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Heimwerker-Berater

Kalkschutzanlage

Haushaltvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Kalkschutzanlage
Inhalt9 Abschnitte
  1. Enthärtung und Kalkschutz sind zwei verschiedene Dinge
  2. Wann sich Kalkschutz überhaupt lohnt
  3. Die Verfahren im Überblick
  4. Worauf Sie achten sollten: die DVGW-Prüfung
  5. Die Grenzen
  6. Einbau und Wartung
  7. Was eine Kalkschutzanlage kostet
  8. Für wen sie passt
  9. Häufige Fragen

Eine Kalkschutzanlage soll verhindern, dass sich Kalk in Leitungen, Boiler und Armaturen festsetzt – ohne dem Wasser den Kalk zu entziehen. Das ist der Unterschied zur Enthärtungsanlage, die Calcium und Magnesium gegen Natrium tauscht. Kalkschutz kommt ohne Salz und ohne Abwasser aus, wirkt aber begrenzter, und bei manchen Verfahren ist die Wirkung umstritten.

Enthärtung und Kalkschutz sind zwei verschiedene Dinge

EnthärtungsanlageKalkschutzanlage
PrinzipIonenaustausch, Kalk wird entferntKalk bleibt im Wasser, soll sich nicht festsetzen
Wasserhärte danacheinstellbar niedrigerunverändert
BetriebsmittelRegeneriersalz, Strom, Abwasserje nach Verfahren keines oder Strom
Kalkflecken auf Fliesen und Glasdeutlich wenigerweiterhin, meist leichter abwischbar

Wer vor allem trockene Kalkflecken an Duschwand und Armaturen loswerden will, wird mit einer Kalkschutzanlage wenig Freude haben. Sie schützt die Technik, nicht die Oberflächen. Wie Enthärtungsanlagen arbeiten, steht im Beitrag Entkalkungsanlage.

Wann sich Kalkschutz überhaupt lohnt

Die Wasserhärte erfahren Sie beim Wasserversorger, meist auf dessen Website. Nach dem Waschmittelgesetz gilt Wasser bis 8,4 °dH als weich, bis 14 °dH als mittel und darüber als hart. Unterhalb von etwa 14 °dH lohnt sich eine Anlage in den meisten Haushalten nicht. Bei hartem Wasser über 20 °dH verkalken Durchlauferhitzer, Boiler und Perlatoren spürbar schneller, und hier beginnt die Überlegung.

Die Verfahren im Überblick

Heterogene Katalyse

Das Wasser fließt durch ein Granulat mit einer besonders strukturierten Oberfläche. Daran bilden sich winzige Kalkkristalle, die im Wasser schweben bleiben und sich weniger an Rohrwänden und Heizstäben festsetzen, weil der Kalk bevorzugt an ihnen auskristallisiert. Das Verfahren gilt unter den physikalischen Methoden als am besten untersucht. Das Granulat muss je nach Hersteller alle paar Jahre getauscht werden.

Elektrochemische und elektrolytische Verfahren

Hier werden im Gerät durch Strom an Elektroden Kalkkeime erzeugt, die denselben Effekt haben sollen: Kalk fällt im Wasser aus statt an der Oberfläche. Die Geräte brauchen Strom und regelmäßige Wartung der Elektroden.

Elektrogalvanische Verfahren

Eine Zink-Kupfer-Kombination im Wasserstrom gibt geringe Mengen Zink ab, das die Kalkbildung beeinflussen soll. Das Zink landet im Trinkwasser; die Mengen sind gering, müssen aber die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung einhalten.

Magnet- und Elektrofeldgeräte

Magnete oder Spulen um das Rohr sollen die Kristallstruktur des Kalks verändern. Eine verlässliche Wirkung ist für diese Geräte kaum belegt, die Ergebnisse unabhängiger Prüfungen sind uneinheitlich. Sie sind günstig, weil sie wenig Technik enthalten.

Einbaubeispiel einer Kalkschutzanlage (AQON)
Einbaubeispiel einer Kalkschutzanlage (AQON)

Worauf Sie achten sollten: die DVGW-Prüfung

Der DVGW, der technische Regelsetzer der Wasserversorgung, hat mit dem Arbeitsblatt W 512 ein Prüfverfahren für die Wirksamkeit von Kalkschutzgeräten festgelegt. Geräte, die diese Prüfung bestanden haben, dürfen das auch so angeben. Kaufen Sie kein Kalkschutzgerät ohne einen solchen Nachweis. Werbeversprechen ohne Prüfung sind bei diesem Produkt wertlos, weil der Effekt mit bloßem Auge nicht zu kontrollieren ist.

Die Grenzen

  • Heißes Wasser über 60 °C und stehendes Wasser im Boiler setzen dem Effekt zu. Stark verkalkende Warmwasserbereiter brauchen trotzdem Wartung.
  • Kalkflecken bleiben, weil beim Verdunsten der Kalk zurückbleibt, egal in welcher Form er gelöst war.
  • Wasserkocher und Kaffeemaschine verkalken weiterhin, weil das Wasser dort lange erhitzt und eingedampft wird.
  • Der Nachweis im eigenen Haus ist schwer. Wer sichergehen will, kontrolliert nach einem Jahr den Heizstab des Boilers oder einen Perlator.

Einbau und Wartung

Die Anlage wird hinter dem Hauswasserzähler und einem Rückspülfilter in die Leitung gesetzt, damit sie das gesamte Hauswasser behandelt. Arbeiten an der Trinkwasserinstallation dürfen in Deutschland nur beim Wasserversorger eingetragene Installateure ausführen; der Einbau ist also Fachbetriebssache. Die Wartung hängt vom Verfahren ab: Granulat oder Kartuschen tauschen, Elektroden reinigen, einmal im Jahr die Funktion prüfen.

Was eine Kalkschutzanlage kostet

Hausanlagen mit geprüftem Verfahren kosten meist 1.000 bis 2.500 Euro, dazu Einbau durch den Installateur. Magnetgeräte zum Aufklemmen gibt es für unter 100 Euro – mit entsprechend ungewisser Wirkung. Eine Enthärtungsanlage liegt in einer ähnlichen Preisklasse, hat aber laufende Kosten für Salz.

Für wen sie passt

Eine Kalkschutzanlage ist sinnvoll, wenn Sie Leitungen und Warmwasserbereiter schützen wollen, kein Salz nachfüllen und die Mineralien im Wasser behalten möchten. Wer vor allem weiches Wasser für Haut, Wäsche und Duschwand will, braucht eine Enthärtung. Einen Überblick über salzfreie Alternativen gibt der Beitrag Entkalkungsanlage ohne Salz, zur Enthärtung der Beitrag Weichwasseranlage.

Häufige Fragen

Verändert eine Kalkschutzanlage den Geschmack?

In der Regel nicht, weil die Mineralien im Wasser bleiben. Das ist ein Vorteil gegenüber der Enthärtung, bei der der Natriumgehalt steigt.

Kann ich eine Kalkschutzanlage selbst einbauen?

Nein. Eingriffe in die Trinkwasserinstallation gehören in die Hände eines eingetragenen Installateurs.

Muss ich trotzdem noch entkalken?

Ja, aber seltener. Wasserkocher, Kaffeemaschine und Duschköpfe verkalken weiterhin, weil dort Wasser verdunstet oder lange erhitzt wird. Wie das schonend geht, steht unter Duschkopf entkalken.

Hilft Kalkschutz gegen Flecken in der Dusche?

Kaum. Beim Verdunsten bleibt der Kalk zurück. Die Flecken lassen sich allenfalls etwas leichter abwischen.

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