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Heimwerker-Berater

Wasserzapfsäule

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Wasserzapfsäule
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür man eine Zapfsäule braucht
  2. Frostsicher oder nicht
  3. Hygiene am Trinkwasser
  4. Die Materialien
  5. Der Anschluss
  6. Eine Zapfsäule selber bauen
  7. Zähler in der Säule
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Wasserzapfsäule bringt den Wasserhahn in den Garten: eine Säule mit Auslass, an die Schlauch oder Gießkanne kommen. Wie sie aussieht, ist Geschmackssache. Worauf es technisch ankommt, ist eine einzige Frage – was passiert im Winter mit dem Wasser darin? Davon hängt ab, ob die Säule Jahrzehnte hält oder im ersten Frost platzt.

Wofür man eine Zapfsäule braucht

Überall dort, wo der Hausanschluss weit weg ist: im großen Garten, im Schrebergarten mit Gemeinschaftsleitung, an Pferdekoppel und Gemüseland. Auch neben Pool, Hochbeeten oder Gewächshaus lohnt eine eigene Wasserstelle.

Die Säule ist dabei mehr als ein Hahn auf einem Rohr. Sie gibt Halt für Schlauch und Kupplung, hat oft einen Haken für die Gießkanne und macht den Anschluss auch für andere sichtbar – kein Stolpern über einen Hahn im Gras.

Frostsicher oder nicht

Einfache Säule
  • Ventil sitzt oben im Hahn
  • Säule und Leitung stehen voll Wasser
  • im Herbst von einer frostfreien Stelle aus absperren und entleeren
  • günstig und einfach
Frostsichere Säule
  • Ventil sitzt unter der Frostgrenze im Boden
  • nach dem Schließen läuft das Steigrohr leer
  • ganzjährig nutzbar
  • teurer, braucht eine Sickerpackung unten

Bei der frostsicheren Bauweise öffnet ein Hebel oder Drehgriff oben über eine lange Stange ein Ventil in 80 bis 100 cm Tiefe. Wird es geschlossen, öffnet sich zugleich eine kleine Entleerungsbohrung, und das Wasser im Steigrohr läuft in eine Kiespackung ab. Über der Erde steht dann kein Wasser mehr, das frieren könnte.

Das funktioniert nur, wenn das Wasser unten auch weg kann. In lehmigem oder verdichtetem Boden braucht die Säule eine großzügige Kiespackung, sonst steht das Entleerungswasser im Rohr und friert doch.

Hygiene am Trinkwasser

Frostsichere Säulen mit Entleerung ins Erdreich sind an Trinkwasserleitungen nicht unumstritten: Beim Öffnen kann über die Entleerungsbohrung theoretisch Wasser aus dem Boden angesaugt werden. Für den Anschluss ans Trinkwassernetz gehört deshalb in jedem Fall ein Rückflussverhinderer in die Zuleitung, und die Säule sollte ausdrücklich für den Trinkwasseranschluss zugelassen sein. Bei Regenwasser aus der Zisterne stellt sich die Frage nicht.

Einfache Säulen ohne Erdentleerung werden hygienisch sauberer über einen Absperr- und Entleerungshahn im Keller entleert. Das kostet im Herbst zwei Minuten und erspart jede Diskussion.

Die Materialien

Edelstahl ist die haltbarste und teuerste Lösung, schlank und rostfrei. Granit und Naturstein sind schwer und standfest, aber schwer zu bohren. Beton ist günstig und lässt sich selbst gießen. Holz passt in naturnahe Gärten und braucht Pflege. Kunststoff ist leicht und billig, steht aber selten so fest wie die anderen.

Um die gestalterische Seite geht es ausführlicher bei der Wassersäule für den Garten.

Wasserzapfsäule aus Metall
Foto: dimaberkut / Depositphotos.com

Der Anschluss

Die Zuleitung ist fast immer ein PE-Rohr, 25 oder 32 mm, in einem Sandbett. Frostfrei verlegt heißt in den meisten Regionen Deutschlands 80 cm tief, in Höhenlagen tiefer. Wird die Leitung im Winter entleert, kann sie flacher liegen, braucht dann aber ein durchgehendes Gefälle zum Entleerungspunkt.

Den Abzweig von der Hausinstallation setzt der Installateur. Arbeiten an der Trinkwasseranlage dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen. Mit Graben, Rohrverlegen und Säule aufstellen können Sie ihm viel Arbeit abnehmen.

Bei Zisternenwasser liefert eine Zisternenpumpe mit Druckschalter den Druck. Dann gilt: keine Verbindung zum Trinkwasser, Säule als Nicht-Trinkwasser kennzeichnen.

Eine Zapfsäule selber bauen

  1. Standort wählen. Kurzer, gerader Weg zur Leitung, gut erreichbar, nicht in der Rasenmitte.
  2. Graben und Grube ausheben. Am Säulenstandort etwas tiefer als die Leitung, für Fundament und Kiespackung.
  3. Kiespackung einbringen, wenn die Säule erdentleerend ist.
  4. Säule setzen. Auf ein Punktfundament oder mit einer Bodenhülse, lotrecht ausrichten.
  5. Anschließen und prüfen. Unter Druck setzen, alle Verbindungen bei offenem Graben kontrollieren.
  6. Verfüllen und markieren. Warnband über der Leitung, Lage fotografieren.

Zähler in der Säule

In Kleingartenanlagen hat oft jede Parzelle eine eigene Säule mit Wasserzähler. Auch im Hausgarten kann ein separater Gartenwasserzähler sinnvoll sein: Viele Gemeinden erlassen für nachweislich im Garten versickertes Wasser die Abwassergebühr. Dafür braucht es meist einen geeichten Zähler, fest installiert und angemeldet. Die Regeln sind örtlich verschieden – vorher bei der Gemeinde nachfragen. Eichfristen von sechs Jahren sind üblich.

Typische Fehler

  • Kein Kies unter der frostsicheren Säule. Das Steigrohr läuft nicht leer, und die Säule friert trotz Frostschutz.
  • Schlauch im Winter angeschlossen gelassen. Auch eine frostsichere Säule kann sich nicht entleeren, wenn ein Schlauch mit Spritze das Wasser festhält.
  • Einfache Säule nicht entleert. Das Gehäuse platzt, oft unbemerkt bis zum Frühjahr.
  • Leitung zu flach ohne Gefälle. Das Rohr friert zwischen Haus und Säule ein.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wasserzapfsäule?

Einfache Säulen aus Kunststoff oder verzinktem Stahl gibt es ab etwa 50 Euro, Edelstahlsäulen ab rund 150 Euro, frostsichere Ausführungen meist ab 200 Euro. Dazu kommen Leitung und Erdarbeiten.

Wie tief muss die Leitung liegen?

Frostfrei rund 80 cm. Wer im Winter entleert, kann flacher bleiben.

Kann die Säule einfach umwickelt werden?

Dämmung verzögert das Einfrieren nur, sie verhindert es nicht. Ohne Wärmequelle friert stehendes Wasser bei anhaltendem Frost auch in einer gedämmten Säule.

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