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Heimwerker-Berater

Poolwanne

Gartenvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Poolwanne
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die drei Bauarten im Überblick
  2. Welche Größe sinnvoll ist
  3. Die Form
  4. Die Materialien genauer
  5. Einbau Schritt für Schritt
  6. Typische Fehler
  7. Filter, Chemie, Abdeckung
  8. Was eine Poolwanne kostet
  9. Häufige Fragen

Eine Poolwanne ist das Becken eines eingelassenen oder teilversenkten Pools – also genau der Teil, der das Wasser hält. Sie kommt entweder als einteiliges Fertigbecken oder als Bausatz, der vor Ort zusammengesetzt und mit Folie ausgekleidet wird. Die Wanne selbst ist dabei selten das teuerste Problem: Über Erfolg oder Ärger entscheiden Untergrund, Hinterfüllung und Technik.

Die drei Bauarten im Überblick

Im Handel werden unter dem Begriff sehr unterschiedliche Dinge verkauft. Grob lassen sich drei Bauarten unterscheiden, die sich in Aufwand, Lebensdauer und Preis deutlich unterscheiden.

BauartAufbauStärkenSchwächen
GFK-Fertigbeckeneinteilig, per Kran eingesetztglatte Oberfläche, schnell eingebautAnlieferung schwierig, Größe begrenzt
Styropor-Steine mit FolieSchalsteine, mit Beton verfülltfreie Form, gut gedämmtviel Eigenarbeit, Folie alle 10–15 Jahre neu
Stahlwand mit FolieStahlmantel, Innenfoliegünstig, auch aufgestellt nutzbarbeim Eingraben Hinterfüllung kritisch

Für die meisten Gärten ist die Frage deshalb weniger „welches Modell“, sondern „wie viel Baustelle will ich“. Ein Fertigpool steht in ein bis zwei Tagen, ein Steinbecken braucht mehrere Wochenenden plus Trocknungszeit.

Welche Größe sinnvoll ist

Die meisten privaten Becken liegen zwischen 3 und 8 Metern Länge und 1,20 bis 1,50 Metern Tiefe. Ein typischer Bausatz mit 8 × 4 m und 1,50 m Tiefe fasst rund 45 m³ Wasser, ein kleineres Becken mit 6 × 3 m etwa 25 m³. Zum Schwimmen braucht es mindestens 6 bis 7 Meter Länge, darunter ist ein Pool zum Abkühlen und Planschen.

Jeder Kubikmeter kostet später Geld – beim Befüllen, beim Heizen, bei der Chemie. Wer nur plantschen will, fährt mit einem kleineren, dafür gut beheizten Becken meist glücklicher als mit einem großen, das bis Juli kalt bleibt.

Die Form

Rechteckig ist am einfachsten zu bauen und abzudecken, rund und oval verteilen den Wasserdruck gleichmäßiger auf die Wand. Das ist bei Stahlwandbecken der Grund, warum ovale Modelle seitliche Stützen brauchen und runde nicht. Bei Styropor-Steinen ist fast jede Form möglich, bei GFK bestimmt die Form der Hersteller.

Ovale Poolwanne
Ovale Poolwanne | Foto: denisik11 / Depositphotos.com

Die Materialien genauer

GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) ist glatt, algenunfreundlich und robust. Die Wanne ist allerdings ein Stück: Für die Anlieferung braucht es eine freie Zufahrt und meist einen Kran. Wer den Garten nur durchs Haus erreicht, kann GFK vergessen.

Styropor-Schalsteine werden trocken gestapelt, mit Bewehrungseisen versehen und mit Beton ausgegossen. Das Ergebnis ist eine massive, gedämmte Wand. Die Innenseite bekommt eine Poolfolie, üblich sind 0,8 mm Stärke, bei Bedarf auf Wandvlies.

Stahlwandbecken bestehen aus einem verzinkten oder beschichteten Stahlmantel und einer eingehängten Folie. Sie sind die günstigste Variante; eingegraben halten sie aber nur, wenn die Hinterfüllung stimmt. Mehr dazu beim eckigen Stahlwandpool und beim Aufbau eines Stahlwandpools.

