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Heimwerker-Berater

Bewässerungssystem für den Garten

Gartenvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Bewässerungssystem für den Garten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Varianten
  2. Durchfluss und Druck messen
  3. In Zonen denken
  4. Leitungen und Verlegung
  5. Wasser aus Regentonne oder Brunnen
  6. Aufbau Schritt für Schritt
  7. Typische Fehler
  8. Winterfest machen
  9. Was es kostet
  10. Häufige Fragen

Ein Bewässerungssystem verteilt Wasser über feste Leitungen gezielt dorthin, wo Pflanzen es brauchen: tropfenweise an die Wurzeln im Beet, fein verteilt auf den Rasen. Es spart Zeit und, richtig geplant, auch Wasser. Der wichtigste Planungsschritt ist unspektakulär: messen, wie viel Wasser Ihr Hahn überhaupt liefert. Daran scheitern die meisten Systeme aus dem Baumarkt.

Die Varianten

SystemFürEigenschaft
TropfbewässerungBeete, Hecken, KübelWasser direkt an die Wurzel, sehr sparsam
PerlschlauchReihen, Hecken, Gemüseporöser Schlauch schwitzt auf ganzer Länge
Sprühdüsen und RegnerRasen, flächige Bepflanzungdeckt große Flächen ab, höhere Verdunstung
VersenkregnerRasenfest eingebaut, fährt beim Gießen aus
Solar-TropfsystemBalkon, GewächshausPumpe aus Tank oder Regentonne, kein Wasseranschluss nötig

Tropfsysteme sind die sparsamste Variante, weil kaum Wasser verdunstet und nichts auf Wegen landet. Für den Rasen führt dagegen kein Weg an Regnern vorbei. Mehr zu den einzelnen Bausteinen stehen unter Tropfschlauch und Perlschlauch.

Durchfluss und Druck messen

Halten Sie einen 10-Liter-Eimer unter den voll geöffneten Gartenhahn und stoppen Sie die Zeit. Füllt er sich in 30 Sekunden, liefert der Hahn 20 Liter je Minute oder 1200 Liter je Stunde. Diese Menge dürfen alle gleichzeitig laufenden Tropfer und Regner zusammen nicht überschreiten, sonst reicht der Druck am Ende der Leitung nicht mehr. Ein einzelner Regner für den Rasen braucht oft schon 600 bis 1200 l/h, 100 Tropfer mit je 2 l/h dagegen nur 200 l/h.

Den Druck zeigt ein einfaches Manometer mit Schlauchanschluss. Tropfsysteme arbeiten mit niedrigem Druck, oft 1 bis 1,5 bar, und brauchen bei Hauswasserdruck einen Druckminderer.

In Zonen denken

Teilen Sie den Garten in Bereiche mit ähnlichem Wasserbedarf: Rasen, Gemüsebeet, Staudenbeet, Hecke, Kübelpflanzen. Jede Zone bekommt einen eigenen Strang, der getrennt läuft. So bekommt der Rasen seine 20 Liter je m² in der Woche, das mediterrane Kräuterbeet nur einen Bruchteil davon. Ein Bewässerungscomputer mit mehreren Ausgängen oder ein Verteiler mit Ventilen steuert die Zonen nacheinander.

Bewässerungssystem für den Garten
Bewässerungssystem für den Garten | Foto: toa55 / Depositphotos.com

Leitungen und Verlegung

Die Hauptleitung besteht meist aus PE-Rohr mit 25 oder 32 mm, bei Tropfsystemen aus Verlegerohr mit 13 oder 16 mm. Oberirdisch unter Mulch verlegt, bleibt das System flexibel und lässt sich jederzeit ändern. Unterirdisch in 20 bis 30 cm Tiefe ist es unsichtbar und stolperfrei, dann gehören an die tiefsten Punkte Entleerungsventile. Halten Sie die Leitungen möglichst kurz und vermeiden Sie viele Bögen, jeder Meter kostet Druck.

Wasser aus Regentonne oder Brunnen

Regenwasser ist für Pflanzen ideal: kalkarm, zimmerwarm und kostenlos. Aus einer Regentonne ohne Pumpe kommt allerdings kaum Druck, dort funktioniert nur ein Tropfsystem mit Solar- oder Tauchpumpe. Eine Zisterne oder ein Brunnen mit Gartenpumpe versorgt auch Regner. Wer Leitungswasser nimmt, kann in vielen Gemeinden mit einem separaten Gartenwasserzähler die Abwassergebühr für das Gießwasser sparen.

Aufbau Schritt für Schritt

  1. Plan zeichnen mit Zonen, Wasserquelle und Wegen.
  2. Durchfluss messen und die Zonen so zuschneiden, dass jede allein laufen kann.
  3. Hauptleitung legen vom Hahn zum Verteiler, mit Filter und bei Tropfsystemen Druckminderer.
  4. Stränge legen in die Beete, Tropfer oder Tropfrohre an die Pflanzen.
  5. Regner setzen so, dass sich die Wurfkreise überlappen. Jeder Regner sollte den nächsten erreichen, sonst bleiben trockene Ringe.
  6. Probelauf Zone für Zone, Druck am Leitungsende prüfen, dann erst eingraben oder abdecken.

Typische Fehler

  • Zu viele Verbraucher an einem Strang. Die letzten Tropfer tröpfeln nur noch, die letzten Regner drehen nicht.
  • Kein Filter. Schon feiner Sand verstopft Tropfer.
  • Rasen und Beet am selben Programm. Einer von beiden bekommt immer das Falsche.
  • Leitung durch das Gemüsebeet, das jedes Frühjahr umgegraben wird.

Winterfest machen

Vor dem ersten Frost Hauptventil schließen, alle Leitungen über die Entleerungsventile oder mit Druckluft leeren, Filter, Druckminderer und Computer abbauen und frostfrei lagern. Tropfrohre können im Beet bleiben, sofern sie leer sind. Ein vergessener, gefüllter Verteiler platzt im ersten strengen Frost.

Was es kostet

Ein Tropfset für ein Hochbeet oder einen Balkon gibt es ab etwa 20 bis 40 Euro. Ein System für einen Reihenhausgarten mit Tropfbewässerung, zwei Rasenregnern und Computer kostet in Eigenleistung einige hundert Euro. Fest eingebaute Versenkregner mit Fachbetrieb liegen deutlich darüber. Für den Balkon gibt es eigene Lösungen, siehe Bewässerungssystem für den Balkon.

Häufige Fragen

Wann sollte die Anlage laufen?

Früh am Morgen. Dann verdunstet am wenigsten, und das Laub trocknet über den Tag ab.

Wie viel Wasser braucht ein Beet?

Das hängt von Pflanzen und Boden ab. Viele Gemüsebeete brauchen im Sommer 10 bis 20 Liter je m² und Woche. Prüfen Sie mit dem Finger in 5 cm Tiefe, ob die Erde noch feucht ist.

Kann ich das System selbst bauen?

Ja, die Bauteile sind für Heimwerker gemacht und werden gesteckt oder geklemmt. Nur ein fester Anschluss an die Trinkwasserleitung mit Rückflussverhinderer ist Sache des Installateurs.

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