Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Wespenspray

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Wespenspray
Inhalt10 Abschnitte
  1. Zwei Arten von Spray
  2. Wann ein Spray gerechtfertigt ist
  3. Sprühen oder abwarten
  4. Die richtige Zeit
  5. Schutz beim Sprühen
  6. Anwendung Schritt für Schritt
  7. Typische Fehler
  8. Kauf und Abgabe
  9. Wann Fachleute die bessere Wahl sind
  10. Häufige Fragen

Wespenspray ist ein Insektizid in der Sprühdose, gedacht für Nester an Stellen, an denen sie eine echte Gefahr darstellen. Anders als Wespenschaum wirft es einen gezielten Strahl über mehrere Meter und erreicht damit auch Nester unter Dachüberständen. Gegen die einzelne Wespe am Frühstückstisch ist es die falsche Waffe.

Zwei Arten von Spray

NestsprayStrahlspray mit großer Reichweite, meist 3 bis 6 m. Wird direkt ins Flugloch oder auf die Nesthülle gesprüht.
KontaktsprayFeiner Sprühnebel für einzelne Tiere oder Insekten allgemein. Kurze Reichweite, für Nester ungeeignet.
Spray mit Sprührohr oder SchlauchLeitet den Wirkstoff in Mauerfugen, Rollladenkästen oder Erdlöcher, wo ein freier Strahl nicht hinkommt.

Die Wirkstoffe sind bei allen Varianten ähnlich: meist Pyrethroide, die das Nervensystem der Insekten lähmen. Sie wirken auf alle Insekten, also auch auf Bienen, Schwebfliegen und Marienkäfer, die zufällig in den Nebel geraten.

Wann ein Spray gerechtfertigt ist

Wespen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz allgemein geschützt. Sie dürfen sie nicht ohne vernünftigen Grund töten. Als Grund gilt in der Regel eine konkrete Gefahr: ein Nest an der Haustür, am Sandkasten oder im Umfeld eines Allergikers. Ein Nest in der Hecke hinten im Garten, das niemanden behelligt, ist dagegen kein Anlass.

Hornissen sind besonders geschützt, ihre Nester dürfen Sie nicht selbst bekämpfen. Zuständig ist die untere Naturschutzbehörde, die oft auch Umsiedler vermittelt. Die Bußgelder bei Verstößen setzen die Bundesländer fest, sie können empfindlich hoch sein.

Sprühen oder abwarten

Bevor Sie zur Dose greifen, lohnt eine nüchterne Rechnung. Ein Wespenvolk lebt nur einen Sommer. Ab Oktober sterben die Arbeiterinnen, und das Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Wer im September ein Nest findet, das nicht im Weg ist, hat das Problem in wenigen Wochen von selbst los.

Zudem stören längst nicht alle Wespen. Nur die Deutsche und die Gemeine Wespe gehen an süße Speisen und Grillfleisch. Die anderen Arten bleiben meist unter sich.

Wespenspray mit Schlauch
Wespen vor dem Einsatz eines Wespensprays mit Schlauch. | Foto: schankz / Depositphotos.com

Die richtige Zeit

Sprühen Sie in der Abenddämmerung. Dann sind fast alle Tiere im Nest, und bei sinkender Temperatur fliegen sie weniger. Tagsüber erwischen Sie nur einen Teil des Volkes, der Rest kommt zurück und verteidigt das Nest mit allem, was er hat.

Windstille ist ebenso wichtig. Schon eine leichte Brise treibt den Sprühnebel zurück ins Gesicht, und selbst Strahlsprays verlieren bei Wind an Reichweite.

Schutz beim Sprühen

  • Geschlossene, feste Kleidung, Bündchen an Hand- und Fußgelenken, Handschuhe.
  • Gesicht schützen: Imkerschleier oder zumindest Schutzbrille und Kapuze.
  • Standplatz prüfen. Nie von einer wackligen Leiter aus sprühen, lieber vom Boden aus mit einem Spray, das die nötige Reichweite hat.
  • Allergiker bleiben drinnen. Wer auf Stiche heftig reagiert, überlässt die Arbeit anderen.
  • Fenster schließen, damit weder Nebel noch aufgeschreckte Tiere ins Haus gelangen.

Anwendung Schritt für Schritt

  1. Nest tagsüber lokalisieren. Aus sicherer Entfernung beobachten, wo das Flugloch liegt. Bei frei hängenden Nestern ist es meist unten.
  2. Dose vorbereiten. Anleitung lesen, schütteln, Reichweite auf der Dose notieren. Schutzkleidung anziehen.
  3. In der Dämmerung sprühen. Den Strahl mehrere Sekunden direkt ins Flugloch richten, bei geschlossenen Hohlräumen mit Sprührohr oder Schlauch in die Öffnung.
  4. Zurückziehen. Nicht warten, was passiert.
  5. Mindestens zwei Tage Ruhe. Danach prüfen, ob noch Tiere fliegen. Falls ja, einmal nachsprühen.
  6. Nest entfernen. Erst ohne jeden Flugbetrieb, mit Handschuhen, das Nest in einen Beutel geben und im Restmüll entsorgen. Einzelheiten unter Wespennest entfernen.

Typische Fehler

  • Mittags sprühen und die Hälfte des Volkes verpassen.
  • Kontaktspray auf ein Nest richten. Die Reichweite reicht nicht, und man steht viel zu nah.
  • In Innenräumen sprühen, ohne gründlich zu lüften. Pyrethroide sind für Katzen und Fische hochgiftig.
  • Nest ausräuchern oder mit Benzin anzünden. Lebensgefährlich, besonders an Dachstuhl und Holzverkleidung.
  • Das Nest zu früh abnehmen, wenn im Inneren noch Brut schlüpft.

Kauf und Abgabe

Wespensprays sind Biozidprodukte und in Baumärkten, Gartencentern und Drogerien erhältlich. Viele Insektizide stehen inzwischen nicht mehr frei im Regal, sondern werden erst nach einer kurzen Beratung an der Kasse oder Info-Theke abgegeben. Eine 400- bis 500-ml-Dose kostet meist 8 bis 15 Euro. Achten Sie auf die angegebene Reichweite und die Zulassungsnummer auf dem Etikett.

Wann Fachleute die bessere Wahl sind

Sitzt das Nest im Dachstuhl, in der Dämmung oder einer Zwischendecke, erreichen Sie es mit keinem Spray sicher. Schädlingsbekämpfer arbeiten mit Hebebühne, Schutzausrüstung und Wirkstoffen, die für Laien nicht zu haben sind. Für die einzelne Wespe am Tisch helfen dagegen die Tipps unter Wespenabwehr und Hausmittel gegen Wespen weit mehr als jede Dose.

Häufige Fragen

Wirkt Wespenspray auch gegen Hornissen?

Technisch ja, rechtlich dürfen Sie es nicht einsetzen. Hornissennester fallen unter den besonderen Artenschutz, zuständig ist die Naturschutzbehörde.

Wie lange ist das Spray nach dem Sprühen wirksam?

Die Oberfläche des Nestes bleibt je nach Mittel einige Tage wirksam. Zurückkehrende Tiere nehmen den Wirkstoff dort auf. Nach Regen lässt die Wirkung deutlich nach.

Hilft Haarspray als Ersatz?

Nein. Haarspray verklebt allenfalls einzelne Tiere und macht den Rest des Volkes aggressiv. Das ist die schlechteste beider Welten.

Das könnte Sie auch interessieren