Einen Weinkühlschrank selber bauen vs. kaufen (darauf muss man achten)

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Wein will kühl, dunkel, ruhig und nicht zu trocken lagern. Ein normaler Kühlschrank ist dafür zu kalt, zu trocken und vibriert. Mit einem externen Thermostat lässt sich ein alter Kühlschrank zu einem brauchbaren Weinklimaschrank umbauen – für die Lagerung einiger Dutzend Flaschen genügt das, für wertvolle Weine über Jahre ist ein echter Weinkühlschrank die sicherere Wahl.
Was Wein zum Lagern braucht
| Temperatur | Zum Lagern um 12 °C, vor allem aber gleichmäßig. Schwankungen schaden mehr als ein oder zwei Grad Abweichung. |
| Luftfeuchte | Etwa 60 bis 70 Prozent, damit Naturkorken nicht austrocknen. |
| Ruhe | Möglichst wenig Erschütterung durch Kompressor und Türschlagen. |
| Dunkelheit | UV-Licht lässt Wein schneller altern, besonders in hellen Flaschen. |
| Lage | Flaschen mit Naturkorken liegend, damit der Korken feucht bleibt. |
Ein normaler Kühlschrank hält 4 bis 7 °C und trocknet die Luft aus. Für ein paar Tage stört das keinen Wein, für Monate schon.
Lagertemperatur und Trinktemperatur
Diese beiden werden oft verwechselt. Lagern sollten alle Weine bei ähnlichen Temperaturen, um 10 bis 14 °C. Serviert werden sie unterschiedlich: Schaumwein bei 6 bis 8 °C, Weißwein bei 8 bis 12 °C, Rotwein bei 14 bis 18 °C. Weinkühlschränke mit zwei oder drei Zonen halten beide Aufgaben parallel vor. Wer nur lagern will, braucht nur eine Zone.
Einen Weinkühlschrank kaufen
Die wichtigsten Kriterien:
- Kühltechnik. Kompressorgeräte kühlen kräftig und zuverlässig auch bei warmem Raum. Thermoelektrische Geräte sind leiser und vibrieren kaum, schaffen aber nur einen begrenzten Abstand zur Raumtemperatur und versagen im Sommer in warmen Räumen.
- Fassungsvermögen. Von 6 bis über 200 Flaschen. Die Angabe bezieht sich meist auf schlanke Bordeauxflaschen; bauchige Burgunderflaschen brauchen mehr Platz.
- Lautstärke. Werte zwischen etwa 30 und 45 dB sind üblich. Im Wohnraum zählt jedes Dezibel.
- Tür. UV-geschütztes Glas oder Volltür.
- Energieeffizienz. Seit der neuen EU-Skala von A bis G sind Weinkühlschränke selten in den oberen Klassen; ein Blick auf den Jahresverbrauch in kWh ist aussagekräftiger.

Für wen sich der Umbau lohnt
Ein Umbau ist sinnvoll, wenn ein funktionierender Zweitkühlschrank vorhanden ist, die Sammlung überschaubar bleibt und die Flaschen nicht jahrzehntelang reifen sollen. Er lohnt sich nicht, wenn dafür ein neuer Kühlschrank gekauft werden müsste – dann ist ein kleiner Weinkühlschrank kaum teurer und besser geeignet.
Das Prinzip des Umbaus
Das Herz ist ein externer Temperaturregler mit Fühler. Der Kühlschrank wird in die Steckdose des Reglers gesteckt, der Fühler kommt in den Innenraum. Der Regler schaltet den Strom ein, wenn es über der Solltemperatur wärmer wird, und aus, wenn sie erreicht ist. Das eigene Thermostat des Kühlschranks wird auf eine kalte Stufe gestellt, damit es nicht dazwischenfunkt.
Eine Zeitschaltuhr ist dafür nicht geeignet. Sie schaltet nach Uhrzeit, nicht nach Temperatur, und die Temperatur schwankt dann stark.
Umbau Schritt für Schritt
- Regler wählen, der für den Einschaltstrom eines Kompressors ausgelegt ist und eine einstellbare Schaltdifferenz hat.
- Einschaltverzögerung einstellen, falls vorhanden. Kompressoren mögen es nicht, kurz nach dem Abschalten wieder zu starten; einige Minuten Pause schonen sie.
- Fühler platzieren, in der Mitte des Innenraums, am besten in einem Glas Wasser. Das dämpft die Messung und verhindert ständiges Takten.
- Solltemperatur auf 12 °C, Schaltdifferenz ein bis zwei Grad.
- 24 Stunden laufen lassen, dann mit einem zweiten Thermometer an verschiedenen Stellen nachmessen.
Luftfeuchte und Luftumwälzung
Eine flache Schale mit Wasser auf dem untersten Boden erhöht die Luftfeuchte. Ein Hygrometer zeigt, ob es reicht; über 80 Prozent drohen Schimmel an Etiketten und Korken.
Kühlschränke haben oben und unten unterschiedliche Temperaturen. Ein kleiner Lüfter im Innenraum gleicht das aus. Er muss für die feuchte, kühle Umgebung geeignet sein, und das Kabel muss die Türdichtung ohne Spalt passieren.
Erschütterung und Licht
Gegen die Vibration des Kompressors helfen Gummipuffer unter den Einlegeböden und ein fester Stand des Geräts. Die Innenbeleuchtung lässt sich durch Abkleben des Türschalters oder Entfernen des Leuchtmittels ausschalten. Glasböden können durch Holzleisten ersetzt werden, auf denen die Flaschen stabiler liegen.
Klimaklasse beachten
Wer den Kühlschrank in Keller oder Garage stellt, sollte die Klimaklasse auf dem Typenschild ansehen. Sie gibt an, bei welchen Raumtemperaturen das Gerät zuverlässig arbeitet. Viele Geräte sind nicht für Räume unter etwa 16 °C ausgelegt; im kalten Keller schaltet der Kompressor dann kaum noch, und die Temperatur im Inneren läuft davon. Was das Gerät verbraucht, zeigt ein Strommessgerät für die Steckdose.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein umgebauter Kühlschrank?
So lange wie der Kühlschrank selbst. Das Takten über einen Regler ist für den Kompressor unkritisch, wenn die Einschaltverzögerung stimmt.
Kann ich auch einen Keller nutzen?
Ein kühler, gleichmäßig temperierter Keller ist der klassische Weinlagerort. Die Temperatur sollte aber auch im Sommer nicht über etwa 18 °C steigen, sonst hilft wieder nur ein Kühlgerät.
Was kostet ein Weinkühlschrank?
Kleine Geräte für wenige Flaschen gibt es ab etwa 150 Euro, Geräte mit mehreren Zonen und Kompressor für 50 bis 100 Flaschen liegen meist zwischen 500 und 1500 Euro. Ein externer Temperaturregler für den Umbau kostet einen Bruchteil davon.



