Blumentreppe selber bauen

Inhalt10 Abschnitte
Eine Blumentreppe ist ein dankbares Einsteigerprojekt: ein paar Kanthölzer, drei Bretter, Schrauben und ein Nachmittag. Der Vorteil gegenüber einer gekauften: Sie passt genau in die Ecke und genau zu den Töpfen, die Sie schon haben. Planen Sie deshalb vom Topf aus, nicht vom Holz – die Stufentiefe richtet sich nach dem größten Topf, der darauf stehen soll.
Vorher planen
Messen Sie den Platz: Breite, Tiefe und die Höhe, bis zu der die Treppe reichen darf. Dann die Töpfe: Durchmesser des größten Topfes für jede Stufe. Eine Stufe sollte mindestens so tief sein wie der Topf, besser 2 bis 3 cm mehr. Zwischen den Stufen brauchen die Pflanzen Luft nach oben, 20 bis 30 cm Höhenabstand sind üblich. Eine Treppe mit drei Stufen, 80 cm Breite und rund 80 cm Höhe passt auf die meisten Balkone.
Das richtige Holz
Für draußen eignen sich Lärche, Douglasie oder kesseldruckimprägnierte Kiefer. Lärche und Douglasie sind von Natur aus recht witterungsbeständig und vergrauen ohne Anstrich silbrig. Kesseldruckimprägniertes Holz ist günstig und lange haltbar. Hinweise zur Behandlung stehen unter Kesseldruckimprägniertes Holz streichen. Für drinnen genügt Fichte oder Kiefer aus dem Baumarkt, gern als Leimholz. Spanplatten und MDF sind auch innen ungeeignet: Sie quellen, sobald Gießwasser daneben geht.
Materialliste für drei Stufen
| Beine | 4 Kanthölzer 45 × 45 mm, je etwa 90 cm lang |
| Auflageleisten | 6 Latten 24 × 48 mm, Länge wird am Werkstück abgenommen |
| Stufen | 3 Bretter oder je 2 Terrassendielen, 80 cm lang, Tiefe nach Topfgröße |
| Querverbindung hinten | 1 Latte 24 × 48 mm, etwa 85 cm lang |
| Schrauben | Edelstahl A2, Senkkopf, 4 × 50 mm und 5 × 70 mm |
| Sonstiges | Holzleim wasserfest (D3), Schleifpapier Körnung 80 und 120, Lasur oder Öl für draußen |
Nehmen Sie draußen nur Edelstahlschrauben. Verzinkte Schrauben rosten in Lärche und Eiche und hinterlassen schwarze Flecken, weil die Gerbsäure im Holz das Zink angreift.
Das Werkzeug
Sie brauchen eine Säge, am besten eine Kappsäge für gerade und winkelgenaue Schnitte, einen Akkuschrauber mit Holzbohrer und Senker, Zollstock, Winkel, Bleistift, Wasserwaage und zwei Schraubzwingen. Ein Schwingschleifer spart Zeit, Schleifpapier auf einem Holzklotz tut es auch. Wer keine Säge hat, lässt sich die Teile im Baumarkt zuschneiden.
Bauen Schritt für Schritt
- Beine ablängen. Alle vier Kanthölzer gleich lang sägen, Kanten leicht brechen.
- Seitenteile legen. Je ein Bein senkrecht als Rückseite, eines schräg als Vorderseite, oben aufeinander zu laufend wie ein halbes A. Unten stehen sie etwa 50 bis 60 cm auseinander. Beide Seitenteile müssen exakt gleich werden, legen Sie sie deshalb aufeinander.
- Auflageleisten anzeichnen. In der gewünschten Stufenhöhe, etwa 25, 50 und 75 cm, jeweils eine Latte waagerecht über beide Beine legen, mit der Wasserwaage ausrichten und die Länge am Bein anzeichnen.
- Leisten verschrauben. Mit je zwei Schrauben 4 × 50 mm pro Bein, vorgebohrt, Leim in die Fuge. Überstand bündig absägen.
- Seitenteile verbinden. Die Querlatte hinten oben zwischen die beiden senkrechten Beine schrauben. Sie hält die Treppe im Winkel.
- Stufen auflegen und von oben mit den Auflageleisten verschrauben, zwei Schrauben je Seite. Bei Dielen zwischen den Brettern 5 mm Fuge lassen, damit Wasser abläuft.
- Schleifen und behandeln. Kanten verrunden, Oberflächen glätten, für draußen ölen oder lasieren. Stirnholz an den Beinfüßen besonders gründlich behandeln, dort zieht die Feuchte ein.
Standsicherheit
Prüfen Sie die fertige Treppe, indem Sie oben mit der Hand nach vorne drücken. Kippelt sie, ist der Fuß zu schmal oder die Treppe zu hoch. Abhilfe schafft eine zusätzliche Querlatte unten oder eine Befestigung an Wand oder Geländer mit einem Metallwinkel. Auf dem Balkon gehören hohe Treppen immer gesichert, ein Windstoß in einer vollen Treppe hebelt erstaunlich stark.
Gestaltung
Wer es schlicht mag, lässt Lärche unbehandelt vergrauen. Farbige Lasuren in Grau, Weiß oder Taubenblau passen zu modernen Balkonen. Für ein rustikales Aussehen lassen sich Paletten- oder Gerüstbretter als Stufen verwenden, vorausgesetzt, sie sind sauber und unbehandelt. Ein paar Haken an der Seite nehmen Gießkanne und Gartenschere auf.
Typische Fehler
- Stufen zu schmal für die vorhandenen Töpfe. Der Topf steht mit dem Rand über der Kante.
- Ohne Vorbohren geschraubt. Hartholz wie Lärche reißt an der Kante.
- Beine direkt auf nassem Boden. Das Stirnholz saugt Wasser. Kleine Kunststoffgleiter oder Filzgleiter für draußen halten es trocken.
- Seitenteile ungleich. Schon 1 cm Unterschied macht die Stufen schief. Beide Seitenteile deshalb übereinander bauen.
Varianten
Für eine Ecke bauen Sie zwei schmale Treppen und stellen sie im rechten Winkel zueinander. Für Kräuter lassen sich statt Brettern Pflanzkästen einhängen, dann entsteht eine Pflanzentreppe. Eine gekaufte Lösung mit Überblick über Bauformen und Materialien beschreibt der Artikel Blumentreppe.
Häufige Fragen
Was kostet das Material?
Für eine Treppe mit drei Stufen aus Lärche rechnen Sie mit 40 bis 80 Euro für Holz und Schrauben, aus Fichte für drinnen mit etwa der Hälfte.
Wie lange dauert der Bau?
Mit zugeschnittenem Holz einen Nachmittag, dazu die Trocknungszeit für Öl oder Lasur.
Kann ich die Treppe zerlegbar bauen?
Ja, wenn Sie die Stufen nur schrauben und nicht leimen. Dann lässt sie sich im Winter platzsparend verstauen.