Einbau Schritt für Schritt

  1. Genehmigung klären. In vielen Bundesländern sind private Becken bis etwa 100 m³ verfahrensfrei. Abstandsflächen und Bebauungsplan gelten trotzdem. Die Landesbauordnung oder ein Anruf beim Bauamt klärt das.
  2. Baugrube ausheben. Rundherum 30 bis 50 cm Arbeitsraum einplanen. Aushub von 50 m³ und mehr ist keine Handarbeit mehr, hier lohnt ein Minibagger.
  3. Bodenplatte gießen. Auf verdichtetem Schotter eine bewehrte Betonplatte von etwa 15 bis 20 cm. Sie muss absolut waagerecht sein, jeder Zentimeter Gefälle sieht man später an der Wasserlinie. Grundlagen bei der Bodenplatte.
  4. Becken stellen. Fertigwanne einsetzen oder Steine setzen und in Lagen mit Beton verfüllen. Einbauteile wie Skimmer, Einlaufdüsen und Bodenablauf gleich mit einbauen.
  5. Gleichzeitig füllen und hinterfüllen. Beim GFK- und Stahlwandbecken steigen Wasser und Hinterfüllung Lage für Lage gemeinsam, damit der Druck von innen und außen im Gleichgewicht bleibt. Hinterfüllt wird meist mit Magerbeton.
  6. Technik anschließen. Filter, Pumpe, Leitungen – und erst dann Randsteine setzen.

Typische Fehler

  • Grundwasser unterschätzt. Steht Grundwasser hoch, drückt es ein leeres Becken nach oben. Eine GFK-Wanne darf in solchen Gärten nie ganz entleert werden.
  • Hinterfüllung mit Aushub. Loser Lehm setzt sich, die Wand wandert nach außen oder beult ein.
  • Filter zu klein. Die Anlage sollte das gesamte Wasser zwei- bis dreimal täglich umwälzen. Bei 30 m³ heißt das eine Filterleistung von 6 bis 8 m³/h bei realistischen Laufzeiten.
  • Folie ohne Vlies. Jedes Sandkorn unter der Folie wird zur Beule und später zur undichten Stelle.

Filter, Chemie, Abdeckung

Eine Poolwanne ohne Filteranlage kippt in warmen Wochen innerhalb weniger Tage. Standard ist eine Sandfilteranlage mit Quarzsand. Dazu kommen Desinfektion und pH-Regulierung: Der pH-Wert sollte bei etwa 7,0 bis 7,4 liegen, sonst wirkt Chlor schlecht und reizt Augen. Mehr zum Chlor beim Chlorwert im Pool.

Die Abdeckung spart mehr als jede Heizung. Eine Solarplane oder Rollabdeckung verringert Verdunstung und Wärmeverlust über Nacht erheblich. Wie man es richtig macht, steht unter Pool richtig abdecken.

Was eine Poolwanne kostet

Einfache Stahlwand-Sets beginnen bei einigen hundert Euro, Styropor-Bausätze mit Folie und Technik bei etwa 3000 bis 8000 Euro, GFK-Fertigbecken inklusive Einbau durch eine Firma schnell im fünfstelligen Bereich. Hinzu kommen Aushub, Beton, Randsteine und Stromanschluss.

Die laufenden Kosten für Filterstrom, Wasser, Chemie und gegebenenfalls Heizung liegen je nach Größe und Nutzung bei mehreren hundert Euro im Jahr. Eine solare Poolheizung senkt den Heizanteil deutlich, sofern Dachfläche oder ein sonniger Platz vorhanden ist.

Häufige Fragen

Brauche ich für die Poolwanne einen Fachmann?

Den Einbau können handwerklich geübte Heimwerker selbst übernehmen. Für den Stromanschluss der Technik gilt das nicht: Arbeiten am Netz gehören in die Hand einer Elektrofachkraft, und im Poolbereich gelten zusätzliche Schutzvorschriften.

Welches Zubehör braucht eine Poolwanne mindestens?

Filteranlage, Skimmer, Einlaufdüse, Leiter, Abdeckung und Wasserpflegemittel. Ein Bodensauger und ein Kescher machen die Pflege erheblich leichter.

Was sind Alternativen?

Ein Einbaupool mit fertigem Komplettpaket, ein aufgestellter Stahlwandpool oder – für den kleinen Garten – ein Badefass. Günstige Varianten zum Eingraben sind unter günstige Pools zum Eingraben zusammengefasst.

Wie lange hält eine Poolwanne?

GFK-Becken halten bei guter Pflege mehrere Jahrzehnte. Bei Folienbecken hält die Wand ebenso lange, die Folie aber meist 10 bis 15 Jahre – dann wird sie getauscht, nicht das ganze Becken.

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