Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Handerdbohrer

Gartenvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Handerdbohrer
Inhalt11 Abschnitte
  1. Aufbau
  2. Wofür er sich eignet
  3. Durchmesser und Tiefe
  4. Welcher Boden geht, welcher nicht
  5. So bohren Sie richtig
  6. Nach dem Bohren: Pfosten setzen
  7. Handbohrer oder Motorbohrer
  8. Pflege
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Videos zum Thema

Ein Handerdbohrer dreht sich wie ein Korkenzieher in den Boden und holt die Erde in einem Stück aus dem Loch. So entstehen exakt runde, senkrechte Löcher für Pfosten, Fundamente oder Pflanzen. In lockerem, steinfreiem Boden ist er schneller als jeder Spaten – bei Steinen und dicken Wurzeln kommt er an seine Grenze.

Aufbau

Ein Handerdbohrer besteht aus einem senkrechten Stiel mit einem Quergriff oben und einem Bohrkopf unten. Der Bohrkopf ist entweder eine Spirale, die wie ein Holzbohrer die Erde nach oben fördert, oder besteht aus zwei schräg gestellten Messern, die die Erde abschneiden und in einem Korb sammeln. Messerköpfe schneiden leichter, Spiralen fördern die Erde besser nach oben. Viele Bohrer haben austauschbare Köpfe für verschiedene Durchmesser und eine Verlängerung für tiefere Löcher.

Erdlochbohrer Spirale. Foto: CJ / pixabay.com
Das Spiralensystem des Erdlochbohrers kann 'Wunder' bewirken. Foto: CJ / pixabay.com

Wofür er sich eignet

  • Zaunpfosten. Das häufigste Einsatzgebiet. Die runden Löcher sparen Beton.
  • Punktfundamente für Gartenhaus, Carport oder Terrasse.
  • Pflanzlöcher für Stauden, Blumenzwiebeln in großer Zahl oder Heckenpflanzen.
  • Pfähle und Anker für Rankgerüste, Sonnenschirmhalter, Spielgeräte.
  • Bodenproben oder Löcher für die Versickerung.

Durchmesser und Tiefe

Die üblichen Durchmesser reichen von 100 bis 300 mm. Für einen Zaunpfosten mit 9 × 9 cm Querschnitt nimmt man 150 bis 200 mm, damit rundum genug Beton Platz hat. Punktfundamente brauchen 200 bis 300 mm. Mit Standardlänge erreichen die meisten Bohrer etwa 80 bis 100 cm Tiefe, mit Verlängerungsstange mehr. Für frostfreie Fundamente sind in Deutschland meist 80 cm nötig.

ZweckDurchmesserTiefe
Blumenzwiebeln, kleine Stauden80–100 mm15–25 cm
Zaunpfosten, leichter Zaun150 mm60–80 cm
Zaunpfosten mit Sichtschutz200 mm80 cm
Punktfundament Gartenhaus200–300 mm80 cm

Je größer der Durchmesser, desto mehr Kraft braucht man. Ein 300-mm-Loch per Hand ist Schwerarbeit.

Welcher Boden geht, welcher nicht

Der Bohrer arbeitet am besten in lockerem Mutterboden, Sand und leicht feuchtem Lehm. In trockenem, hartem Lehm muss man vorher wässern. Steine bis zu Walnussgröße schiebt er zur Seite oder fördert sie heraus. Größere Steine und dicke Wurzeln blockieren den Bohrkopf. Dann hilft nur Ausgraben mit dem Handbagger oder der Brechstange. In stark verdichtetem Bauschutt ist der Handerdbohrer nutzlos.

So bohren Sie richtig

  1. Leitungen prüfen. Vor jedem Bohren klären, wo Strom-, Gas- und Wasserleitungen verlaufen. Ein Handerdbohrer durchtrennt ein Kabel ohne Weiteres.
  2. Grasnarbe abstechen. Mit dem Spaten ein kleines Rasenstück entfernen.
  3. Senkrecht ansetzen. Bohrer senkrecht halten, mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn drehen.
  4. Regelmäßig herausziehen. Nach 10 bis 20 cm den Bohrer mit der gefüllten Spirale oder dem vollen Korb gerade herausheben und die Erde abklopfen.
  5. Nicht verkanten. Wer seitlich drückt, macht das Loch schief und den Bohrer krumm.
  6. Tiefe prüfen. Mit einem Zollstock oder einer Markierung am Stiel.

Nach dem Bohren: Pfosten setzen

Ein gebohrtes Loch hat glatte Wände, an denen Beton weniger gut haftet als an einem gegrabenen. Das ist bei Zaunpfosten kein Problem, solange der Beton rundum mindestens einige Zentimeter stark ist. Geben Sie zuerst eine Handbreit Kies in das Loch, damit Wasser am Pfostenfuß ablaufen kann. Dann den Pfosten oder den Pfostenträger einsetzen, mit der Pfostenwasserwaage lotrecht ausrichten und erdfeuchten Beton lagenweise einfüllen und verdichten. Holzpfosten gehören nicht direkt in den Beton, sondern in einen Pfostenträger aus Stahl, sonst fault das Holz an der Übergangsstelle.

Handbohrer oder Motorbohrer

Für einzelne Löcher reicht der Handbohrer. Wer einen ganzen Zaun mit 30 oder mehr Pfosten setzt, sollte über einen Motorerdbohrer nachdenken, den es im Verleih gibt. Er ist schnell, aber auch gefährlich: Bleibt der Bohrer an einer Wurzel hängen, schlägt das Gerät heftig aus. Für den Einsatz sind zwei Personen und eine Einweisung sinnvoll. Die Rechnung dazu steht unter Große Gartengeräte mieten oder kaufen.

Pflege

Nach der Arbeit Erde abspülen, trocknen und die Klingen dünn einölen. Messerköpfe lassen sich mit der Feile nachschärfen, Ersatzklingen gibt es bei vielen Herstellern. Verbogene Spiralen arbeiten nicht mehr sauber und sollten gerichtet oder ersetzt werden.

Typische Fehler

  • Zu kleiner Durchmesser. Der Pfosten passt hinein, aber für den Beton bleibt kein Platz.
  • In trockenem Lehm gebohrt. Der Bohrer dreht durch, der Boden gibt nicht nach. Vorher gießen.
  • Loch zu flach. Frost hebt Pfosten, die nicht tief genug stehen.
  • Bohrer mit Hebel befreit. Wer den festgesteckten Bohrer mit Gewalt herausreißt, verbiegt den Stiel. Lieber etwas zurückdrehen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Handerdbohrer?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 20 Euro, gute Bohrer mit Wechselköpfen und Verlängerung kosten 40 bis 100 Euro.

Kann ich damit in Beton bohren?

Nein. Für Beton sind Kernbohrgeräte nötig. Der Handerdbohrer ist nur für Erde gedacht.

Welche Alternative gibt es ohne Loch?

Schraubfundamente werden direkt in den Boden gedreht und tragen Pfosten ohne Beton. Sie brauchen aber ebenfalls steinarmen Boden. Wie der Zaun dann steht, beschreibt der Beitrag Staketenzaun selber bauen.

Videos zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren