Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Durchwurfsieb

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür man es braucht
  2. Größen und Bauformen
  3. Die Maschenweite
  4. Das Material
  5. So sieben Sie richtig
  6. Durchwurfsieb, Rollsieb oder Handsieb
  7. Selbst bauen
  8. Häufige Fragen
  9. Typische Fehler

Ein Durchwurfsieb ist ein schräg aufgestelltes Gitter in einem Rahmen, gegen das man Erde, Kompost oder Kies mit der Schaufel wirft. Das Feine fällt hindurch, Steine, Wurzeln und Grobes rollen vorne ab. Die Maschenweite entscheidet über das Ergebnis, der Aufstellwinkel über das Tempo.

Wofür man es braucht

  • Kompost vor dem Ausbringen von groben, noch nicht verrotteten Resten trennen.
  • Gartenerde von Steinen, Wurzeln und Scherben befreien, etwa beim Anlegen eines Rasens oder Hochbeets.
  • Sand und Kies nach Körnung trennen, etwa für Pflasterarbeiten oder Mörtel.
  • Aushub aufbereiten, damit die feine Erde wieder verwendet werden kann.

Für kleine Mengen, etwa Anzuchterde für die Fensterbank, reicht ein Handsieb. Ab einer Schubkarre voll lohnt das Durchwurfsieb.

Größen und Bauformen

BauformTypische GrößePassend für
Handsieb, rund30–45 cm Durchmesserkleine Mengen, Aussaaterde
Durchwurfsieb mit Stütze100 × 60 cm bis 145 × 90 cmKompost, Erde, Sand in Mengen
Schubkarrensiebetwa 100 × 60 cmdirekt in die Karre sieben
Rollsieb, Trommelsiebverschiedengroße Mengen, feuchter Kompost

Große Durchwurfsiebe von 145 × 90 cm schaffen mehr pro Wurf, sind aber sperrig. Für den Hausgarten ist 100 × 60 cm ein guter Kompromiss, weil ein solches Sieb auch auf eine Schubkarre passt. Schubkarrensiebe mit verstellbarer Stütze liegen sicher auf Karren ab etwa 85 Liter Fassungsvermögen.

Die Maschenweite

4 × 4 mmsehr fein, für Aussaaterde und Anzuchtsubstrat
8 × 8 mmfein, für Blumenerde und feinen Kompost
12 × 12 mmmittel, für Gartenkompost und Beeterde
20 × 20 mmgrob, für Mutterboden und Aushub
30 × 30 mm und mehrsehr grob, zum Aussortieren von Steinen und Bauschutt

Es gibt auch rechteckige Maschen, etwa 40 × 22 oder 36 × 17 mm. Sie lassen mehr Material durch und verstopfen weniger, das Ergebnis ist aber gröber. Wer vielseitig arbeiten will, wählt ein Sieb mit austauschbaren Einsätzen oder siebt in zwei Durchgängen: erst grob, dann fein.

Das Material

Verzinkter Stahldraht ist der Standard: stabil, rostgeschützt und günstig. Feuerverzinkt hält länger als galvanisch verzinkt. Edelstahlgewebe ist teurer, dafür nahezu unverwüstlich. Der Rahmen besteht meist aus Stahlrohr oder Holz. Holzrahmen sind leichter, müssen aber trocken gelagert werden. Kunststoffsiebe gibt es vor allem als Handsiebe; für Kies sind sie zu schwach.

Durchwurfsieb
Das Durchwurfsieb ist eine Vorrichtung, die verwendet wird, um Materialien wie Erde oder Kies zu trennen und Verunreinigungen oder unerwünschte Partikel auszusieben. | Foto: natali_ploskaya / Depositphotos.com

So sieben Sie richtig

  1. Aufstellen. Das Sieb mit der Stütze auf festem Boden aufstellen, in einem Winkel von etwa 60 bis 70 Grad zum Boden. Steiler: Das Material prallt ab, bevor es sieben kann. Flacher: Grobes bleibt liegen und muss abgezogen werden.
  2. Plane unterlegen. Eine Plane oder ein Brett vor und hinter dem Sieb erleichtert das Aufnehmen des gesiebten Materials.
  3. Werfen, nicht schütten. Mit einer Schaufel das Material in weitem Bogen gegen das obere Drittel des Siebs werfen. So verteilt es sich über die ganze Fläche.
  4. Grobes abräumen. Was vor dem Sieb liegen bleibt, regelmäßig wegschaufeln, bevor es sich staut.
  5. Seite wechseln. Bei zwei Maschenweiten erst grob, dann das Durchgefallene nochmals fein sieben.

Trockenes Material siebt sich deutlich besser. Nasser Kompost oder lehmige Erde verklebt die Maschen. Wer sie trotzdem sieben muss, sollte das Material ein paar Tage abgedeckt trocknen lassen oder ein Trommelsieb verwenden.

Durchwurfsieb, Rollsieb oder Handsieb

Das Durchwurfsieb ist schnell und einfach, verlangt aber Schwung und Kraft. Ein Rollsieb oder Trommelsieb arbeitet schonender, weil das Material durch Drehen gesiebt wird, und kommt mit feuchtem Kompost besser zurecht. Ein Handsieb oder Kompostsieb im kleinen Format ist ideal für Pflanzerde. Einen Überblick über alle Bauarten gibt der Beitrag Gartensieb.

Selbst bauen

Ein Durchwurfsieb lässt sich einfach selbst bauen: Aus vier Dachlatten oder Kanthölzern einen Rahmen von etwa 100 × 60 cm schrauben, verzinktes Drahtgitter mit der gewünschten Maschenweite mit Tackerklammern und einer aufgeschraubten Leiste befestigen, zwei Stützlatten mit Scharnieren anbringen. Die Materialkosten liegen meist unter 30 Euro. Achten Sie darauf, dass das Gitter straff sitzt – ein durchhängendes Gitter reißt an den Klammern aus.

Häufige Fragen

Welche Maschenweite brauche ich für Kompost?

Für Beete genügen 10 bis 15 mm. Für Anzuchterde und Rasen-Topdressing sieben Sie auf 5 bis 8 mm.

Typische Fehler

  • Zu feines Sieb für den ersten Durchgang. Die Maschen verstopfen sofort. Erst grob, dann fein.
  • Sieb zu steil gestellt. Das Material springt ab, statt durchzufallen.
  • Kein fester Stand. Auf weichem Boden kippt das Sieb beim ersten kräftigen Wurf. Stützen in den Boden drücken oder mit einem Stein sichern.
  • Ohne Handschuhe gesiebt. In Aushub stecken Scherben, Nägel und Drahtreste.

Wie viel schafft man in einer Stunde?

Das hängt stark vom Material und der Maschenweite ab. Trockene, lockere Erde geht schnell, nasser Kompost oder feine Maschen bremsen erheblich.

Wohin mit dem Siebrest?

Grobe Kompostreste kommen zurück auf den Komposthaufen, Steine lassen sich für Drainageschichten oder Wege verwenden. Bauschutt gehört in die Entsorgung.

Das könnte Sie auch interessieren