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Heimwerker-Berater

Holzofen wasserführend

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Holzofen wasserführend
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie er funktioniert
  2. Die Bauarten
  3. Warum ein Pufferspeicher dazu gehört
  4. Sicherheit: thermische Ablaufsicherung
  5. Was dafür spricht – und was dagegen
  6. Die richtige Leistung
  7. Kosten realistisch planen
  8. Vorschriften und Abnahme
  9. Richtig heizen
  10. Häufige Fragen

Ein wasserführender Holzofen gibt nur einen Teil seiner Wärme an den Raum ab. Der Rest, oft mehr als die Hälfte, geht über einen Wärmetauscher ins Heizungswasser und damit in Heizkörper, Fußbodenheizung oder Warmwasser. Das macht aus einem Wohnzimmerofen eine Heizungsergänzung – aber auch aus einem einfachen Ofenkauf ein Projekt mit Heizungsbauer.

Wie er funktioniert

Um den Brennraum liegt eine Wassertasche, ein doppelwandiger Mantel, durch den Heizungswasser fließt. Das Feuer erwärmt das Wasser, eine Pumpe fördert es in einen Pufferspeicher. Von dort bedient sich die Heizung, wann immer Wärme gebraucht wird – auch Stunden, nachdem das Feuer aus ist.

Die Aufteilung zwischen Raum und Wasser steht im Datenblatt. Ein Ofen mit 10 kW Gesamtleistung gibt zum Beispiel 6 kW ans Wasser und 4 kW an den Raum ab. Genau diese Aufteilung entscheidet, ob das Modell zu Ihrem Haus passt.

Wasserführender Kaminofen
Wasserführender Kaminofen | Foto: goglik83 / Depositphotos.com

Die Bauarten

Wasserführender Kaminofen. Frei stehend, mit Sichtscheibe, meist mit 6 bis 15 kW Gesamtleistung. Die häufigste Variante.

Wasserführender Kamineinsatz. Wird eingemauert oder verkleidet, oft mit größerer Wassertasche.

Wasserführender Küchenherd. Kochen, Backen und Heizen in einem, eher in Landhäusern.

Pelletofen mit Wassertasche. Arbeitet automatisch mit Pellets statt Scheitholz und lässt sich zeitgesteuert betreiben.

Warum ein Pufferspeicher dazu gehört

Ein Holzfeuer lässt sich nicht beliebig herunterregeln. Es liefert Wärme dann, wenn es brennt, nicht dann, wenn die Heizung sie braucht. Der Pufferspeicher nimmt die Wärme auf und gibt sie zeitversetzt ab.

Wie groß er sein muss, geben die Hersteller an. Für Kaminöfen sind 500 bis 1.000 Liter üblich, bei größerer Wasserleistung mehr. Der Speicher braucht Platz – ein 800-Liter-Puffer ist rund 80 cm breit und fast 2 m hoch – und muss durch die Kellertür passen.

Sicherheit: thermische Ablaufsicherung

Ein wasserführender Ofen darf nie ohne Wasserkreislauf betrieben werden. Fällt die Pumpe aus oder ist der Puffer voll, würde das Wasser in der Tasche kochen. Deshalb ist eine thermische Ablaufsicherung vorgeschrieben: Ein Ventil lässt bei Überhitzung kaltes Trinkwasser durch einen Sicherheitswärmetauscher laufen und kühlt so den Ofen. Dazu kommen Sicherheitsventil und Ausdehnungsgefäß.

Eine Rücklaufanhebung sorgt dafür, dass das zurückfließende Wasser nicht zu kalt in den Ofen kommt. Sonst kondensiert Wasserdampf aus dem Rauchgas an der kalten Wand, und der Ofen versottet.

Was dafür spricht – und was dagegen

Dafür
  • Holzwärme heizt das ganze Haus, nicht nur einen Raum
  • Wohnzimmer überhitzt weniger als mit normalem Ofen
  • entlastet Gas- oder Ölheizung spürbar
  • gut kombinierbar mit Solarthermie über denselben Puffer
Dagegen
  • Installation durch Heizungsbauer nötig
  • Pufferspeicher braucht Platz
  • deutlich teurer als ein normaler Kaminofen
  • Holz muss regelmäßig nachgelegt werden

Die richtige Leistung

Die Raumwärmeleistung muss zum Aufstellraum passen. Ein zu großer Ofen macht das Wohnzimmer zur Sauna, bevor der Puffer warm ist. Für ein Wohnzimmer mit 30 bis 40 m² in einem normal gedämmten Haus reichen meist 3 bis 4 kW Raumleistung.

Die Wasserleistung richtet sich nach dem Anteil, den der Ofen an der Heizung übernehmen soll. Eine ernsthafte Berechnung macht der Heizungsbauer anhand der Heizlast des Hauses.

Kosten realistisch planen

PostenPreisrahmen
Wasserführender Kaminofen1.500–5.000 Euro
Pufferspeicher 500–1.000 l800–2.000 Euro
Installation, Pumpengruppe, Sicherheitstechnik2.000–4.000 Euro
Schornstein, falls nötig2.000–5.000 Euro

Insgesamt sind 5.000 bis 12.000 Euro realistisch. Förderprogramme für Holzfeuerungen ändern sich häufig; den aktuellen Stand prüfen Sie beim BAFA oder bei der KfW, bevor Sie den Auftrag vergeben.

Vorschriften und Abnahme

Der Ofen muss die Grenzwerte der 1. BImSchV für Staub und Kohlenmonoxid einhalten; das bescheinigt der Hersteller. Vor der ersten Inbetriebnahme nimmt der Bezirksschornsteinfeger Ofen und Schornstein ab. Die Einbindung in die Heizung übernimmt ein Heizungsbauer – das ist keine Heimwerkerarbeit.

Richtig heizen

Wasserführende Öfen brauchen trockenes Holz, mit weniger als 20 Prozent Restfeuchte. Feuchtes Holz senkt die Leistung und verrußt den Wärmetauscher. Wie Holz richtig gelagert wird, steht unter Brennholz lagern. Mit einem Holzfeuchtemessgerät prüfen Sie die Scheite vor dem Nachlegen.

Die Wassertasche wird regelmäßig gereinigt, meist über eine Klappe oder mit Reinigungsstangen. Rußbelag auf dem Wärmetauscher kostet sonst spürbar Leistung.

Häufige Fragen

Kann ich ihn selbst installieren?

Aufstellen ja, anschließen nein. Die hydraulische Einbindung, die Sicherheitstechnik und die Abnahme gehören in Fachhand.

Brauche ich zwingend einen Pufferspeicher?

In aller Regel ja. Ohne Puffer kann die Wärme nicht gespeichert werden, und der Ofen läuft Gefahr, zu überhitzen.

Wie viel Holz verbraucht der Ofen?

Das hängt davon ab, wie viel Heizwärme er übernehmen soll. Ein Raummeter lufttrockenes Buchenholz enthält rund 1.900 bis 2.100 kWh. Wer mit dem Ofen die Hälfte der Heizwärme eines Einfamilienhauses mit 15.000 kWh Jahresbedarf decken will, braucht also grob vier bis fünf Raummeter pro Winter – und die Zeit, sie zu stapeln, zu tragen und nachzulegen.

Geht es auch ohne Zentralheizung?

Nur mit Einschränkungen. Der Ofen braucht einen Wasserkreislauf, an den er seine Wärme abgeben kann. Einen Überblick über Ofenarten gibt der raumluftunabhängige Kaminofen.

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