Wespenfalle

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Eine Wespenfalle lockt Wespen mit einem süßen oder eiweißhaltigen Köder in einen Behälter, aus dem sie nicht mehr herausfinden. Sie ertrinken in der Flüssigkeit. Das Problem: Falsch aufgestellt holt die Falle mehr Wespen in den Garten, als sie fängt, und sie tötet viele Insekten, die niemanden stören. Richtig eingesetzt kann sie einen Sitzplatz entlasten.
Wie sie funktioniert
Das Prinzip ist bei allen Fallen gleich: Ein Trichter führt nach innen. Die Wespe folgt dem Duft des Köders hinein, findet aber den schmalen Ausgang nicht wieder, weil sie nach oben zum Licht fliegt statt nach unten durch den Trichter. Irgendwann erschöpft sie sich und fällt in die Flüssigkeit.
Die Bauarten
| Glasfalle | Die traditionelle Form: eine bauchige Glasflasche mit Einflug von unten. Hält ewig, ist aber zerbrechlich. |
| Kunststofffalle | Leicht, zum Aufhängen oder Hinstellen, oft mit Deckel zum Leeren. Die übliche Baumarktfalle. |
| Beutelfalle | Einwegbeutel mit Lockstoff, wird mit Wasser gefüllt und nach Gebrauch samt Inhalt entsorgt. |
| Selbstbau | PET-Flasche mit umgedrehtem Hals als Trichter. Kostet nichts und funktioniert wie gekaufte Fallen. |

Der richtige Köder
Im Spätsommer sind Wespen auf Zucker aus. Fruchtsaft, Zuckerwasser, Limonade oder Bier ziehen sie an. Leider auch Bienen. Diese Faustregeln helfen, sie zu verschonen:
- Einen Schuss Essig in die Flüssigkeit geben. Bienen meiden den Geruch, Wespen stört er kaum.
- Einen Tropfen Spülmittel dazu. Er bricht die Oberflächenspannung, sodass die Insekten sofort untergehen, statt lange zu zappeln.
- Kein Honig. Er lockt Bienen besonders stark an und kann Bienenkrankheiten verbreiten.
Im Frühsommer, wenn Wespen Eiweiß für die Brut suchen, fangen Fallen mit Zucker kaum etwas. Ohnehin ist das die Zeit, in der Wespen niemanden stören.
Wohin damit
Nicht auf den Tisch. Eine Falle ist ein Lockmittel. Steht sie am Kaffeetisch, holt sie die Wespen genau dorthin, wo man sie nicht haben will. Stellen oder hängen Sie die Falle einige Meter entfernt auf, zwischen dem Sitzplatz und der Richtung, aus der die Wespen kommen, und nicht in eine Einflugschneise zu einem Nest.
Eine Falle direkt am Nest bringt nichts: Ein Volk hat im Spätsommer oft mehrere tausend Tiere und ersetzt Verluste schnell.
Schritt für Schritt
- Köder einfüllen, etwa einen Fingerbreit hoch, mit Essig und Spülmittel.
- Falle aufstellen, einige Meter vom Sitzplatz, schattig, damit der Köder nicht zu schnell verdunstet.
- Täglich kontrollieren. Sind Bienen oder Schmetterlinge darin, den Köder ändern oder die Falle abbauen.
- Regelmäßig leeren, spätestens alle paar Tage. Tote Tiere und gärende Flüssigkeit riechen und locken andere an.
Vorsicht beim Leeren
Auch tote Wespen können noch stechen – der Stachelapparat reagiert eine Weile nach dem Tod auf Berührung. Handschuhe anziehen und den Inhalt nicht mit bloßen Fingern berühren. Lebende Tiere in der Falle vor dem Leeren einige Minuten ertrinken lassen oder die Falle verschlossen in den Müll geben.
Ist die Wespenfalle verboten?
Wespenfallen sind nicht ausdrücklich verboten. Wespen sind aber wild lebende Tiere, und das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, sie ohne vernünftigen Grund zu töten. Eine Falle als Dauereinrichtung im ganzen Sommer ist damit schwer zu rechtfertigen. Hornissen sind besonders geschützt. Fängt eine Falle Hornissen, muss sie weg.
Wespe oder Hornisse?
Die Unterscheidung ist wichtig, weil für Hornissen strengere Regeln gelten. Hornissen sind deutlich größer, bis etwa 3,5 cm, und an Kopf und Brust rotbraun statt schwarz gezeichnet. Sie interessieren sich kaum für Kuchen und Limonade, sondern jagen Insekten und besuchen Fallobst und Baumsaft. Am Kaffeetisch sind sie selten zu Gast. Trotz ihres Rufs sind sie eher friedlich und stechen nur, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt.
Die Kritik an Fallen
Naturschutzverbände raten von Fallen ab. Sie töten neben Wespen viele andere Insekten, die für Bestäubung und als Nahrung für Vögel wichtig sind. Und sie verringern die Zahl der Wespen am Tisch kaum, solange das Nest in Flugweite liegt. Wer sie nutzt, sollte das zeitlich begrenzt und gezielt tun, etwa für ein Gartenfest.
Alternativen
Die wirksamsten Maßnahmen sind unspektakulär: Essen abdecken, Getränke mit Deckel, Fallobst aufsammeln, Fliegengitter an die Fenster. Ein Überblick steht unter Wespenabwehr und Hausmittel gegen Wespen. Muss ein Nest wirklich weg, ist das ein Fall für den Fachmann, siehe Wespennest entfernen.
Häufige Fragen
Wie baue ich eine Falle selbst?
Bei einer PET-Flasche das obere Drittel abschneiden, umgedreht als Trichter in den unteren Teil stecken und mit Klebeband fixieren. Köder einfüllen, fertig.
Fangen elektrische Fallen Wespen?
Elektrische UV-Fallen zielen auf nachtaktive Insekten. Wespen fliegen tagsüber und gehen kaum hinein. Siehe Elektrische Fliegenfalle.
Ist Bier ein guter Köder?
Ja, Wespen mögen den süßlich-gärigen Geruch, und Bienen lockt er weniger an als Saft oder Zuckerwasser. Abgestandenes Bier genügt völlig, ein Schuss Essig schadet auch hier nicht.
Wie lange ist eine Falle sinnvoll?
Einige Tage rund um einen Anlass im Spätsommer. Ab Oktober gibt es kaum noch Wespen.



