Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Brennholzsäge

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 8 Abschnitte
Brennholzsäge
Inhalt8 Abschnitte
  1. Die vier Bauarten
  2. Warum die Wippe sicher ist
  3. Die richtige Scheitlänge
  4. Sicher arbeiten
  5. Sägeblatt und Kette
  6. Holz, Trocknung, Lagerung
  7. Häufige Fragen
  8. Video zum Thema

Brennholz ablängen ist Arbeit in Serie: immer derselbe Schnitt, hundertfach wiederholt, oft mit müden Armen. Genau deshalb passieren hier die schweren Unfälle – nicht beim ersten Schnitt, sondern beim zweihundertsten.

Welche Säge die richtige ist, hängt an einer einzigen Frage: Wie viel Raummeter im Jahr?

Die vier Bauarten

BauartSinnvoll ab/bisStärkeSchwäche
Kettensägebis ca. 5 rmvorhanden, flexibel, auch im Waldlangsam am Bock, gefährlichste Variante
Wippkreissäge5–30 rmschnell, sicher, wiederholgenauPlatzbedarf, Starkstrom
Bandsäge für Brennholz5–20 rmschmaler Schnitt, wenig Verlust, leiselangsamer als die Wippe
Sägespalterab 20 rmsägt und spaltet in einem DurchgangAnschaffung im vierstelligen Bereich

Für den typischen Kaminbesitzer mit 4 bis 8 Raummetern ist die Wippkreissäge die richtige Maschine. Sie kostet gebraucht oft weniger als eine gute Kettensäge und ist der Kettensäge am Sägebock in Tempo und Sicherheit deutlich überlegen.

Warum die Wippe sicher ist

Bei der Wippkreissäge liegt das Blatt fest und das Holz bewegt sich – in einer Mulde, die man zum Blatt kippt. Das hat drei Folgen:

  • Die Hände bleiben außerhalb der Wippe, also weit vom Blatt.
  • Die Schutzhaube gibt das Blatt nur in dem Moment frei, in dem Holz davor liegt.
  • Die Wippe fällt federunterstützt zurück – ohne Holz schließt sich alles von selbst.

Prüfen Sie beim Kauf, ob die Rückholfeder kräftig und die Haube unbeschädigt ist. Gerade bei gebrauchten Maschinen fehlen diese Teile erstaunlich oft, und ohne sie ist die Wippsäge genau das, wofür sie einen schlechten Ruf hat.

Die richtige Scheitlänge

Sie richtet sich nach dem Brennraum, nicht nach Gewohnheit.

FeuerstätteScheitlänge
Kaminofen, klein25 cm
Kaminofen, üblich33 cm
Kachelofen, Grundofen33–50 cm
Scheitholzkessel50 cm

Rechnen Sie 5 cm Luft zur Brennraumtiefe. Ein Scheit, das genau passt, passt nach dem Trocknen nicht mehr quer hinein – und quer liegt es besser.

Die meisten Wippsägen haben einen verstellbaren Längenanschlag. Ihn einmal richtig einzustellen spart bei 6 Raummetern mehrere hundert Messvorgänge.

Sicher arbeiten

  • Kein Gehörschutz mit Musik, keine Handschuhe an der Kreissäge. Handschuhe werden von rotierenden Teilen erfasst. Gehörschutz ist dagegen Pflicht: Diese Maschinen liegen über 100 dB(A), Einzelheiten beim Kapselgehörschutz.
  • Nie allein arbeiten. Bei Brennholz ist das die wichtigste Regel überhaupt. Wer sich verletzt, kann selten noch telefonieren.
  • Kein Zwiesel in die Wippe. Astgabeln verkanten und schlagen zurück. Solche Stücke mit der Kettensäge auf dem Boden trennen.
  • Nicht nachfassen. Bleibt ein Rest in der Wippe liegen, erst die Maschine ausschalten und das Blatt auslaufen lassen.
  • Aufgeräumter Arbeitsplatz. Die häufigste Unfallursache ist ein Stolpern über Holzreste, nicht das Sägeblatt.
  • Feste Schuhe und enge Kleidung. Keine Kapuzenbänder, kein Schal.

Sägeblatt und Kette

Für die Wippkreissäge gilt: Hartmetallbestückte Blätter mit 24 bis 40 Zähnen bei 600 bis 700 mm Durchmesser. Frisches, nasses Holz braucht große Spanräume – ein feinzahniges Blatt setzt sich zu und brennt.

Ein stumpfes Blatt erkennen Sie daran, dass die Maschine beim Absenken hörbar einbricht und das Holz Brandspuren zeigt. Nachschärfen lohnt sich bei diesen Durchmessern; mehr dazu beim Kreissägeblatt.

Bei der Kettensäge ist eine scharfe Kette der halbe Sicherheitsgewinn: Eine stumpfe Kette muss gedrückt werden, und Drücken führt zum Verkanten.

Holz, Trocknung, Lagerung

Frisch geschlagenes Holz hat 50 bis 60 Prozent Wassergehalt. Verbrennen darf man es erst bei unter 20 Prozent – das schreibt die 1. BImSchV vor, und es ist zugleich der Unterschied zwischen Wärme und Qualm.

  • Gespalten trocknet es doppelt so schnell wie am Stück. Sägen und spalten gehören deshalb in einen Arbeitsgang; siehe Spaltaxt.
  • Zwei Jahre für Hartholz (Buche, Eiche), ein Jahr für Weichholz.
  • Luftig stapeln, überdacht, aber an den Seiten offen. Eine Plane rundum hält die Feuchte fest.
  • Messen statt schätzen mit einem Holzfeuchtemessgerät, an der frischen Bruchfläche eines gespaltenen Scheits.

Wer nicht selbst sägt, findet unter Kaminholz kaufen die Maßeinheiten und worauf beim Kauf zu achten ist.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wippkreissäge?

Neu 400 bis 1200 Euro, je nach Blattdurchmesser und ob Starkstrom oder Zapfwelle. Gebraucht gibt es brauchbare Maschinen ab 200 Euro – prüfen Sie Schutzhaube, Rückholfeder und Kabel, das sind die Teile, an denen gespart wird. Im Baumarkt stehen meist nur die kleineren Modelle.

Brauche ich Starkstrom?

Für Blätter ab 600 mm in der Regel ja, 400 Volt mit 16 Ampere. Es gibt 230-Volt-Maschinen mit kleineren Blättern – sie kommen bei dickem, nassem Holz an ihre Grenze.

Wie viel Holz schaffe ich in der Stunde?

Mit der Wippsäge und einem Helfer, der zureicht und stapelt, etwa ein Raummeter je Stunde. Allein mit der Kettensäge am Bock ist es ein Drittel davon – bei deutlich höherer Belastung.

Welches Holz eignet sich am besten?

Buche liefert den höchsten Heizwert je Raummeter und brennt ruhig. Esche und Eiche kommen nahe heran. Nadelholz brennt schneller und spritzt mehr Funken – für offene Kamine ungeeignet.

Video zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren