Kohlendioxidwarnmelder und Kohlenmonoxid Melder
Inhalt10 Abschnitte
- Die beiden Gase im Vergleich
- Warum Kohlenmonoxid so gefährlich ist
- Wie ein CO-Melder arbeitet und wann er Alarm gibt
- Wo der CO-Melder hingehört
- Was bei Alarm zu tun ist
- Kohlendioxid: meist eine Frage der Lüftung
- Wo Kohlendioxid wirklich gefährlich wird
- Rauchmelder, CO-Melder, CO₂-Melder
- Typische Fehler
- Häufige Fragen
Kohlendioxid und Kohlenmonoxid klingen ähnlich, sind aber zwei grundverschiedene Gefahren. Kohlenmonoxid (CO) ist schon in kleinen Mengen tödlich, entsteht bei schlechter Verbrennung und ist geruchlos. Kohlendioxid (CO₂) ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, wird erst in hohen Konzentrationen gefährlich und ist vor allem ein Maß für schlechte Raumluft. Deshalb gibt es für beide eigene Geräte – und ein CO₂-Warner schützt nicht vor Kohlenmonoxid.
Die beiden Gase im Vergleich
| Kohlenmonoxid (CO) | Kohlendioxid (CO₂) | |
| Entsteht | bei unvollständiger Verbrennung | beim Atmen, bei Verbrennung und Gärung |
| Wirkung | blockiert den Sauerstofftransport im Blut | verdrängt Sauerstoff, macht müde, in hoher Konzentration erstickend |
| Gefährlich ab | wenigen hundert ppm | mehreren Prozent |
| Brennbar | ja | nein |
| Geräteart | CO-Melder mit Alarm | CO₂-Messgerät, Luftgüteampel |
Warum Kohlenmonoxid so gefährlich ist
CO bindet sich rund 200- bis 300-mal stärker an den roten Blutfarbstoff als Sauerstoff. Das Blut transportiert dann immer weniger Sauerstoff, obwohl die Luft normal erscheint. Die ersten Anzeichen sind unspezifisch: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit. Wer schläft, bemerkt gar nichts.
Quellen im Haushalt sind Gasthermen, Kaminöfen, Gas-Heizstrahler, Holzkohlegrills und Motoren. Typische Unglücke entstehen durch einen verstopften Abgasweg, einen Ofen, der bei geschlossener Luftzufuhr schwelt, oder den Grill, der zum Aufwärmen in Zelt oder Gartenhaus geholt wird.
Wie ein CO-Melder arbeitet und wann er Alarm gibt
CO-Melder messen mit einem elektrochemischen Sensor. Sie lösen nicht bei einem festen Wert aus, sondern berücksichtigen Konzentration und Dauer, weil das Gas sich im Blut anreichert. Geräte nach der Norm DIN EN 50291 schlagen nach dieser Logik an:
- bei 50 ppm frühestens nach 60 und spätestens nach 90 Minuten,
- bei 100 ppm innerhalb von 10 bis 40 Minuten,
- bei 300 ppm innerhalb von 3 Minuten.
Kaufen Sie nur Melder mit dieser Normangabe. Geräte ohne Normnachweis sind nicht verlässlich geprüft.
Wo der CO-Melder hingehört
Der Melder gehört in jeden Raum mit einer Feuerstätte, etwa zu Kaminofen, Gastherme oder Gasherd, und zusätzlich in Schlafräume, wenn sie in der Nähe liegen.
- Abstand zur Feuerstätte 1 bis 3 Meter. Näher dran gibt es Fehlalarme, weiter weg reagiert er zu spät.
- An der Wand etwa in Kopfhöhe, jedenfalls höher als Fenster und Türen, oder an der Decke mit mindestens 30 cm Abstand zu Wänden.
- Im Schlafzimmer in Atemhöhe, also etwa auf Höhe des Bettes oder etwas darüber.
- Nicht hinter Vorhänge, in Nischen oder direkt neben Fenster, wo Zugluft die Messung verfälscht.
Was bei Alarm zu tun ist
Fenster und Türen öffnen, Feuerstätte ausschalten, soweit gefahrlos möglich, und das Haus verlassen. Haben Personen Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, rufen Sie den Notruf 112. Die Feuerstätte bleibt aus, bis ein Fachbetrieb oder der Schornsteinfeger die Ursache gefunden hat. Wer Gasgeruch bemerkt, schaltet kein Licht, benutzt kein Telefon im Gebäude und ruft den Notdienst des Versorgers von draußen.
Kohlendioxid: meist eine Frage der Lüftung
In Wohnräumen steigt der CO₂-Gehalt durch Atmen. Frische Außenluft enthält rund 400 ppm. Ab etwa 1.000 ppm wird die Luft als verbraucht empfunden, ab 2.000 ppm ist sie nach Einschätzung des Umweltbundesamts inakzeptabel. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sind die Folgen. Ein CO₂-Messgerät ist deshalb vor allem eine Lüftungsampel für Schlafzimmer, Büro und Klassenzimmer.
Wo Kohlendioxid wirklich gefährlich wird
In einigen Situationen wird CO₂ lebensbedrohlich, weil es schwerer als Luft ist und sich am Boden sammelt:
- Gärkeller bei der Wein- und Mostherstellung,
- Brunnen, Schächte und Silos,
- Räume mit CO₂-Flaschen, etwa für Zapfanlagen oder Aquarien,
- Trockeneis in kleinen, geschlossenen Räumen.
Dort gehört ein stationärer CO₂-Warner mit Alarm in Bodennähe hin. Ab einigen Prozent CO₂ in der Atemluft drohen Bewusstlosigkeit und Ersticken.
Rauchmelder, CO-Melder, CO₂-Melder
Keines dieser Geräte ersetzt das andere. Rauchmelder sind in allen Bundesländern für Wohnungen vorgeschrieben, erkennen aber kein CO. CO-Melder sind nicht vorgeschrieben, aber bei jeder Feuerstätte dringend zu empfehlen. Einen Überblick über Geräte gibt der Beitrag CO-Melder und CO₂-Melder.
Typische Fehler
- CO₂-Ampel als CO-Schutz gekauft. Sie misst ein anderes Gas.
- Melder direkt über dem Ofen. Hitze und kurze Abgasstöße lösen Fehlalarme aus.
- Batterie leer, Warnton ignoriert. Der Melder zirpt tagelang, dann ist er still.
- Gerät zu alt. Sensoren haben eine begrenzte Lebensdauer, meist 7 bis 10 Jahre.
Häufige Fragen
Brauche ich einen CO-Melder beim Kaminofen?
Vorgeschrieben ist er nicht, empfohlen aber sehr. Besonders bei Öfen, die abends lange mit gedrosselter Luft laufen, oder bei einem Gaskaminofen.
Wie oft muss ich den Melder testen?
Einmal im Monat per Testknopf. Das Gerät zeigt am Ende der Lebensdauer ein eigenes Signal.
Gibt es Kombigeräte?
Ja, Rauch- und CO-Melder in einem Gerät. Beachten Sie, dass Rauchmelder an die Decke gehören und CO-Melder in Atemhöhe besser messen – ein Kombigerät ist ein Kompromiss.



