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Heimwerker-Berater

Dutch oven

Gartenvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Woher er kommt
  2. Warum Gusseisen
  3. Die Größen
  4. Mit Füßen oder ohne
  5. Die Hitze steuern
  6. Einbrennen
  7. Reinigen und lagern
  8. Typische Fehler
  9. Sicherheit beim Feuer
  10. Häufige Fragen

Der Dutch Oven ist ein schwerer Topf aus Gusseisen mit Deckel, meist mit drei Füßen und einem Deckelrand, auf dem Glut liegen kann. So wird er von unten und von oben beheizt und arbeitet wie ein kleiner Backofen im Garten. Mit ihm lässt sich schmoren, backen und braten – über Holzkohle, Briketts oder im offenen Feuer.

Woher er kommt

Gusseiserne Töpfe gibt es seit Jahrhunderten. Der Name geht vermutlich auf ein Gießverfahren aus den Niederlanden zurück, das im frühen 18. Jahrhundert nach England kam und Gusstöpfe billiger machte. Berühmt wurde die Form mit Füßen und Deckelrand bei den Siedlern in Nordamerika und Australien, die damit am Lagerfeuer kochten. In Australien heißt er deshalb oft Camp Oven.

Heute ist er vor allem beim Grillen und Campen beliebt – und im Garten eine gute Ergänzung zum Grill, weil er Gerichte kann, an denen ein Rost scheitert: Eintöpfe, Schmorbraten, Brot, Aufläufe.

Warum Gusseisen

Gusseisen ist eine Eisenlegierung mit mehr als 2 Prozent Kohlenstoff. Sie lässt sich gut in Form gießen, ist aber spröde. Für einen Topf hat das Material zwei große Vorteile: Es speichert enorm viel Wärme und gibt sie gleichmäßig ab. Ist der Topf einmal heiß, schwankt die Temperatur im Inneren kaum, auch wenn die Glut etwas nachlässt.

Der Nachteil ist das Gewicht. Ein mittlerer Dutch Oven wiegt mehrere Kilo, große Modelle um 8 kg und mehr – ohne Inhalt. Und Gusseisen verzeiht keinen plötzlichen Temperaturwechsel.

Die Größen

InhaltEtwa fürEinsatz
bis 3 Liter2 PersonenBeilagen, kleine Brote, Desserts
4–5 Liter4 Personender Allrounder für die Familie
6–8 Liter6–8 PersonenSchmorbraten, Pulled Pork, Chili
über 8 LiterGruppenFeste, große Eintöpfe

Amerikanische Hersteller geben die Größe oft in Quart oder als Durchmesser in Zoll an. Ein Quart entspricht knapp einem Liter, ein 12-Zoll-Topf hat etwa 30 cm Durchmesser.

Mit Füßen oder ohne

Mit Füßen steht der Topf direkt über der Glut, und der flache Deckel mit Rand hält Briketts oben fest. Das ist die klassische Form für draußen.

Ohne Füße passt er auf den Grillrost, auf einen Gasbrenner oder in den Backofen der Küche. Wer beides will, kauft ohne Füße und stellt ihn draußen auf ein Dreibein oder einen Untersetzer.

Emaillierte Gusstöpfe für die Küche sehen ähnlich aus, sind aber nicht für Glut auf dem Deckel und offenes Feuer gemacht. Die Emaille kann bei starker, punktueller Hitze abplatzen.

Die Hitze steuern

Die Temperatur regeln Sie über die Zahl der Briketts. Eine verbreitete Faustregel für etwa 175 °C: Durchmesser in Zoll mal zwei, davon etwa zwei Drittel auf den Deckel und ein Drittel darunter. Bei einem 12-Zoll-Topf sind das rund 24 Briketts, 16 oben und 8 unten.

  • Schmoren und Kochen: mehr Hitze von unten.
  • Backen: mehr Hitze von oben, damit der Boden nicht verbrennt.
  • Braten: fast nur von unten.

