelt. Die Narbe reißt auf, statt nur ausgekämmt zu werden.
  • Zu aggressive Zinkenstellung auf jungem Rasen. Neu eingesäte Flächen erst striegeln, wenn das Gras gut eingewurzelt ist.
  • Einmal pro Jahr erwartet Wunder. Der Striegel lebt von regelmäßigen Durchgängen.

Häufige Fragen

Ersetzt der Rasenstriegel den Vertikutierer?

Bei leicht verfilztem Rasen ja, bei starkem Moos und dicker Filzschicht nein. Dann wird vertikutiert, der Striegel übernimmt die Pflege dazwischen.

Wie oft soll man striegeln?

Für die Rasenpflege zwei- bis dreimal im Jahr, gegen Wildkraut häufiger in der Hauptkeimzeit im Frühjahr und Spätsommer.

Wann ist die beste Jahreszeit?

Frühjahr ab März/April und der Spätsommer. Einen Überblick über alle Pflegeschritte gibt die Seite Rasenpflege.

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