Fallarmmarkise
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Eine Fallarmmarkise hat zwei Arme, die seitlich an der Wand gelagert sind und beim Ausfahren nach unten und außen schwenken. Das Tuch hängt schräg vor Fenster oder Balkon und schützt vor hoch und tief stehender Sonne gleichermaßen – ohne den Blick ganz zu verdecken. Sie ist die klassische Fenstermarkise und bei kleinen Balkonen oft die einzige Lösung, die passt.
Wie sie funktioniert
Oben an der Wand sitzt die Tuchwelle, meist in einer Kassette oder unter einem Schutzdach. An beiden Seiten sind die Fallarme gelenkig befestigt, am unteren Ende tragen sie das Ausfallprofil. Beim Abrollen schwenken die Arme durch das Gewicht oder durch Federn nach außen und ziehen das Tuch mit. Beim Einfahren wickelt die Welle das Tuch auf und zieht die Arme zurück an die Wand.
Die Arme lassen sich in einem Schwenkbereich einstellen, der je nach Modell typischerweise von senkrecht nach unten bis zu einem Winkel deutlich über die Waagerechte hinaus reicht. In der Praxis wird die Markise meist zwischen etwa 90 und 140 Grad zur Wand betrieben.
Wofür sie sich eignet
| Markisentyp | Typischer Einsatz |
| Fallarmmarkise | Fenster, kleine Balkone, Schaufenster |
| Gelenkarmmarkise | Terrassen und große Balkone mit weitem Ausfall |
| Vertikalmarkise | senkrechter Sicht- und Sonnenschutz, Wintergarten |
| Standmarkise | Mietwohnung ohne Bohren |
Fallarmmarkisen haben einen geringen Ausfall, meist unter einem Meter. Für eine Terrasse sind sie deshalb zu klein, für ein Fenster dagegen ideal: Sie beschatten die Scheibe von außen, und genau das hält die Wärme draußen. Ein außenliegender Sonnenschutz ist innenliegenden Rollos dabei deutlich überlegen, weil die Sonnenenergie gar nicht erst durch das Glas kommt.
Der richtige Neigungswinkel
Stellen Sie die Arme so ein, dass das Tuch mindestens etwa 15 Grad Gefälle hat. Bei flacherer Stellung sammelt sich Regenwasser im Tuch, es bilden sich Wassersäcke, die das Gewebe dauerhaft ausbeulen und im schlimmsten Fall Arme und Welle verbiegen. Die meisten Fallarmmarkisen sind ohnehin nicht als Regenschutz gedacht. Fahren Sie sie bei Regen ein oder lassen Sie sie so steil stehen, dass Wasser sicher abläuft.
Bedienung
- Kurbel. Günstig, zuverlässig, von innen durch einen Wanddurchgang oder direkt am Fenster bedient.
- Federzug. Einfach, aber bei großen Markisen schwergängig.
- Elektromotor. Rohrmotor in der Welle, per Schalter oder Funk. Komfortabel, besonders bei mehreren Fenstern.
- Smart Home. Motorische Markisen lassen sich zeitgesteuert oder nach Sonnenstand fahren.
Den Stromanschluss eines Motors in der Hauswand übernimmt eine Elektrofachkraft. Nachrüstbare Funkmotoren mit Steckernetzteil gibt es für einige Systeme.
Windwächter und Sensoren
Eine ausgefahrene Markise ist ein Segel. Bei Wind entstehen erhebliche Kräfte an Armen und Dübeln. Ein Windwächter misst die Windgeschwindigkeit und fährt eine motorisierte Markise automatisch ein, bevor Schaden entsteht. Sonnensensoren fahren sie bei Sonne aus, Regensensoren bei Niederschlag ein.
Die Norm DIN EN 13561 teilt Markisen in Windwiderstandsklassen ein. Der Hersteller gibt an, bis zu welcher Windstärke die Markise ausgefahren bleiben darf. Richten Sie sich danach, und fahren Sie ohne Sensor im Zweifel lieber ein.
Das Tuch
Üblich sind Acrylgewebe, die spinndüsengefärbt sind und dadurch lange farbecht bleiben, oder Polyestergewebe. Helle Tücher lassen mehr Licht durch und heizen sich weniger auf, dunkle schützen besser vor Blendung. Screengewebe sind halb durchsichtig und erlauben den Blick nach außen. Waschen Sie das Tuch nur mit klarem Wasser und weicher Bürste, und lassen Sie es vor dem Einfahren trocknen – nass aufgerollt stockt es.
Pflege und Winter
Fahren Sie die Markise einmal im Frühjahr vollständig aus und prüfen Sie Gelenke, Tuch und Befestigung. Die Gelenke der Fallarme vertragen einen Tropfen Silikonspray, aber kein Öl, das Staub bindet und aufs Tuch tropft. Im Winter bleibt die Markise eingefahren; eine Kassette schützt das aufgerollte Tuch vor Schmutz und Feuchtigkeit. Nie bei Frost ausfahren, wenn das Tuch feucht ist – angefrorenes Gewebe reißt. Kleine Löcher lassen sich mit Reparaturklebeband für Markisenstoff flicken, größere Schäden rechtfertigen meist ein neues Tuch, das der Fachhandel auf Maß näht.
Montage
Die Konsolen werden über dem Fenster in tragfähigem Mauerwerk befestigt, mit Dübeln, die für den Wandbaustoff zugelassen sind. Bei Wärmedämmverbundsystemen braucht es spezielle Montagesysteme, die die Last durch die Dämmung ins Mauerwerk leiten. Normale Dübel in der Dämmung halten nicht. In Mietwohnungen und bei Eigentümergemeinschaften ist vorher die Zustimmung einzuholen, weil die Markise die Fassade verändert. Weitere Hinweise finden Sie unter Balkonmarkisen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Fallarmmarkise?
Einfache Modelle mit Kurbel für ein Fenster gibt es ab etwa 100 Euro, Maßanfertigungen mit Kassette und Motor kosten mehrere hundert Euro je Fenster, zuzüglich Montage.
Kann ich sie bei Wind ausgefahren lassen?
Nur bis zur Windwiderstandsklasse, die der Hersteller angibt. Ein Windwächter nimmt Ihnen die Entscheidung ab.
Welche Markise für die Terrasse?
Für große Flächen eignen sich Gelenkarm- oder Pergolamarkisen. Einen Überblick gibt Markisen für Garten, Balkon und Terrasse.



