Waschmaschine schleudert nicht mehr

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Schleudert die Waschmaschine nicht mehr, ist die Wäsche am Ende nass, obwohl das Programm durchgelaufen ist. Die häufigste Ursache ist keine defekte Technik, sondern eine Unwucht: Die Maschine erkennt ungleich verteilte Wäsche und verzichtet zum eigenen Schutz auf das Schleudern. Erst wenn das ausgeschlossen ist, lohnt der Blick auf Pumpe, Motor und Riemen.
Unwucht: der häufigste Grund
Beim Schleudern dreht die Trommel mit 800 bis 1600 Umdrehungen pro Minute. Liegt die Wäsche einseitig, entstehen enorme Kräfte. Moderne Maschinen messen das und versuchen, die Wäsche durch Hin- und Herdrehen neu zu verteilen. Gelingt das nicht, schleudern sie langsamer oder gar nicht.
Typische Auslöser:
- Ein einzelnes schweres Teil, etwa eine Badematte, ein Bademantel oder eine Jeans allein in der Trommel.
- Bettbezüge, in die sich die übrige Wäsche hineinwickelt.
- Zu wenig Wäsche. Zwei Handtücher verteilen sich schlechter als eine halbe Trommel.
- Überladung, bei der sich nichts mehr bewegen kann.
Abhilfe: Wäsche von Hand verteilen, schwere Einzelteile mit ähnlichen Teilen kombinieren, Bettbezüge zuknöpfen. Dann ein Schleuderprogramm starten.
Die Programmwahl
Klingt banal, ist aber häufig: Bei Woll-, Seiden- oder Handwäscheprogrammen schleudert die Maschine sehr langsam oder gar nicht. Auch eine abgewählte Schleuderdrehzahl, ein aktivierter Spülstopp oder eine Sparfunktion, die mit weniger Wasser und Drehzahl arbeitet, führen zu nasser Wäsche. Sehen Sie im Display nach, bevor Sie den Kundendienst rufen.
Die Maschine pumpt nicht ab
Schleudern ist nur möglich, wenn das Wasser aus der Trommel ist. Pumpt die Maschine nicht vollständig ab, weil Flusensieb, Pumpe oder Schlauch verstopft sind, bricht sie das Schleudern ab. Das Vorgehen dazu steht unter Waschmaschine pumpt nicht ab. In vielen Fällen ist das Sieb schuld, und nach der Reinigung schleudert die Maschine wieder normal.
Die Maschine steht nicht gerade
Steht die Maschine schief oder auf einem schwingenden Boden, erkennt sie ständig Unwucht. Prüfen Sie mit der Wasserwaage auf der Oberseite in beide Richtungen und stellen Sie die Füße nach. Die Kontermuttern an den Füßen müssen fest angezogen sein. Auf Holzböden oder Podesten hilft eine feste Unterlage, siehe Waschmaschinenunterlage und Waschmaschinenpodest.
Neue Maschine: Transportsicherung vergessen?
Bei neuen oder umgezogenen Maschinen sitzen hinten Transportsicherungen, lange Schrauben, die die Trommel fixieren. Wurden sie nicht entfernt, kann die Trommel nicht schwingen, und die Maschine rüttelt beim Schleudern heftig oder bricht ab. Schrauben herausdrehen, die Löcher mit den beiliegenden Kappen verschließen und die Schrauben für den nächsten Umzug aufbewahren.
Kohlebürsten
Viele Waschmaschinen haben einen Motor mit Kohlebürsten, die mit der Zeit verschleißen. Sind sie abgenutzt, fehlt dem Motor die Kraft für hohe Drehzahlen. Typische Zeichen: Die Trommel dreht beim Waschen noch, beim Schleudern aber nicht mehr, oder es riecht leicht verbrannt. Kohlebürsten sind ein günstiges Ersatzteil und sitzen am Motor. Der Tausch ist mit etwas Geschick möglich, erfordert aber, die Rückwand abzunehmen und den Motor zu erreichen – vorher unbedingt den Stecker ziehen.
Moderne Maschinen mit bürstenlosem Motor haben dieses Problem nicht.
Antriebsriemen
Bei Maschinen mit Riemenantrieb überträgt ein Keilrippenriemen die Kraft vom Motor auf die Trommel. Ist er ausgeleiert, rutscht er bei hoher Drehzahl durch. Ist er gerissen, dreht die Trommel überhaupt nicht mehr. Ein Blick hinter die Rückwand zeigt das schnell.
Stoßdämpfer und Trommellager
Die Trommel hängt an Federn und stützt sich auf Stoßdämpfer. Sind sie ausgeschlagen, schwingt sie beim Anlaufen so stark, dass die Unwuchterkennung jedes Schleudern abbricht. Zu erkennen ist das daran, dass sich die Trommel bei geöffneter Tür von Hand weit und ohne Widerstand auf und ab bewegen lässt. Dämpfer sind günstig, der Tausch braucht aber etwas Erfahrung.
Ein Lagerschaden kündigt sich durch lautes Rumpeln oder Mahlen beim Schleudern an, oft über Wochen. Die Trommel hat dann spürbares Spiel, wenn man sie am oberen Rand anhebt. Die Reparatur ist aufwendig und lohnt sich bei älteren Maschinen selten.
Wenn es die Elektronik ist
Sind Unwucht, Programm, Abpumpen, Kohlebürsten und Riemen ausgeschlossen, kommen Tachogenerator, Motorsteuerung oder Türverriegelung in Frage. Hier helfen Fehlercodes und ein Fachbetrieb. Reparaturen an der Elektronik sind oft teuer, bei älteren Maschinen lohnt der Vergleich mit einem Neugerät.
Der Schnelltest
| Beobachtung | wahrscheinliche Ursache |
| Trommel verteilt lange hin und her | Unwucht |
| Wasser steht in der Trommel | Abpumpproblem |
| Trommel dreht beim Waschen, nicht beim Schleudern | Kohlebürsten, Riemen |
| Trommel dreht gar nicht | Riemen gerissen, Motor, Elektronik |
| Maschine wandert und schlägt | schief, Transportsicherung, Stoßdämpfer |
Häufige Fragen
Kann ich nur Schleudern einstellen?
Ja, fast jede Maschine hat ein separates Programm „Schleudern“ oder „Abpumpen und Schleudern“. Damit lässt sich schnell testen, ob die Maschine grundsätzlich schleudert.
Warum schleudert sie mal und mal nicht?
Das spricht stark für Unwucht. Je nach Wäsche verteilt sich die Ladung mal gut, mal schlecht.
Wie nass darf die Wäsche nach dem Schleudern sein?
Bei 1400 Umdrehungen ist sie feucht, aber tropft nicht. Tropft sie beim Herausnehmen, hat die Maschine nicht oder nur mit niedriger Drehzahl geschleudert. Frotteestoffe halten naturgemäß mehr Wasser als Hemden.
Lohnt eine Reparatur noch?
Bei Kohlebürsten, Riemen oder Pumpe fast immer, das sind günstige Teile. Bei Lager- oder Elektronikschäden an einer alten Maschine eher nicht.



