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Heimwerker-Berater

Der Reifenwechsel zu Hause

Haushaltvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Der Reifenwechsel zu Hause
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Sie selbst machen können und was nicht
  2. Das Werkzeug
  3. Der richtige Platz
  4. Schritt für Schritt
  5. Wie fest die Radschrauben müssen
  6. Sicherheit unter dem angehobenen Auto
  7. Reifen prüfen, bevor sie wieder drauf kommen
  8. Luftdruck und Reifendrucksensoren
  9. Die Räder richtig lagern
  10. Häufige Fragen

Zweimal im Jahr die Räder zu wechseln, ist keine Kunst, wenn die Reifen schon auf Felgen montiert sind. Dann geht es nur um Anheben, Schrauben und Festziehen. Die Sicherheit hängt an zwei Dingen: einem sicher stehenden Auto und korrekt angezogenen Radschrauben. Wer beides beachtet, braucht keine Werkstatt.

Was Sie selbst machen können und was nicht

Zu Hause wechseln Sie Kompletträder, also Reifen, die bereits auf Felgen sitzen. Das Aufziehen neuer Reifen auf die Felge und das Auswuchten erfordern eine Montiermaschine und eine Wuchtmaschine – das bleibt Sache der Werkstatt.

Wann gewechselt wird, ist in Deutschland nicht an feste Termine gebunden. Es gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schnee, Schneematsch oder Reifglätte müssen Winter- oder Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) montiert sein. Die alte Faustregel „von O bis O“, also Oktober bis Ostern, ist nach wie vor ein brauchbarer Anhalt.

Das Werkzeug

WagenheberDer Scherenwagenheber aus dem Bordwerkzeug reicht. Bequemer ist ein Rangierwagenheber mit Rollen.
RadkreuzZum Lösen und Vorziehen der Schrauben, mit langen Hebelarmen.
DrehmomentschlüsselZum Festziehen mit dem vorgeschriebenen Wert. Unverzichtbar, wenn Sie es richtig machen wollen.
UnterlegkeileSichern das Auto gegen Wegrollen.
LuftdruckprüferZum Anpassen des Drucks nach dem Wechsel, etwa mit einem kleinen Kompressor.
Kreide oder ReifenmarkerZum Markieren der Position der abgenommenen Räder.

Mehr zum Werkzeug unter Scherenwagenheber und Drehmomentschlüssel.

Der richtige Platz

Der Untergrund muss fest und eben sein. Pflaster, Beton oder Asphalt sind gut, Rasen und Kies nicht – der Wagenheber sinkt ein oder kippt weg. Auf einer Steigung wird überhaupt nicht gearbeitet. Stellen Sie den Motor ab, ziehen Sie die Handbremse an und legen Sie den ersten Gang oder bei Automatik die Parkstellung ein.

Die Unterlegkeile gehören an ein Rad der gegenüberliegenden Achse, und zwar diagonal zu dem, das angehoben wird. Wer vorne rechts wechselt, sichert hinten links.

Schritt für Schritt

  1. Radschrauben lösen, solange das Rad am Boden steht. Jede Schraube etwa eine halbe Umdrehung, nicht mehr. In der Luft dreht sich das Rad sonst einfach mit.
  2. Wagenheber am Aufnahmepunkt ansetzen. Die Punkte sind am Schweller markiert, meist durch Kerben oder Pfeile. Die Betriebsanleitung zeigt sie. Nie am Blech daneben oder an Achsteilen.
  3. Anheben, bis das Rad einige Zentimeter frei ist. Nicht höher als nötig.
  4. Schrauben herausdrehen, die oberste zuletzt. Das Rad mit beiden Händen gerade abziehen.
  5. Neues Rad aufsetzen, eine Schraube oben von Hand eindrehen, dann die übrigen. Alle nur leicht vorziehen.
  6. Ablassen, bis das Rad aufsteht.
  7. Mit dem Drehmomentschlüssel über Kreuz anziehen. Nicht reihum, sondern immer die gegenüberliegende Schraube als nächste.
  8. Markieren Sie das abgenommene Rad mit seiner Position, zum Beispiel VL für vorne links.
Der Reifenwechsel zu Hause
Der Reifenwechsel zu Hause | Foto: / Depositphotos.com

Wie fest die Radschrauben müssen

Den Wert gibt der Fahrzeughersteller vor, er steht in der Betriebsanleitung oder im Tankdeckel. Bei vielen Pkw liegt er zwischen etwa 100 und 140 Nm. Stahlfelgen und Alufelgen können unterschiedliche Werte haben, und bei Alufelgen gehören oft andere Schrauben dazu.

