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Heimwerker-Berater

Wasserentkalkungsanlage

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Wasserentkalkungsanlage
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie hart ist Ihr Wasser?
  2. Enthärtung per Ionenaustausch
  3. Nicht zu weich einstellen
  4. Salzfreier Kalkschutz
  5. Vor- und Nachteile
  6. Einbau und Pflichten
  7. Wartung ist Pflicht
  8. Was es kostet
  9. Mietwohnung und Mehrfamilienhaus
  10. Häufige Fragen

Eine Wasserentkalkungsanlage sitzt hinter dem Wasserzähler und sorgt dafür, dass sich im Haus weniger Kalk absetzt – in Leitungen, Boiler, Armaturen und Geräten. Es gibt zwei grundverschiedene Prinzipien: Enthärtung, die Kalk tatsächlich aus dem Wasser holt, und Kalkschutz, der ihn nur am Festsetzen hindert. Welches sinnvoll ist, hängt zuerst von der Härte Ihres Wassers ab.

Wie hart ist Ihr Wasser?

Die Wasserhärte steht auf der Internetseite Ihres Wasserversorgers oder auf der Jahresabrechnung. Angegeben wird sie in Millimol pro Liter oder in Grad deutscher Härte (°dH).

Bereichmmol/l°dH
weichunter 1,5unter 8,4
mittel1,5 bis 2,58,4 bis 14
hartüber 2,5über 14

Bei weichem Wasser ist eine Anlage überflüssig. Im mittleren Bereich hängt es davon ab, wie sehr Sie Kalk stört. Ab hartem Wasser lohnt der Gedanke, besonders in Häusern mit Durchlauferhitzer, Warmwasserspeicher oder Wärmepumpe.

Enthärtung per Ionenaustausch

Die klassische Enthärtungsanlage arbeitet mit einem Ionenaustauscherharz. Das Wasser fließt durch einen Behälter mit Harzkügelchen, die Calcium- und Magnesium-Ionen festhalten und dafür Natrium-Ionen abgeben. Das Wasser wird messbar weicher.

Ist das Harz gesättigt, wird es mit Regeneriersalz gespült. Die Anlage verbraucht deshalb laufend Salz und Wasser für die Spülung, und das salzhaltige Spülwasser geht in den Abfluss. Ausführlich erklärt unter Enthärtungsanlage und Weichwasseranlage.

Nicht zu weich einstellen

Enthärtet wird nicht auf null. Sehr weiches Wasser kann metallische Leitungen angreifen. Außerdem steigt mit jedem Grad Enthärtung der Natriumgehalt, um etwa 8 mg/l je °dH. Die Trinkwasserverordnung begrenzt Natrium auf 200 mg/l. Üblich ist deshalb eine Resthärte im Bereich weichen bis mittelharten Wassers, die über ein Verschneideventil eingestellt wird. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung empfiehlt sich im Zweifel Wasser aus einer Leitung vor der Anlage.

Salzfreier Kalkschutz

Daneben gibt es Anlagen, die ohne Salz arbeiten. Sie entfernen den Kalk nicht, sondern sollen ihn in eine Form bringen, die sich nicht an Oberflächen festsetzt. Die Härte des Wassers bleibt dabei gleich, ein Wassertest zeigt also keinen Unterschied.

  • Impfkristall-Verfahren: Im Gerät entstehen winzige Kalkkristalle, an denen sich weiterer Kalk anlagert. Er bleibt im Wasser in der Schwebe, statt sich an Heizstäben festzusetzen.
  • Magnetische und elektrische Geräte sollen die Kristallstruktur verändern. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich umstritten.

Ein Beispiel für ein salzfreies System mit Kristallbildung ist AQON Pure. Wie bei allen Anlagen dieser Art gilt: Achten Sie darauf, ob die Wirksamkeit nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 512 geprüft ist. Mehr zu den Varianten unter Entkalkungsanlage ohne Salz und Kalkschutzanlage.

AQON “Pure”
Das AQON 'Pure'-System

Vor- und Nachteile

Dafür
  • weniger Kalk an Armaturen, Fliesen und Duschwänden
  • Heizstäbe und Wärmetauscher bleiben sauber und effizient
  • weniger Wasch- und Spülmittel nötig
  • Geräte halten länger
Dagegen
  • Anschaffung und Einbau
  • laufende Kosten für Salz und Wartung
  • Platz im Hausanschlussraum
  • Hygienerisiko bei mangelnder Pflege

Einbau und Pflichten

Die Anlage wird in die Hauptleitung hinter Wasserzähler und Filter eingebaut. Sie ist Teil der Trinkwasserinstallation, deshalb gelten die einschlägigen Normen, unter anderem für den Schutz des Trinkwassers vor Rückfluss. Den Einbau sollte ein eingetragener Installateur übernehmen, auch weil viele Versorger das verlangen. Für Enthärtungsanlagen braucht es zusätzlich einen Abwasseranschluss für das Spülwasser und eine Steckdose.

Wartung ist Pflicht

Eine Enthärtungsanlage ist kein Gerät, das man einbaut und vergisst. Salz muss nachgefüllt, die Funktion regelmäßig kontrolliert und die Anlage von einem Fachbetrieb gewartet werden, je nach Norm und Anlage halbjährlich bis jährlich. Ein vernachlässigter Harzbehälter kann verkeimen. Die Wartungskosten gehören deshalb von Anfang an in die Rechnung.

Was es kostet

Einfache Enthärtungsanlagen für ein Einfamilienhaus beginnen bei etwa 400 Euro, hochwertige Anlagen mit Doppelsäule und Steuerung liegen bei 1500 bis 2500 Euro. Dazu kommen Einbau, jährlich Regeneriersalz und Wartung. Salzfreie Systeme sind im Betrieb günstiger, entfernen aber keinen Kalk.

Mietwohnung und Mehrfamilienhaus

In einer Mietwohnung darf eine Anlage in der Hauptleitung nur der Eigentümer einbauen lassen. Mieter können mit Kalk in einzelnen Geräten besser leben: Wasserkocher, Kaffeemaschine, Duschkopf und Armaturen regelmäßig entkalken, siehe Wasserhahn entkalken. Tischfilter entfernen einen Teil der Härte für Tee und Kaffee.

Häufige Fragen

Rechnet sich eine Anlage?

Das hängt stark von der Härte und vom Haushalt ab. Gespart wird an Wasch-, Spül- und Reinigungsmitteln, an Entkalkern und an Reparaturen von Geräten und Armaturen. Dem stehen Anschaffung, Salz und Wartung gegenüber. Bei sehr hartem Wasser und einer Familie im Einfamilienhaus kann es aufgehen, bei mittlerer Härte ist es eher eine Frage des Komforts als des Geldes.

Schmeckt enthärtetes Wasser anders?

Leicht. Manche empfinden es als etwas weicher oder fader. Bei richtig eingestellter Resthärte fällt es den meisten kaum auf.

Kann ich die Anlage selbst einbauen?

Die Montage erfordert Eingriffe in die Trinkwasserinstallation. Das gehört in die Hand eines Installateurs.

Braucht die Spülmaschine dann noch Salz?

Bei stark enthärtetem Wasser weniger oder keins. Stellen Sie den Härtebereich am Gerät auf den neuen Wert ein.

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