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Heimwerker-Berater

Schlämmkreide

Haushaltvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Schlämmkreide
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Schlämmkreide ist
  2. Wofür sie taugt
  3. Als Putzmittel
  4. Wo sie nicht hingehört
  5. Fettflecken aus Stoff holen
  6. Kreidefarbe selbst anrühren
  7. Fensterkitt und Füllstoff
  8. Bad und Küche: die sanfte Alternative zur Scheuermilch
  9. Kaufen: worauf es ankommt
  10. Häufige Fragen

Schlämmkreide ist sehr fein gemahlene, gewaschene Kreide – chemisch fast reines Calciumcarbonat. Sie ist ein mildes Scheuermittel, bindet Fett und dient als Füllstoff für Farben und Kitt. Ihr Vorteil ist die Feinheit: Sie poliert, wo grobe Scheuermilch schon kratzt.

Was Schlämmkreide ist

Kreide entstand aus den Kalkschalen winziger Meeresorganismen. Für Schlämmkreide wird sie gemahlen und in Wasser aufgeschlämmt. Die groben Teile sinken ab, die feinen bleiben in der Schwebe und werden abgeschöpft und getrocknet. Daher der Name. In Deutschland bekannt ist vor allem die Kreide von Rügen.

Im Handel heißt das Produkt auch Schlemmkreide, Malerkreide oder schlicht Calciumcarbonat. Für Haushalt und Handwerk ist es dasselbe. Gute Ware ist rein weiß, geruchlos und fühlt sich zwischen den Fingern wie Mehl an, ohne zu knirschen.

Wofür sie taugt

PutzenChrom, Edelstahl, Silber, Messing, Glas, Emaille, Kochtöpfe, Kunststoffbadewannen
FleckenFett und Öl auf Textilien, Polstern, Papier und unbehandeltem Holz
FarbeFüllstoff für Kreidefarbe, Leimfarbe, Kalkfarbe und Grundierungen
Kittzusammen mit Leinöl klassischer Fensterkitt
Gartengelegentlich zum Anheben des pH-Werts, dafür gibt es aber passendere Produkte

Als Putzmittel

Rühren Sie Schlämmkreide mit etwas Wasser zu einer Paste an, die etwa so dick ist wie Zahnpasta. Mit einem weichen Tuch in kreisenden Bewegungen auftragen, kurz arbeiten lassen und mit klarem Wasser nachwischen. Trocken nachpolieren.

So wird angelaufenes Silber wieder hell, Edelstahlspülen und Armaturen bekommen ihren Glanz zurück, und Kalkschleier auf Glas lassen sich mit etwas Geduld wegpolieren. Wer die Paste mit einem Spritzer Spülmittel mischt, hat ein sehr sanftes Scheuermittel für Töpfe und Emaille.

Schlämmkreide ist sehr beliebt als Haushaltsmittel
Schlämmkreide ist sehr beliebt als Haushaltsmittel. | Foto: Casimiro_PT / Depositphotos.com

Wo sie nicht hingehört

Schlämmkreide ist mild, aber sie ist ein Schleifmittel. Auf Hochglanzflächen, beschichteten Brillengläsern, Displays und empfindlichem Lack hinterlässt sie feine Kratzer. Das gilt auch für polierten Marmor und Kalkstein: Kreide hat eine ähnliche Härte wie diese Steine und kann den Glanz stumpf machen. Probieren Sie an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie eine ganze Fläche bearbeiten.

Auch vergoldete oder versilberte Gegenstände mit dünner Auflage sind tabu, denn dort poliert man die Beschichtung schnell durch.

Fettflecken aus Stoff holen

Frische Fettflecken auf Kleidung, Polstern oder Teppich lassen sich gut mit Schlämmkreide behandeln:

  1. Überschüssiges Fett abtupfen, nicht reiben.
  2. Kreide dick aufstreuen oder als Paste aufstreichen.
  3. Mehrere Stunden einwirken lassen, besser über Nacht. Die Kreide saugt das Fett aus der Faser.
  4. Ausbürsten oder absaugen, bei waschbaren Stoffen danach normal waschen.

