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Heimwerker-Berater

Stoffrollos

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Stoffrollos
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Bedienarten
  2. Welcher Stoff für welchen Zweck
  3. Richtig messen
  4. Montage: Bohren, Klemmen oder Kleben
  5. Kindersicherung an der Kette
  6. Vorteile und Grenzen
  7. Reinigung und Pflege
  8. Alternativen
  9. Was Stoffrollos kosten
  10. Häufige Fragen

Ein Stoffrollo ist eine Stoffbahn auf einer Welle, die sich per Kette, Feder oder Motor auf- und abrollen lässt. Es schützt vor Blicken und Sonne und braucht kaum Platz. Die meisten Enttäuschungen entstehen beim Messen und bei der Wahl der Befestigung, nicht beim Stoff.

Die Bedienarten

SeitenzugEndlose Kette an der Seite, stufenlos und präzise. Der Standard für größere Fenster.
SpringrolloFederwelle, das Rollo wird am unteren Stab gezogen und rastet ein. Günstig, aber nicht stufenlos und mit der Zeit ermüdend.
KlemmfixWird mit Klemmträgern auf den Fensterflügel gesetzt, ohne Bohren. Bewegt sich mit dem Flügel, sodass sich das Fenster weiter öffnen und kippen lässt.
DoppelrolloZwei Stoffbahnen mit transparenten und blickdichten Streifen, gegeneinander verschiebbar. Regelt Licht fast wie eine Jalousie.
MotorElektrisch mit Fernbedienung oder App, bei hohen oder schwer erreichbaren Fenstern sinnvoll.

Welcher Stoff für welchen Zweck

Transparente Stoffe filtern Licht und blenden ab, schützen aber nachts nicht vor Blicken, wenn innen Licht brennt. Halbtransparente und blickdichte Stoffe halten Blicke auch bei Beleuchtung ab und lassen trotzdem Tageslicht durch. Verdunkelungsstoffe mit Beschichtung schlucken das Licht nahezu vollständig. Sie gehören ins Schlafzimmer, ins Kinderzimmer und in Räume mit Beamer.

Echte Dunkelheit schaffen aber auch Verdunkelungsrollos nicht, wenn sie vor der Laibung hängen: An den Rändern fällt Licht ein. Wer es wirklich dunkel braucht, nimmt ein Rollo mit seitlichen Führungsschienen.

Thermo- oder Hitzeschutzrollos haben eine silbrige Rückseite, die Sonnenlicht reflektiert. Sie halten den Raum im Sommer merklich kühler, vor allem an Süd- und Westfenstern.

Richtig messen

Das Maß entscheidet über das Ergebnis. Messen Sie mit Zollstock oder Maßband an mehreren Stellen und nehmen Sie das kleinste Maß.

  1. Montage in der Laibung: lichte Breite messen und einige Millimeter abziehen, damit das Rollo nicht klemmt.
  2. Montage an Wand oder Decke: Fensteröffnung plus Überstand, üblich sind 5 bis 10 cm je Seite und oben.
  3. Klemmfix auf dem Flügel: Glasbreite plus den Überstand, den der Hersteller angibt. Die Klemmträger passen nur bis zu einer bestimmten Falztiefe des Flügels, meist rund 2 cm – vorher nachmessen.

Beachten Sie, dass die Stoffbreite bei den meisten Rollos etwas schmaler ist als das Gesamtmaß inklusive Kette und Halter.

Montage eines Stoffrollos
Montage eines Stoffrollos | Foto: belchonock / Depositphotos.com

Montage: Bohren, Klemmen oder Kleben

Bohren in Wand, Decke oder Laibung ist die stabilste Befestigung und bei großen, schweren Rollos Pflicht. Achten Sie auf passende Dübel und auf Leitungen in der Wand.

Klemmträger sitzen auf dem Fensterflügel und kommen ohne Bohren aus. Das ist ideal für Mietwohnungen. Sie funktionieren aber nur bei Fenstern mit ausreichendem Abstand zwischen Flügel und Blendrahmen, sonst lässt sich das Fenster nicht mehr schließen.

Klebehalter sind die schwächste Lösung. Auf glatten, sauberen Kunststoffrahmen halten sie leichte Rollos, bei Hitze an Südfenstern lösen sie sich gern.

Kindersicherung an der Kette

Kettenzüge und Schnüre sind für kleine Kinder eine Strangulationsgefahr. Die Norm EN 13120 regelt dazu Sicherheitsvorkehrungen. Die Kette muss gespannt und mit einem Kettenspanner an der Wand oder Laibung fixiert sein, sodass keine Schlaufe frei herunterhängt. Im Kinderzimmer sind Federzug- oder Motorrollos ohne Kette die sicherste Lösung. Betten und Möbel, auf die ein Kind klettern kann, gehören nicht direkt ans Fenster.

Vorteile und Grenzen

Dafür
  • schmal, braucht kaum Platz
  • große Auswahl an Stoffen und Farben
  • auch ohne Bohren zu montieren
  • günstig
Dagegen
  • kein Einbruch- oder Wärmeschutz wie ein Rollladen
  • Stoff meist nicht waschbar
  • Lichtspalt an den Seiten
  • Springrollos verschleißen schnell

Reinigung und Pflege

Die meisten Rollostoffe sind beschichtet, damit sie glatt hängen und nicht ausfransen. In die Waschmaschine gehören sie deshalb nicht, die Beschichtung bricht. Regelmäßig mit dem Staubsauger und Polsterdüse oder einem Staubwedel abstauben genügt. Flecken vorsichtig mit einem feuchten Tuch und etwas mildem Reiniger abtupfen, nicht reiben. Vor der Reinigung die Pflegehinweise des Herstellers prüfen – manche Stoffe sind ausdrücklich abwaschbar.

Alternativen

Wer mehr Lichtsteuerung will, greift zu Holzjalousien oder Plissees. Für Dachfenster gibt es eigene Systeme, ähnlich wie beim Insektenschutzrollo für Dachfenster. Und für wirksamen Hitzeschutz ist außenliegender Sonnenschutz immer überlegen, weil die Wärme gar nicht erst durch das Glas kommt.

Was Stoffrollos kosten

Einfache Klemmfix- oder Springrollos gibt es ab etwa 12 Euro. Gute Seitenzugrollos mit blickdichtem oder verdunkelndem Stoff kosten 30 bis 60 Euro je Fenster. Maßanfertigungen, Doppelrollos und Modelle mit Motor liegen deutlich darüber.

Häufige Fragen

Kann man Stoffrollos kürzen?

In der Breite nur, wenn der Hersteller es vorsieht – dann werden Welle und Stoff gekürzt. In der Länge ist es kein Problem: Das Rollo wird einfach nicht ganz abgerollt.

Kann man Stoffrollos selbst nähen?

Eine Stoffbahn auf eine vorhandene Welle zu setzen, ist machbar. Der Stoff muss aber verzugsfrei sein, sonst läuft er schief auf. Gekaufte Rollos sind meist günstiger und hängen gerader.

Wie lange hält ein Stoffrollo?

Seitenzugrollos halten bei normaler Nutzung viele Jahre. Die Schwachstellen sind Federn bei Springrollos und das Vergilben des Stoffes an sonnigen Fenstern.

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