Teichschlammsauger

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Ein Teichschlammsauger holt den Faulschlamm vom Grund, ohne dass Sie den Teich ablassen müssen. Das Gerät selbst ist schnell erklärt – über Erfolg oder Schaden entscheidet, wann, wie viel und wie vorsichtig Sie saugen. Ein Teich, der an einem Nachmittag komplett blank gesaugt wird, braucht danach eine Saison, um sich zu erholen.
Woran Sie erkennen, dass es Zeit ist
Eine dünne Schlammschicht gehört zu jedem Teich. In ihr leben Bakterien, Kleinkrebse und Insektenlarven, die organisches Material abbauen. Kritisch wird es, wenn
- der Schlamm dicker als etwa 5 bis 10 cm ist (mit einem Stab an mehreren Stellen messen),
- beim Aufwirbeln Blasen aufsteigen und es nach faulen Eiern riecht,
- das Wasser trotz Filter dauerhaft trüb bleibt oder die Algenblüte jedes Jahr früher kommt,
- Seerosen und Unterwasserpflanzen kümmern.
Der Geruch nach faulen Eiern ist Schwefelwasserstoff aus sauerstofffreiem Faulschlamm. Er ist für Fische giftig.
Der richtige Zeitpunkt
Die besten Zeitfenster sind der Frühherbst und das zeitige Frühjahr. Im September und Oktober ist der Großteil der Tiere noch aktiv und kann ausweichen, Amphibien haben das Wasser meist verlassen, und Sie entfernen den Schlamm, bevor das Herbstlaub neuen bringt.
Im Frühjahr sollten Sie saugen, sobald das Wasser etwas wärmer ist, aber vor der Laichzeit von Fröschen und Kröten ab März oder April. Im Winter bleibt der Sauger weg: Fische und Amphibien überwintern im Bodenbereich und würden aus der Winterruhe gerissen. Im Hochsommer ist das Wasser warm und sauerstoffarm; aufgewirbelter Schlamm verbraucht zusätzlich Sauerstoff.
Nie alles auf einmal
Saugen Sie höchstens ein Drittel bis die Hälfte der Teichfläche pro Durchgang und lassen Sie dazwischen einige Wochen Pause. So bleiben Mikroorganismen und Kleintiere erhalten, die den Teich wieder besiedeln. Auch in den abgesaugten Bereichen muss nicht die letzte Flocke weg; ein bis zwei Zentimeter dürfen liegen bleiben.
Auf Pflanzkörben und in Pflanzzonen saugen Sie behutsam oder gar nicht. Dort ist der Schlamm Nährboden.
Das Vorgehen Schritt für Schritt
- Gerät am Ufer aufstellen, standsicher und nicht höher als nötig über dem Wasserspiegel.
- Ablauf klären. Schlauch in ein Beet, auf den Rasen oder in einen Filtersack legen.
- Saugrohr zusammenstecken, lieber ein Segment zu lang als zu kurz. Ein Klarsichtstück zeigt, ob Schlamm oder nur Wasser kommt.
- Langsam arbeiten. Die Düse knapp über den Grund führen, nicht hineinstechen. In Bahnen von der flachen zur tiefen Zone.
- Behälter kontrollieren bei jeder Entleerung. Libellenlarven, Molche, Kaulquappen und kleine Fische zurücksetzen.
- Pausen machen, damit sich aufgewirbeltes Material absetzen kann und Sie sehen, wo Sie schon waren.
Die Teichfolie schonen
Folienteiche sind empfindlicher, als sie aussehen. Eine scharfkantige Düse oder ein zu kräftig aufgedrücktes Rohr kann die Folie beschädigen, besonders an Falten und über Steinen. Verwenden Sie für Folienteiche Düsen mit abgerundeten Kanten oder Bürstendüsen, und drücken Sie nicht. Bei Fertigteichen aus Kunststoff ist das Risiko geringer, aber Kratzer bieten Algen Halt.
Wasser ersetzen
Mit dem Schlamm verlässt viel Wasser den Teich. Ersetzen Sie es am besten mit Regenwasser. Leitungswasser bringt je nach Region Nitrat, Phosphat und Kalk mit, genau die Stoffe, die das Algenwachstum fördern. Wenn es Leitungswasser sein muss, langsam und in kleinen Mengen nachfüllen, damit Temperatur und Wasserwerte sich nicht schlagartig ändern. Als Faustregel sollte nicht mehr als ein Fünftel des Wassers auf einmal getauscht werden.
Wohin mit dem Schlamm
Teichschlamm ist nährstoffreich und ein guter Dünger. Lassen Sie ihn einige Tage an der Luft abtrocknen, dann verliert er den Geruch. Anschließend kann er in dünnen Schichten auf den Kompost oder als Bodenverbesserer unter Sträucher und in Gemüsebeete.
Schlammwasser darf nicht in Bäche, Gräben oder den Straßenablauf. Wer sehr große Mengen hat oder den Verdacht, dass der Schlamm belastet ist (etwa durch Straßenabwässer), fragt bei der Kommune nach dem richtigen Entsorgungsweg.
Welches Gerät für welchen Teich
Die meisten Teichschlammsauger im Hobbybereich nehmen 1.100 bis 1.800 W auf und saugen bis etwa 2 m Tiefe. Für kleine Teiche genügt ein Einkammergerät, das abwechselnd saugt und entleert. Für mittlere und große Teiche lohnt ein Zweikammersauger, der fast durchgehend arbeitet. Einen Überblick über die Bauarten und das Zubehör gibt der Beitrag Teichsauger.
Wer nur alle zwei Jahre entschlammt, leiht das Gerät besser im Baumarkt oder bei einer Gerätevermietung.
Vorbeugen ist billiger als saugen
Weniger Schlamm entsteht, wenn weniger organisches Material in den Teich gelangt. Ein Teichnetz im Herbst hält das Laub ab, ein Teichskimmer holt Pollen und Blütenblätter von der Oberfläche, bevor sie absinken. Sparsam füttern: Was die Fische nicht in wenigen Minuten fressen, wird zu Schlamm. Und ein ausreichend großer Teichfilter hält Schwebstoffe zurück.
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Teich entschlammt werden?
Ein naturnaher Teich mit wenig Laubeintrag kommt mit einer Entschlammung alle paar Jahre aus. Fischteiche unter Bäumen brauchen oft jedes Jahr eine.
Schadet das Absaugen den Fischen?
Nicht, wenn Sie abschnittsweise und langsam arbeiten. Kritisch ist der aufgewirbelte Faulschlamm, der Sauerstoff verbraucht. Bei empfindlichem Besatz während und nach dem Saugen belüften.
Kann ich den Teich stattdessen ablassen?
Das ist die große Lösung und für die Tiere erheblich belastender. Sie ist nur sinnvoll, wenn der Teich ohnehin saniert oder die Folie repariert werden muss.