Bei alten, eingetrockneten Flecken hilft es, den Fleck vorher mit etwas Gallseife anzulösen. Für andere Fleckenarten gibt es eigene Wege, etwa bei Blutflecken oder Rostflecken.

Kreidefarbe selbst anrühren

Kreidefarbe gibt Möbeln die matte, leicht pudrige Oberfläche, die man vom Shabby-Look kennt. Selbst gemacht wird sie aus Dispersionsfarbe und Schlämmkreide:

  1. Schlämmkreide mit Wasser glatt rühren, als Richtwert zwei Teile Wasser auf einen Teil Kreide.
  2. Unter die Farbe mischen, etwa ein Teil Kreidepaste auf drei Teile Farbe.
  3. Probeanstrich machen, trocknen lassen, dann nachjustieren. Mehr Kreide macht die Farbe matter und kreidiger.

Die fertige Oberfläche ist offenporig und empfindlich. Auf stark genutzten Möbeln gehört eine Schicht Wachs oder Klarlack darüber.

Fensterkitt und Füllstoff

Klassischer Glaserkitt besteht aus Schlämmkreide und Leinöl, zu einem knetbaren Teig verarbeitet. Er wird heute noch an alten Holzfenstern verwendet, weil er mit dem Holz arbeitet und sich überstreichen lässt – allerdings erst nach einigen Wochen Trocknung.

Maler nutzen Schlämmkreide außerdem als Füllstoff für Leimfarben und als Bestandteil von Kalkfarbe. Sie macht die Farbe deckender und günstiger.

Bad und Küche: die sanfte Alternative zur Scheuermilch

Kunststoffbadewannen aus Acryl, Duschwannen und Waschbecken aus Keramik vertragen keine grobe Scheuermilch, sehen nach Jahren aber oft grau aus. Eine Paste aus Schlämmkreide und etwas Spülmittel holt den Grauschleier heraus, ohne die Oberfläche aufzurauen. Arbeiten Sie mit einem weichen Schwamm und wenig Druck, spülen Sie gründlich nach – Kreidereste trocknen sonst als weißer Film auf.

In der Küche eignet sich die Paste für verfärbte Emaille-Töpfe, Backbleche mit leichtem Belag und angelaufene Kupferböden. Auf Glaskeramik-Kochfeldern funktioniert sie bei leichten Kalkrändern, eingebrannte Reste gehören dagegen erst mit dem Schaber gelöst.

Kaufen: worauf es ankommt

Achten Sie auf reine Kreide ohne Zusätze und eine feine Körnung. Für Putzarbeiten und Farbe genügt die einfache Qualität aus Baumarkt oder Drogerie, die Kilopackung kostet wenige Euro. Kreide mit Lebensmittel- oder Arzneibuchqualität ist teurer und lohnt nur, wenn Sie sie am Körper verwenden wollen.

Lagern Sie die Kreide trocken und gut verschlossen, dann hält sie praktisch unbegrenzt. Feucht gewordene Kreide verklumpt, lässt sich aber wieder zerdrücken.

Häufige Fragen

Kann man Zahnpasta aus Schlämmkreide machen?

Kreide ist tatsächlich ein übliches Putzmittel in Zahnpasta. Selbst angerührter Paste fehlt aber das Fluorid, das Karies vorbeugt. Zahnärzte raten deshalb zu fluoridhaltiger Zahnpasta.

Entfernt Schlämmkreide Kratzer aus Glas?

Nur sehr feine Kratzer und Schleier, die man mit dem Fingernagel nicht spürt. Tiefere Kratzer brauchen Polierpulver auf Ceroxid-Basis oder den Glaser.

Ist Schlämmkreide dasselbe wie Tafelkreide?

Nein. Tafelkreide ist heute meist Gips, also Calciumsulfat, und zum Putzen ungeeignet.

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