Den Gartenzaun errichten – Ein Lochspaten bzw. Handbagger hilft

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Ein Zaun ist nur so gerade wie seine Pfosten, und die Pfosten nur so fest wie ihre Löcher. Der Lochspaten, auch Handbagger oder Erdlochspaten genannt, hebt enge, tiefe Löcher aus, ohne den Boden drumherum aufzureißen. Genau das macht den Unterschied zu einem Loch, das mit dem normalen Spaten gegraben wurde.
Warum eingraben statt einschlagen
Einschlaghülsen oder angespitzte Pfosten sind schnell gesetzt, halten aber nur in weichem, steinfreiem Boden. Trifft die Spitze auf einen Stein, verdreht sich der Pfosten oder die Hülse verbiegt sich. Eingegrabene und einbetonierte Pfosten stehen dagegen jahrzehntelang, auch wenn der Zaun Wind und Schnee abbekommt.
Das Loch mit dem normalen Spaten wird zwangsläufig weit – der Spaten braucht Platz zum Hebeln. Ein weites Loch braucht viel Beton, und der umgebende Boden ist gestört. Der Lochspaten gräbt ein Loch, das nur wenig größer als das Fundament ist.
Wie ein Lochspaten funktioniert
Der Lochspaten hat zwei gegenüberliegende, gewölbte Blätter an zwei Stielen. Man sticht ihn geöffnet in den Boden, drückt die Stiele auseinander – dadurch schließen sich die Blätter unten und greifen die Erde – und hebt ihn heraus. Oben die Stiele wieder zusammen, und die Erde fällt heraus.
Das Prinzip hat Grenzen: Bei steinigem Boden oder Wurzeln kommt er schlecht voran, und bei trockenem Sand rieselt die Erde aus den Blättern. In festem, leicht feuchtem Boden ist er unschlagbar. Mehr zum Gerät selbst steht beim Lochspaten.
Lochtiefe und Pfostenabstand
| Lochtiefe | Mindestens 60 cm, besser 80 cm. Unterhalb der Frostgrenze kann der Boden den Pfosten nicht hochdrücken. |
| Lochdurchmesser | Etwa das Dreifache der Pfostenbreite, bei 9 × 9 cm Pfosten also 25–30 cm. |
| Pfostenabstand | Meist 1,5 bis 3 m. Bei Doppelstabmatten gibt die Mattenbreite von 2,5 m den Abstand vor. |
| Eck- und Endpfosten | Tiefer und breiter gründen, sie tragen den Zug des ganzen Zauns. |
Eck- und Endpfosten bei Maschendraht- oder Spanndrahtzäunen brauchen zusätzlich eine Strebe im Winkel von etwa 45 Grad, die den Zug des gespannten Drahts aufnimmt.
Vorbereitung
- Leitungen klären. Vor dem ersten Spatenstich prüfen, ob Strom-, Gas-, Wasser- oder Telefonleitungen im Bereich liegen. Die Versorger geben Leitungspläne heraus.
- Grenze klären. Wo genau verläuft die Grundstücksgrenze? Im Zweifel die Grenzsteine suchen oder das Vermessungsamt fragen. Streit um zehn Zentimeter ist teurer als ein Vermesser.
- Schnur spannen. Zwischen Anfangs- und Endpunkt eine Richtschnur spannen und die Pfostenpositionen mit Holzpflöcken markieren.
- Material bereitlegen. Lochspaten, Wasserwaage, Beton oder Schnellbeton, Kies, Latten zum Abstützen.
Das Loch ausheben
- Grasnarbe abstechen. Mit einem normalen Spaten ein Quadrat ausstechen, das erleichtert den Start.
- Senkrecht arbeiten. Den Lochspaten gerade halten, sonst läuft das Loch schräg. Ab 40 cm Tiefe zwischendurch prüfen.
- Portionsweise heben. Lieber kleine Mengen, dann bleibt die Wand glatt.
- Steine lösen. Größere Steine mit einer Brechstange lockern, dann greift der Lochspaten wieder.
- Kies auf den Grund. Etwa 10 cm Kies oder Schotter unten ins Loch. Er leitet Wasser ab.
Bei sehr vielen Löchern oder hartem Boden lohnt ein Handerdbohrer oder ein gemieteter Motorerdbohrer. Der Lochspaten bleibt trotzdem nützlich, um lose Erde aus dem gebohrten Loch zu holen.
Pfosten setzen
Metallpfosten werden direkt einbetoniert. Stellen Sie den Pfosten ins Loch, richten Sie ihn mit der Pfostenwasserwaage in beide Richtungen aus und stützen Sie ihn mit zwei schräg angeschraubten Latten ab. Dann Beton einfüllen und verdichten.
Holzpfosten gehören nicht direkt in den Beton. An der Übergangsstelle sammelt sich Wasser, und genau dort fault das Holz nach wenigen Jahren ab. Besser sind Pfostenträger oder H-Anker aus verzinktem Stahl, die einbetoniert werden, sodass das Holz einige Zentimeter über dem Boden endet.
Für Fundamente genügt ein erdfeuchter Beton oder Schnellbeton aus dem Sack. Eine Schnur an der Oberkante der Pfosten hilft, alle auf gleiche Höhe zu bringen.
Typische Fehler
- Zu flach gegründet. Unter 60 cm kann Frost den Pfosten anheben. Der Zaun wird im Frühjahr wellig.
- Oberfläche des Betons flach gelassen. Den Beton am Pfosten leicht nach außen abschrägen, damit Wasser abläuft.
- Zu früh belastet. Beton braucht einige Tage, bevor Sie Zaunfelder einhängen und spannen. Schnellbeton ist schneller, trotzdem die Herstellerangabe beachten.
- Alle Pfosten auf einmal einbetoniert. Besser: Endpfosten setzen, aushärten lassen, dann die Zwischenpfosten nach Schnur.
Rechtliches am Zaun
Ob und wie hoch Sie an der Grenze einen Zaun bauen dürfen, regeln Nachbarrecht und Bauordnung des jeweiligen Landes, oft zusätzlich ein Bebauungsplan. Viele Länder erlauben Einfriedungen bis zu einer bestimmten Höhe ohne Genehmigung, aber nicht jede Art an jeder Stelle. Eine Rückfrage beim Bauamt kostet nichts.
Welche Zaunarten es gibt, zeigt der Beitrag Gartenzaun Trends 2021. Für einen klassischen Holzzaun eignet sich ein Staketenzaun.
Häufige Fragen
Wie viele Löcher schafft man an einem Tag?
In gutem, steinfreiem Boden 15 bis 25 Löcher von 80 cm Tiefe. Bei Lehm oder Steinen deutlich weniger.
Lohnt sich ein Lochspaten für einen einzigen Zaun?
Er kostet meist 20 bis 50 Euro und wird nach dem Zaun für Pflanzlöcher, Wäschespinnen und Sonnenschirmhalter weiter gebraucht. Das lohnt sich.
Was tun, wenn das Loch voll Wasser läuft?
Abpumpen oder ausschöpfen, Kies einbringen und mit erdfeuchtem Beton arbeiten, der das Wasser verdrängt. Bei dauerhaft hohem Grundwasser ist eine Fachfirma sinnvoll.



