Dauerbrandofen

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Ein Dauerbrandofen ist ein Kaminofen, der mit einer Füllung viele Stunden lang Glut hält – am Abend nachgelegt, am Morgen noch warm. Das gelingt nicht mit jedem Ofen und nicht mit jedem Brennstoff. Entscheidend ist die Kombination aus großem Füllraum, einem Rost mit regelbarer Luft von unten und dem richtigen Brennstoff, meist Braunkohlebriketts.
Dauerbrand und Zeitbrand
Kaminöfen werden grob in zwei Gruppen eingeteilt. Zeitbrandöfen sind für Holz gebaut: Man legt ein bis zwei Scheite nach, sie brennen in etwa einer Stunde ab, dann muss wieder nachgelegt werden. Die meisten modernen Kaminöfen mit großer Scheibe gehören dazu.
Dauerbrandöfen schaffen mit einer Füllung mehrere Stunden ohne Nachlegen. In der Prüfung wird das üblicherweise mit Braunkohlebriketts nachgewiesen, und auch im Alltag sind Briketts der Brennstoff, mit dem die langen Zeiten erreicht werden. Mit Holz allein ist Dauerbrand kaum möglich, weil Holz schnell ausgast und dann rasch herunterbrennt.
Wie der Ofen die Glut hält
Ein Dauerbrandofen hat einen Rost, durch den Luft von unten in das Glutbett strömt. Diese Primärluft braucht Kohle zum Brennen. Holz dagegen brennt am besten mit Luft von oben, der Sekundärluft, die an der Scheibe entlangstreicht. Dauerbrandöfen haben deshalb meist beide Regler.
Für die Nacht wird die Luftzufuhr stark gedrosselt. Die Briketts glühen dann langsam durch, statt zu brennen. Der Rost muss sich abrütteln lassen, damit am Morgen die Asche nach unten fällt und die Glut wieder Luft bekommt. Ein großer Aschekasten gehört dazu, weil Braunkohle deutlich mehr Asche hinterlässt als Holz.

Welche Brennstoffe infrage kommen
| Brennstoff | Eignung | Hinweis |
| Braunkohlebriketts | sehr gut für Dauerbrand | Glut über viele Stunden, mehr Asche |
| Scheitholz, trocken | gut zum Anheizen und für den Tag | brennt schnell ab |
| Holzbriketts | gut | gleichmäßiger als Scheitholz |
| Steinkohle, Anthrazit | nur wenn der Hersteller es freigibt | sehr heiß, nicht für jeden Ofen |
| Abfall, lackiertes Holz, Pappe in Mengen | verboten | giftige Abgase, Anzeige möglich |
Welche Brennstoffe zulässig sind, steht auf dem Typenschild und in der Anleitung des Ofens. Was dort nicht genannt ist, gehört nicht hinein. Beim Holz gilt: Die erste Bundes-Immissionsschutzverordnung verlangt einen Feuchtegehalt unter 25 Prozent, gut durchgetrocknetes Holz liegt eher unter 20. Mehr dazu unter Kaminholz kaufen.
So heizen Sie für die Nacht
- Ordentlich anheizen. Mit Holz ein heißes Glutbett aufbauen, der Ofen soll richtig warm sein.
- Briketts auflegen. Auf die Glut, nicht auf kalte Asche. Je nach Ofen drei bis sechs Stück.
- Kurz offen brennen lassen. Die Briketts sollen außen richtig angebrannt sein, sonst schwelen sie mit viel Rauch.
- Luft reduzieren. Sekundärluft fast zu, Primärluft nach Anleitung auf die kleine Stufe.
- Am Morgen abrütteln und die Luft öffnen. Auf der Glut lässt sich direkt nachlegen.
Wichtig ist Schritt 3. Wer zu früh drosselt, bekommt einen Schwelbrand: viel Rauch, viel Kohlenmonoxid, verrußte Scheibe und unzufriedene Nachbarn.
Sicherheit über Nacht
Ein gedrosselter Ofen produziert mehr Kohlenmonoxid als einer, der offen brennt. Das ist beim Dauerbrand unvermeidbar und nur dann ein Problem, wenn Abgase in den Raum gelangen – etwa durch schlechten Zug, eine undichte Tür oder eine Dunstabzugshaube, die Unterdruck erzeugt. Ein CO-Melder im Aufstellraum gehört deshalb dazu, Einzelheiten unter CO-Melder und CO2-Melder.
Die Feuerraumtür bleibt geschlossen, der Aschekasten ebenfalls. Heiße Asche kommt in einen Metalleimer mit Deckel und bleibt mindestens einen Tag draußen stehen, bevor sie in die Tonne darf.
Grenzwerte und Schornsteinfeger
Neue Öfen müssen die Grenzwerte der ersten Bundes-Immissionsschutzverordnung für Staub und Kohlenmonoxid einhalten. Das bescheinigt der Hersteller. Vor der ersten Inbetriebnahme muss der Bezirksschornsteinfeger den Ofen abnehmen, er prüft Anschluss, Abstände und den Schornstein.
Für ältere Öfen gelten Übergangsfristen, die inzwischen weitgehend abgelaufen sind. Ob ein vorhandener Ofen weiter betrieben werden darf, sagt der Schornsteinfeger bei der Feuerstättenschau. Wer ein gebrauchtes Gerät kauft, sollte das vorher klären.
Worauf es beim Kauf ankommt
- Nennwärmeleistung passend zum Raum. Ein zu großer Ofen muss ständig gedrosselt werden und brennt dann schlecht. Für ein gut gedämmtes Wohnzimmer reichen oft 5 bis 6 kW.
- Füllraum und Rost. Ein Dauerbrandofen braucht Platz für Briketts und einen Rost mit Rüttelmechanik.
- Getrennte Luftregler für Primär- und Sekundärluft.
- Speichermasse. Verkleidungen aus Speckstein, Sandstein oder Keramik geben die Wärme noch Stunden nach dem Feuer ab.
- Raumluftunabhängiger Betrieb in dichten Neubauten und bei Lüftungsanlagen, siehe raumluftunabhängiger Kaminofen.
Was er kostet
Einfache Dauerbrandöfen aus Stahl gibt es ab einigen hundert Euro. Geräte mit Speicherverkleidung und solider Verarbeitung liegen meist bei 1000 bis 2500 Euro. Dazu kommen das Ofenrohr, eine Bodenplatte als Funkenschutz vor der Tür, die Abnahme durch den Schornsteinfeger und gegebenenfalls Arbeiten am Schornstein.
Häufige Fragen
Wie lange hält die Glut wirklich?
Das hängt vom Ofen, der Brikettmenge und der Luftstellung ab. Mehrere Stunden sind bei einem echten Dauerbrandofen normal, eine ganze Nacht mit guter Einstellung ebenfalls. Mit Holz allein gelingt das kaum.
Kann ich nur mit Holz heizen?
Ja, tagsüber sogar besser. Der Dauerbrand-Vorteil kommt dann aber nicht zum Tragen. Wer nur mit Holz heizen will, ist mit einem gewöhnlichen Kaminofen gut bedient.
Hilft ein Ventilator auf dem Ofen?
Ein Ofenventilator verteilt die warme Luft im Raum und braucht keinen Strom. Er ersetzt aber keine gute Dimensionierung. Für die Pflege im Alltag gehört Kaminbesteck neben den Ofen.

