Tiefbrunnenpumpe
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Eine Tiefbrunnenpumpe hängt unten im Brunnenrohr, direkt im Wasser, und drückt das Wasser nach oben. Sie ist die Lösung für jeden Brunnen, bei dem der Wasserspiegel tiefer als etwa 7 bis 8 m liegt. Dort scheitert jede saugende Pumpe an der Physik – eine drückende Pumpe nicht.
Warum saugen nur bis 8 m geht
Eine Garten- oder Brunnenpumpe, die oben steht, erzeugt in der Saugleitung einen Unterdruck. Hochgedrückt wird das Wasser vom Luftdruck, und der reicht theoretisch für etwa 10 m Wassersäule. Reibung und Undichtigkeiten ziehen davon ab, in der Praxis ist bei 7 bis 8 m Schluss.
Die Tiefbrunnenpumpe umgeht das Problem: Sie sitzt unterhalb des Wasserspiegels und muss gar nicht saugen. Sie drückt das Wasser mit mehreren hintereinander geschalteten Laufrädern nach oben – und das über Höhen von 50, 80 oder mehr Metern.
3 Zoll oder 4 Zoll
Tiefbrunnenpumpen sind schlanke Rohre, deren Durchmesser zum Brunnenrohr passen muss.
| 3-Zoll-Pumpe | 4-Zoll-Pumpe | |
| Außendurchmesser Pumpe | etwa 75 mm | etwa 95–100 mm |
| Brunnenrohr innen | ab etwa 80 mm | ab etwa 100 mm, besser mehr |
| Typische Fördermenge | bis etwa 3–4 m³/h | bis etwa 6–10 m³/h und mehr |
| Einsatz | Gartenbewässerung, schmale Bohrbrunnen | Hauswasser, große Flächen, mehrere Verbraucher |
Maßgeblich ist der Innendurchmesser des Brunnenrohrs. Ein paar Millimeter Luft ringsum sind nötig, damit die Pumpe nicht klemmt und Wasser um den Motor strömen kann. Die Werte hängen stark vom Modell ab; das Datenblatt zeigt die Kennlinie.
Förderhöhe richtig rechnen
Die nötige Förderhöhe setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:
- Tiefe des Wasserspiegels im Betrieb – nicht in Ruhe. Beim Pumpen sinkt der Spiegel ab, oft um mehrere Meter.
- Höhenunterschied vom Brunnenkopf bis zur höchsten Zapfstelle.
- Betriebsdruck am Verbraucher: 10 m je bar. Ein Rasensprenger mit 2,5 bar braucht 25 m.
- Reibungsverluste in Steigleitung und Schlauch, grob 1 m je 10 m Leitung.
Beispiel: Wasserspiegel im Betrieb bei 15 m, Garten 1 m höher als der Brunnenkopf, 3 bar am Regner, 40 m Schlauch. Macht 15 + 1 + 30 + 4 = 50 m Förderhöhe. Die Pumpe muss bei 50 m noch die gewünschte Menge liefern – das zeigt die Kennlinie, nicht die Maximalangabe.
Der Brunnen gibt das Tempo vor
Eine Pumpe darf nicht mehr fördern, als der Brunnen nachliefert. Sonst sinkt der Wasserspiegel bis zur Pumpe, sie zieht Luft und läuft trocken. Wie viel ein Brunnen hergibt, zeigt ein Pumpversuch nach dem Bohren. Viele Gartenbrunnen liefern 1 bis 3 m³/h; eine Pumpe mit 8 m³/h ist dann nicht besser, sondern gefährlich für sich selbst.
Einbau Schritt für Schritt
- Einbautiefe festlegen. Die Pumpe hängt unter dem abgesenkten Wasserspiegel, aber mindestens 0,5 bis 1 m über dem Brunnenboden, damit sie keinen Sand ansaugt.
- Steigleitung anschließen, meist PE-Rohr mit 1 bis 1¼ Zoll. Ein Rückschlagventil direkt über der Pumpe hält die Leitung gefüllt; viele Pumpen haben es eingebaut.
- Sicherungsseil aus Edelstahl an den Ösen der Pumpe befestigen. Niemals an Kabel oder Rohr hängen lassen.
- Kabel mit Kabelbindern alle 2 bis 3 m locker an die Steigleitung binden.
- Pumpe langsam ablassen, Seil oben am Brunnenkopf fest verankern.
- Anschluss an Hauswasserautomat, Druckschalter oder Steuerung.
Trockenlaufschutz und Steuerung
Tiefbrunnenpumpen werden vom umströmenden Wasser gekühlt. Laufen sie ohne Wasser, sind sie in kurzer Zeit zerstört. Ein Trockenlaufschutz ist deshalb Pflicht: als Schwimmerschalter oder als Elektronik, die am Stromverbrauch erkennt, dass kein Wasser mehr kommt.
Für den Betrieb mit Druck an Zapfstellen kombiniert man die Pumpe mit einem Druckschalter und einem Druckkessel. Der Kessel sorgt dafür, dass die Pumpe nicht bei jedem Glas Wasser anspringt. Das Prinzip kennen Sie vom Hauswasserwerk.
Strom und Sicherheit
Pumpen für den Garten laufen meist an 230 V, große 4-Zoll-Pumpen auch an Drehstrom. Die Leitung zur Pumpe ist ein fester Anschluss im Außenbereich mit Fehlerstrom-Schutzschalter. Diese Installation gehört in die Hände einer Elektrofachkraft, auch wenn Sie die Pumpe selbst einbauen.
Sand und Wasserqualität
Neue Brunnen fördern anfangs oft Sand. Viele Pumpen vertragen eine gewisse Sandmenge, die im Datenblatt in Gramm je Kubikmeter steht. Wer viel Sand hat, lässt den Brunnen vor dem Pumpeneinbau klarpumpen oder setzt eine besonders sandfeste Pumpe ein. Eisenhaltiges Brunnenwasser hinterlässt rostbraune Flecken an Wänden und Pflaster; ein Filter hilft nur begrenzt. Trinkwasser ist Brunnenwasser erst nach einer Laboruntersuchung.
Anmeldung nicht vergessen
Einen Brunnen zu bohren und Grundwasser zu entnehmen, ist in Deutschland meist anzeigepflichtig, teils genehmigungspflichtig. Zuständig ist die untere Wasserbehörde des Kreises. Die Regeln sind Ländersache; fragen Sie vor dem Bohren nach.
Häufige Fragen
Was kostet eine Tiefbrunnenpumpe?
Einfache 3-Zoll-Pumpen gibt es ab etwa 150 Euro, solide Edelstahlpumpen 300 bis 700 Euro, große 4-Zoll-Anlagen mit Steuerung deutlich mehr.
Erleichtert ein enges Brunnenrohr der Pumpe die Arbeit?
Nein. Manchmal liest man, enge Brunnen hülfen der Pumpe durch Kapillarwirkung. Das ist falsch. Kapillarkräfte spielen in einem Brunnenrohr keine Rolle; entscheidend sind Förderhöhe und Reibung.
Kann ich eine Tiefbrunnenpumpe in eine Zisterne hängen?
Das geht, ist aber unnötig teuer. Für Zisternen gibt es eigene Zisternenpumpen mit Schwimmschalter.