Nach Gefühl mit dem Radkreuz festzuknallen ist die schlechtere Wahl: Zu fest dehnt die Schrauben und kann Bremsscheiben verziehen, zu locker führt im schlimmsten Fall zum Radverlust. Nach etwa 50 bis 100 km werden die Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel nachgeprüft. Das ist keine Pedanterie – Felge und Nabe setzen sich in den ersten Kilometern.

Sicherheit unter dem angehobenen Auto

Unter ein Auto, das nur auf dem Wagenheber steht, gehört kein Körperteil. Der Bordwagenheber ist für den Radwechsel gedacht, nicht als Stütze. Wer unter das Auto muss, setzt stabile Unterstellböcke an die vorgesehenen Punkte.

Legen Sie das abgenommene Rad flach unter den Schweller neben dem Wagenheber. Sollte das Auto abrutschen, fällt es auf das Rad und nicht auf den Boden. Kinder und Haustiere haben in dieser Zeit anderswo zu spielen.

Reifen prüfen, bevor sie wieder drauf kommen

Der Wechsel ist die beste Gelegenheit für einen Blick auf die Reifen:

  • Profiltiefe. Gesetzlich mindestens 1,6 mm. Für Winterreifen werden 4 mm empfohlen, für Sommerreifen 3 mm.
  • Alter. Die DOT-Nummer auf der Flanke nennt Woche und Jahr der Herstellung, etwa 3419 für die 34. Woche 2019. Ab etwa acht bis zehn Jahren lässt der Gummi spürbar nach.
  • Schäden. Beulen, Risse in der Flanke, eingefahrene Nägel. Eine Beule bedeutet einen Karkassenschaden, der Reifen muss weg.
  • Laufrichtung. Pfeile auf der Flanke zeigen bei laufrichtungsgebundenen Reifen die Drehrichtung.

Luftdruck und Reifendrucksensoren

Nach dem Wechsel stimmt der Luftdruck fast nie. Den Sollwert finden Sie im Tankdeckel, an der B-Säule oder in der Anleitung, getrennt nach Beladung. Gemessen wird am kalten Reifen, also vor der Fahrt. Ein Flüsterkompressor oder ein kleiner Akku-Kompressor erspart den Weg zur Tankstelle.

Neuere Autos haben ein Reifendruckkontrollsystem. Bei direkt messenden Systemen stecken Sensoren in den Ventilen, und der Satz Winterräder braucht eigene Sensoren. Je nach Fahrzeug müssen sie nach dem Wechsel angelernt werden. Indirekte Systeme messen über die Raddrehzahl und müssen nach dem Wechsel meist im Bordmenü zurückgesetzt werden.

Die Räder richtig lagern

Kompletträder lagern liegend gestapelt oder hängend an einem Felgenbaum. Die Luft bleibt drin, eher etwas mehr als normal. Der Platz sollte kühl, dunkel und trocken sein; Öl, Lösemittel und direkte Sonne schaden dem Gummi.

Bei der Montage im nächsten Halbjahr wechseln die Räder üblicherweise die Achse: die mit mehr Profil nach hinten, bei den meisten Autos jedenfalls. Die Markierung vom Abnehmen hilft dabei.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Radwechsel?

Mit etwas Übung eine halbe bis ganze Stunde für alle vier Räder. Beim ersten Mal ruhig mehr einplanen.

Die Schraube sitzt fest. Was tun?

Den Hebel verlängern, etwa mit einem Rohr über dem Radkreuz, und gleichmäßig drücken statt ruckartig zu springen. Kriechöl hilft bei Rost. Radschlösser brauchen den passenden Adapter, der im Bordwerkzeug liegen sollte.

Muss ich nach dem Wechsel zur Werkstatt?

Nein. Bei Unwucht, die sich als Lenkradflattern zeigt, ist aber das Auswuchten fällig. Das geht nur mit der Maschine.

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