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Welcher Rasendünger zu welcher Jahreszeit?

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Welcher Rasendünger zu welcher Jahreszeit?
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was die drei Buchstaben bedeuten
  2. Frühjahr: die Startdüngung
  3. Sommer: die zweite Gabe
  4. Herbst: der Kaliumdünger
  5. Der Jahresplan auf einen Blick
  6. Organisch oder mineralisch
  7. So wird richtig gedüngt
  8. Kalk ist kein Dünger
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Rasen wird geschnitten, und jeder Schnitt entzieht ihm Nährstoffe. Ohne Dünger wird er dünn, hell und lückig, und Moos und Klee übernehmen. Die Regel für den Hausrasen ist einfach: drei Gaben im Jahr, jede mit einer anderen Aufgabe. Welcher Dünger wann dran ist, hängt davon ab, was der Rasen in der jeweiligen Jahreszeit leisten muss.

Was die drei Buchstaben bedeuten

Auf jedem Düngersack steht ein Zahlencode wie 20-5-8. Er gibt den Anteil der drei Hauptnährstoffe in Prozent an, immer in derselben Reihenfolge.

N – StickstoffTreibt Blattwachstum und Grünfärbung. Der Hauptnährstoff des Rasens.
P – PhosphorWurzelbildung und Keimung. Viele Böden sind damit ausreichend versorgt.
K – KaliumFestigt die Zellwände, macht robust gegen Trockenheit, Frost und Pilze.
Mg, FeMagnesium und Eisen sorgen für kräftiges Grün; Eisen drängt zudem Moos zurück.

Frühjahr: die Startdüngung

Sobald der Boden sich auf etwa 8 bis 10 °C erwärmt hat und der Rasen sichtbar wächst, ist Zeit für die erste Gabe. Meist ist das Ende März bis Mitte April. Ein gutes Zeichen: Die Forsythien blühen.

Jetzt braucht der Rasen vor allem Stickstoff, um nach dem Winter dicht und grün zu werden. Geeignet ist ein stickstoffbetonter Langzeitdünger, der seine Wirkung über zwei bis drei Monate verteilt.

Wer im Frühjahr vertikutiert, düngt zwei bis drei Wochen vorher. Dann hat der Rasen die Kraft, sich schnell von der Behandlung zu erholen. Bei starkem Moosbefall hilft ein Dünger mit Eisenanteil; mehr dazu bei Moos im Rasen.

Sommer: die zweite Gabe

Ende Mai bis Ende Juni ist der Frühjahrsdünger aufgebraucht. Eine zweite Gabe mit einem ausgewogenen Rasendünger hält das Wachstum über den Sommer. Ein etwas höherer Kaliumanteil ist jetzt sinnvoll, weil er die Trockenheitstoleranz verbessert.

Nicht bei Hitze und Trockenheit düngen. Liegt der Rasen bei über 30 °C braun und in der Sommerruhe, verbrennt mineralischer Dünger die Halme eher, als dass er hilft. Warten Sie auf kühleres Wetter oder einen Regen.

Bei stark genutztem Rasen – Kinder, Hund, Fußball – kann eine dritte Sommergabe im Juli oder August sinnvoll sein.

Herbst: der Kaliumdünger

Zwischen Ende August und Mitte Oktober folgt die letzte Gabe, jetzt mit einem Herbstrasendünger. Er enthält wenig Stickstoff und viel Kalium.

Der Grund: Viel Stickstoff im Herbst regt weiches, mastiges Wachstum an, das im Winter anfällig für Pilze wie Schneeschimmel ist. Kalium dagegen härtet die Halme ab und macht den Rasen frostfester. Wer im Herbst den normalen Frühjahrsdünger streut, tut dem Rasen keinen Gefallen.

Der Jahresplan auf einen Blick

ZeitpunktDüngerZiel
Ende März – Aprilstickstoffbetonter LangzeitdüngerAustrieb, Dichte, Farbe
Ende Mai – Juniausgewogener Rasendünger, etwas mehr KaliumWachstum halten, Trockenheit überstehen
Juli – August (optional)Rasendünger bei starker NutzungBelastung ausgleichen
Ende August – Oktoberkaliumbetonter HerbstdüngerWinterhärte, Schutz vor Pilzen

Organisch oder mineralisch

Mineralische Dünger wirken schnell, sind aber leicht überdosiert. Die Salze können Halme verbrennen, wenn sie auf feuchtes Gras fallen oder nicht eingewässert werden.

Organische und organisch-mineralische Dünger geben die Nährstoffe langsamer ab, weil Bodenlebewesen sie erst umsetzen müssen. Sie fördern das Bodenleben und verzeihen Fehler eher. Dafür wirken sie bei kaltem Boden träge. Für Hausgärten mit Kindern und Haustieren ist die organische Variante meist die angenehmere Wahl.

So wird richtig gedüngt

  1. Vorher mähen. Kurzer Rasen nimmt den Dünger besser auf.
  2. Trockene Halme, feuchter Boden. Bei nassem Gras kleben die Körner an den Blättern.
  3. Mit dem Streuwagen. Von Hand wird es fast immer fleckig. Ein Streuwagen verteilt gleichmäßig; die Bahnen leicht überlappen lassen, nicht doppelt fahren.
  4. Menge einhalten. Die Angabe auf der Packung, meist 20 bis 40 g je m², ist eine Obergrenze, kein Richtwert zum Aufrunden.
  5. Einwässern. Nach dem Streuen gründlich wässern oder vor angekündigtem Regen streuen.

Kalk ist kein Dünger

Kalk verändert den pH-Wert des Bodens, er versorgt den Rasen nicht mit Nährstoffen. Gekalkt wird nur, wenn ein Bodentest einen zu sauren Boden zeigt – für Rasen liegt der Zielbereich meist zwischen pH 5,5 und 7. Zwischen Kalken und Düngen sollten einige Wochen liegen. Näheres beim Rasenkalk.

Typische Fehler

  • Zu viel auf einmal. Streifen oder Flecken verbrannten Rasens sind das Ergebnis. Lieber öfter wenig als einmal viel.
  • Stickstoff im Herbst. Macht den Rasen weich und krankheitsanfällig.
  • Eisendünger auf Pflaster. Eisenhaltiger Dünger hinterlässt auf Platten und Steinen Rostflecken, die kaum wieder herausgehen. Körner vom Weg fegen, bevor es regnet.
  • Düngen bei Dürre. Der Rasen kann ohne Wasser nichts aufnehmen.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich den Rasen düngen?

Drei Gaben im Jahr reichen für den normalen Hausrasen: Frühjahr, Frühsommer, Herbst. Stark genutzte Flächen vertragen eine vierte im Hochsommer.

Darf man nach dem Düngen den Rasen betreten?

Nach dem Einwässern ja. Bei mineralischen Düngern Kinder und Haustiere fernhalten, bis die Körner aufgelöst sind.

Welcher Dünger im Winter?

Keiner. Von November bis Anfang März ruht der Rasen; Dünger würde ungenutzt ausgewaschen. Allgemeine Tipps zur Rasenpflege finden Sie unter Rasenpflege.

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