Metallkappsäge

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Mit einer Metallkappsäge längen Sie Rohre, Profile und Winkeleisen schnell und rechtwinklig ab. Zwei Bauarten stehen im Handel nebeneinander: die günstige mit Trennscheibe und die teurere mit Hartmetall-Sägeblatt. Sie unterscheiden sich weniger im Preis als in dem, was hinterher in der Werkstatt passiert – Funken und heiße Kanten hier, saubere Späne dort.
Bauart 1: Trennschleifer-Kappsäge
Sie arbeitet wie ein großer Winkelschleifer auf einem Gestell. Eine faserverstärkte Trennscheibe, meist 355 mm im Durchmesser, dreht mit rund 3800 Umdrehungen je Minute und schleift sich durch das Metall.
Vorteile: günstig in der Anschaffung, oft unter 200 Euro, die Scheibe schneidet fast alles – Stahl, Edelstahl, Guss.
Nachteile: Starker Funkenflug, der Brandgefahr in der Werkstatt bedeutet. Das Werkstück wird heiß und hat einen deutlichen Grat. Die Scheibe verschleißt, ihr Durchmesser nimmt ab, und damit auch die Schnitttiefe. Außerdem entsteht viel Schleifstaub.
Bauart 2: Trockenschnitt- und Kaltkreissäge
Hier arbeitet ein Sägeblatt mit Zähnen. Trockenschnittsägen haben ein Hartmetallblatt, das mit deutlich niedrigerer Drehzahl läuft als eine Trennscheibe – meist um 1300 bis 1500 Umdrehungen. Das Blatt zerspant das Metall, statt es zu schleifen.
Vorteile: Kaum Funken, das Werkstück bleibt fast kalt, der Schnitt ist sauber und nahezu gratfrei. Das Blatt verliert keinen Durchmesser.
Nachteile: Höherer Gerätepreis, und ein Blatt kostet oft über 100 Euro. Für gehärteten Stahl ist es nicht geeignet.
Werkstätten nutzen zudem klassische Kaltkreissägen mit HSS-Blatt, sehr niedriger Drehzahl und Kühlschmierung. Sie sind schwer, präzise und für Serienarbeit gedacht.
Welche Bauart für wen
Trennscheibe
| Sägeblatt
|
Schnittbereich
Maschinen mit 355 mm Scheibe oder Blatt schneiden Rundrohre und Vierkantprofile bis etwa 100 bis 120 mm, je nach Modell und Winkel. Bei 45° schrumpft der Bereich. Den genauen Bereich für Rund-, Vierkant- und Flachmaterial nennt das Datenblatt meist als kleine Tabelle, getrennt nach 90° und 45°. Achten Sie bei der Trennscheibe darauf, dass sich die Angaben auf eine neue Scheibe beziehen – eine halb verbrauchte Scheibe schafft deutlich weniger. Wer vor allem Vollmaterial schneidet, stößt schnell an Grenzen; dafür ist die Metallbandsäge besser geeignet, die langsamer, aber ohne Hitze durch dickes Material geht.
Gehrung und Präzision
Die meisten Metallkappsägen haben einen drehbaren Schraubstock oder Sägekopf für Gehrungsschnitte von 0 bis 45°. Die Skalen günstiger Geräte sind oft ungenau. Stellen Sie wichtige Winkel mit einem Winkelmesser oder Anschlagwinkel ein, nicht nach Skala. Für Rahmen aus Vierkantrohr hilft ein Probeschnitt an einem Rest.
Wer hohe Präzision braucht, achtet auf einen stabilen Schraubstock mit Schnellspannung und einen Längenanschlag für Serien.

Werkstück richtig spannen
Rohre und Profile gehören fest in den Schraubstock, das abzutrennende Ende frei. Liegt das Werkstück auf beiden Seiten auf, klemmt das Blatt gegen Ende des Schnitts. Lange Stangen stützen Sie mit einem Rollenbock in Tischhöhe ab. Winkelprofile legen Sie so ein, dass das Blatt zuerst auf eine Kante trifft und nicht flach auf einen Schenkel – so entsteht weniger Schlag.
Sicher arbeiten
- Funkenflug beachten. Bei der Trennscheibe kein brennbares Material im Umkreis von mehreren Metern, Funkenrichtung von Personen und Holzspänen weg.
- Schutzbrille und Gehörschutz sind Pflicht, bei der Trennscheibe zusätzlich Handschuhe und feste Kleidung.
- Trennscheiben prüfen. Nur unbeschädigte Scheiben verwenden, die für die Drehzahl der Maschine zugelassen sind. Eine gerissene Scheibe kann bersten.
- Abgeschnittene Teile sind heiß. Bei der Trennscheibe oft so heiß, dass sie Verbrennungen verursachen.
- Nicht seitlich belasten. Trennscheiben vertragen keinen Seitendruck; nie mit der Flanke schleifen.
Preise
Trennschleifer-Kappsägen beginnen bei rund 100 Euro, Markengeräte kosten 200 bis 400 Euro. Trockenschnittsägen mit Hartmetallblatt liegen meist zwischen 300 und 800 Euro. Rechnen Sie die Verbrauchskosten mit: Trennscheiben sind billig, aber schnell verbraucht; Hartmetallblätter sind teuer, halten aber viele Hundert Schnitte in Baustahl. Wer nachrechnet, stellt bei regelmäßiger Arbeit oft fest, dass die teurere Säge über die Jahre günstiger ist – zumal die Zeit für das Entgraten und Abkühlen entfällt.
Alternativen für wenige Schnitte
Für gelegentliche Schnitte reichen eine Eisensäge oder ein Winkelschleifer mit Trennscheibe. Für Bleche gibt es die Handhebelschere. Eine Kappsäge lohnt sich, sobald regelmäßig gerade und winklige Schnitte an Profilen gebraucht werden.
Häufige Fragen
Kann ich mit einer Holz-Kappsäge Metall schneiden?
Nein. Die Drehzahl ist zu hoch, der Motor und die Schutzhaube sind nicht dafür ausgelegt. Einige Hersteller bieten spezielle Blätter für Aluminiumprofile an – nur diese sind zulässig.
Warum wird der Schnitt schief?
Bei Trennscheiben meist durch zu hohen Druck; die Scheibe weicht seitlich aus. Lassen Sie die Maschine arbeiten.
Welche Scheibe für Edelstahl?
Eine als eisenfrei gekennzeichnete Trennscheibe (INOX). Normale Scheiben übertragen Eisenpartikel, die später rosten.



