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Heimwerker-Berater

Baukleber

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Baukleber
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Baukleber ist
  2. Wofür er eingesetzt wird
  3. Der Untergrund entscheidet
  4. Anrühren
  5. Dämmplatten richtig kleben
  6. Armieren
  7. Wetter und Temperatur
  8. Sicherheit
  9. Verbrauch und Lagerung
  10. Häufige Fragen

Mit Baukleber ist meist ein mineralischer Klebemörtel gemeint, der als Pulver im Sack verkauft wird und vor allem Dämmplatten an der Fassade hält. Viele Produkte dienen zugleich als Armierungsmörtel, in den das Gewebe eingebettet wird. Er klebt zuverlässig – aber nur auf einem tragfähigen, sauberen Untergrund und nur mit ausreichend Kontaktfläche.

Was Baukleber ist

Baukleber besteht aus Zement, Kalk, feinem Sand und Zusätzen, die die Haftung und Verarbeitbarkeit verbessern. Die Körnung liegt meist bei 0 bis etwa 0,6 mm, damit er sich glatt aufziehen lässt. Nach dem Anrühren mit Wasser härtet er wie ein Mörtel aus und bildet eine feste, wasserbeständige Verbindung.

Nicht zu verwechseln ist er mit den Montageklebern aus der Kartusche, die im Baumarkt ebenfalls als Baukleber verkauft werden. Diese sind Kunststoffkleber auf Polymer- oder Lösemittelbasis für Leisten, Platten und kleine Bauteile. Wer Beton- oder Steinteile verbinden will, findet mehr unter Betonkleber.

Wofür er eingesetzt wird

  • Wärmedämmverbundsystem. Kleben von Dämmplatten aus Polystyrol oder Mineralwolle auf Mauerwerk und Putz, je nach Freigabe des Herstellers.
  • Armierungsschicht. Einbetten des Armierungsgewebes auf den Dämmplatten als Unterlage für den Oberputz.
  • Innendämmung und Sockel. Kleben von Dämm- oder Sockelplatten, sofern das Produkt dafür ausgewiesen ist.
  • Ausbessern. Kleinere Unebenheiten auf mineralischen Untergründen.

Nicht jeder Kleber passt zu jedem Dämmstoff. Das System aus Kleber, Dämmstoff, Gewebe und Putz sollte vom selben Hersteller stammen, weil die Zulassung sich auf das Zusammenspiel bezieht. Welche Dämmstoffe es gibt, zeigt ökologische Dämmstoffe für die Fassade.

Baukleber als Klebemoertel
Baukleber als Klebemoertel. | Foto: photography33 / Depositphotos.com

Der Untergrund entscheidet

Die Fassade muss tragfähig, trocken, sauber und frei von Trennmitteln sein. Lose Putzteile, Moos, alte Farbschichten, die sich abziehen lassen, und Staub verhindern die Haftung. Ein einfacher Test: Ein Streifen Klebeband fest andrücken und ruckartig abziehen. Hängt Farbe oder Sand daran, muss vorbehandelt werden. Stark saugende Untergründe werden vorher grundiert, sonst entzieht die Wand dem Kleber das Wasser, bevor er abbinden kann.

Anrühren

Der Kleber wird in sauberes, kaltes Wasser eingestreut und mit einem Rührquirl gemischt, bis er klumpenfrei ist. Die Wassermenge steht auf dem Sack; sie wird für 25 kg in Litern angegeben und sollte eingehalten werden.

  1. Wasser vorlegen, Pulver unter Rühren zugeben.
  2. Drei bis fünf Minuten mischen, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.
  3. Reifezeit abwarten, meist etwa fünf Minuten.
  4. Noch einmal kurz durchrühren. Erst jetzt hat der Kleber seine endgültige Konsistenz.
  5. Innerhalb der Verarbeitungszeit aufbrauchen. Angesteiften Kleber nicht mit Wasser wieder aufrühren.

Dämmplatten richtig kleben

Die übliche Methode heißt Wulst-Punkt-Verfahren: Ein umlaufender Kleberwulst am Plattenrand und zwei bis drei Batzen in der Mitte. Der Randwulst verhindert, dass Luft hinter der Platte zirkuliert; die Punkte gleichen Unebenheiten aus. Mindestens 40 % der Plattenfläche müssen Kontakt zur Wand haben. Auf sehr ebenen Untergründen kann der Kleber auch vollflächig mit einer Zahntraufel aufgezogen werden.

Die Platten werden im Verband von unten nach oben gesetzt, fest angedrückt und mit der Richtlatte ausgerichtet. Kein Kleber in die Fugen zwischen den Platten – er bildet dort eine Wärmebrücke, die sich später als dunkler Streifen auf der Fassade abzeichnet.

Armieren

Nach dem Aushärten des Klebers und gegebenenfalls dem Dübeln wird die Armierungsschicht aufgezogen. Das Gewebe wird in den frischen Mörtel gedrückt, sodass es im äußeren Drittel liegt, und die Bahnen überlappen sich um etwa 10 cm. An Fenster- und Türecken kommen zusätzliche Diagonalstreifen hinzu, damit dort keine Risse entstehen.

Wetter und Temperatur

Verarbeitet wird bei Luft- und Untergrundtemperaturen von etwa +5 bis +30 °C. Direkte Sonne, starker Wind und Regen während der Abbindezeit schaden; ein Gerüstnetz schützt. Frost in den ersten Tagen zerstört die Festigkeit, deshalb ist spätes Herbstwetter mit Nachtfrost ein Grund zu warten.

Sicherheit

Baukleber ist zementhaltig und reagiert mit Wasser stark alkalisch. Er kann Haut reizen und Augen schwer schädigen. Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht, beim Einstreuen des Pulvers entsteht Staub, der nicht eingeatmet werden sollte. Spritzer auf der Haut sofort abwaschen, im Auge sofort mit viel Wasser spülen und einen Arzt aufsuchen.

Verbrauch und Lagerung

Ein 25-kg-Sack ergibt angerührt etwa 20 Liter Mörtel. Beim Kleben von Dämmplatten rechnet man je nach Untergrund mit einigen Kilogramm je Quadratmeter, beim Armieren ähnlich. Die Angaben des Herstellers sind maßgeblich. Säcke trocken und auf Paletten lagern; angebrochene Säcke gut verschließen, denn Feuchtigkeit lässt das Pulver klumpen.

Häufige Fragen

Kann ich mit Baukleber Fliesen verlegen?

Nein, dafür gibt es Fliesenkleber mit passenden Eigenschaften; siehe Fliesenkleber auftragen.

Wie lange muss der Kleber aushärten, bevor gedübelt wird?

Meist mindestens einen Tag, bei kühlem Wetter länger. Das Datenblatt nennt die Frist.

Hält Baukleber auf Holz?

Mineralischer Baukleber ist für Holz meist nicht geeignet, weil Holz arbeitet. Für Holzuntergründe gibt es eigene Systeme; im Zweifel auf die Freigabe des Herstellers achten. Eine allgemeine Einführung bietet Wärmedämmung: Wie lässt sich das Thema angehen?

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