Holzkohle brennt heißer und kürzer als Briketts und ist schwerer zu dosieren. Für lange Garzeiten sind gleichmäßige Briketts praktischer. Zum Anzünden hilft ein Anzündkamin oder ein elektrischer Grillanzünder. Nach etwa einer Stunde müssen Sie neue Glut nachlegen.

Einbrennen

Gusseisen rostet, wenn es ungeschützt ist. Deshalb wird es eingebrannt: Eine dünne Schicht Öl wird bei hoher Temperatur zu einer dunklen, harten Schutzschicht, der Patina. Viele Töpfe werden heute schon eingebrannt verkauft.

  1. Topf auswaschen und vollständig trocknen, am besten kurz erhitzen.
  2. Dünn einölen, innen und außen, mit einem hitzebeständigen Öl oder speziellem Einbrennmittel. Überschüssiges Öl abwischen – zu viel wird klebrig.
  3. Erhitzen im Grill oder Backofen bei 200 bis 250 °C, etwa eine Stunde, mit der Öffnung nach unten.
  4. Abkühlen lassen und bei Bedarf wiederholen.

Wichtig: Das Einbrennen raucht stark. Machen Sie es draußen oder bei gut gelüfteter Küche.

Reinigen und lagern

  • Mit heißem Wasser und einer Bürste reinigen, nicht in die Spülmaschine und nicht stundenlang einweichen.
  • Angebranntes mit Wasser aufkochen und dann abschaben.
  • Nach dem Spülen sofort trocknen, am besten auf der Glut, dann hauchdünn einölen.
  • Offen oder mit einem Stück Küchenpapier zwischen Topf und Deckel lagern, damit Luft zirkuliert und nichts muffig wird.

Hat der Topf doch Rost angesetzt, schleifen Sie die Stelle mit Stahlwolle blank und brennen neu ein. Gusseisen ist fast nicht kaputt zu bekommen – außer durch einen Fehler.

Typische Fehler

  • Kaltes Wasser in den heißen Topf. Der Temperaturschock kann Gusseisen reißen lassen. Erst abkühlen lassen.
  • Leerer Topf auf voller Glut. Überhitzung zerstört die Patina und kann den Guss beschädigen.
  • Saures lange im Topf gelassen. Tomatensauce oder Wein über Nacht greifen die Einbrennschicht an. Direkt umfüllen.
  • Ohne Handschuhe gearbeitet. Deckel und Henkel werden extrem heiß. Hitzefeste Handschuhe und ein Deckelheber gehören dazu.
  • Glut auf empfindlichem Untergrund. Nie direkt auf Holzterrasse oder Rasen. Eine Feuerschale, Steinplatten oder ein Untersetzer schützen.

Sicherheit beim Feuer

Offenes Feuer im Garten ist in vielen Gemeinden geregelt, für Grill- und Kochfeuer gelten aber meist Ausnahmen. Achten Sie auf Abstand zu Gebäuden, Hecken und Holzstapeln und halten Sie Wasser oder einen Eimer Sand bereit. Im Wald und in Waldnähe ist offenes Feuer grundsätzlich verboten. Wer eine feste Kochstelle im Garten plant, findet Anregungen beim Gartenofen und beim Holzbackofen-Bausatz.

Häufige Fragen

Kann ich den Dutch Oven auch auf dem Grill nutzen?

Ja. Auf einem Kugelgrill mit Deckel funktioniert er gut, besonders Modelle ohne Füße. Auf einem Holzkohlegrill mit Aktivbelüftung lässt sich die Hitze sogar genauer regeln.

Was kostet ein guter Dutch Oven?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 30 Euro, Markentöpfe mittlerer Größe liegen bei 60 bis 150 Euro. Deckelheber und Handschuhe kommen dazu.

Geht er auch auf dem Induktionsherd?

Modelle ohne Füße mit flachem Boden funktionieren auf Induktion, weil Gusseisen magnetisch ist. Aufsetzen, nicht schieben, sonst verkratzt das Kochfeld.

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