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Heimwerker-Berater

Heimsauna

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Heimsauna
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Saunaarten im Vergleich
  2. Welche Größe Sie brauchen
  3. Ofen und Stromanschluss
  4. Holz und Verarbeitung
  5. Was ein Saunaabend kostet
  6. Was eine Heimsauna kostet
  7. Lüftung und Pflege
  8. Typische Fehler
  9. Wo sie stehen kann
  10. Häufige Fragen

Eine Heimsauna ist eine Kabine aus Holz mit Ofen oder Strahlern, die im Keller, im Bad oder im Dachgeschoss steht. Die wichtigste Entscheidung fällt vor dem Kauf: finnische Sauna oder Infrarotkabine. Beide heißen im Handel oft einfach Sauna, haben aber mit Temperatur, Stromanschluss und Raumbedarf wenig gemeinsam.

Die Saunaarten im Vergleich

ArtLufttemperaturLuftfeuchteAufheizen
Finnische Sauna80–100 °C10–20 %, beim Aufguss kurz mehr30–60 Minuten
Biosauna (Sanarium)50–60 °C40–55 %30–45 Minuten
Infrarotkabine35–60 °CRaumluft10–20 Minuten
Dampfbad40–50 °Cbis 100 %15–30 Minuten

Die finnische Sauna ist das, was die meisten mit Sauna meinen: heiße, trockene Luft, Steine auf dem Ofen, Aufguss. Ein Kombiofen mit Verdampfer schaltet zusätzlich auf Biosauna um, also milder und feuchter.

Die Infrarotkabine erwärmt die Luft kaum, sondern strahlt direkt auf den Körper. Man schwitzt, aber anders, und viele empfinden sie als kreislaufschonender. Mit einem klassischen Saunagang hat sie wenig zu tun.

finnische sauna
Finnische Sauna | Foto: photonsk / Depositphotos.com

Welche Größe Sie brauchen

Rechnen Sie pro Person mit einer Liegefläche von etwa 60 × 190 cm, wenn Sie liegen wollen, oder mit 60 cm Bankbreite im Sitzen. Eine Kabine für zwei Personen misst daher meist rund 150 × 150 cm, für drei bis vier Personen 200 × 200 cm.

Die Innenhöhe liegt bei 190 bis 210 cm. Höher ist nicht besser: Die heiße Luft steigt nach oben, und je mehr Raum über der Oberbank liegt, desto länger heizt der Ofen für nichts. Die Oberbank sollte etwa 100 bis 110 cm unter der Decke liegen.

Planen Sie vor der Kabine Platz für die Tür und eine Abkühlmöglichkeit ein – eine Dusche in der Nähe ist Pflicht, nicht Luxus.

Ofen und Stromanschluss

Die Faustregel für die Ofenleistung lautet etwa 1 kW je Kubikmeter Kabinenvolumen. Eine Kabine mit 2 × 2 × 2 m, also 8 m³, braucht einen Ofen mit rund 7,5 bis 9 kW. Glastüren und Glasfronten erhöhen den Bedarf.

Öfen bis etwa 3,6 kW gibt es für die normale Steckdose. Alles darüber braucht einen Drehstromanschluss mit 400 V, eigene Absicherung und Zuleitung. Den Anschluss legt eine Elektrofachkraft, nicht der Heimwerker – das gilt auch für Steuergerät und Fühler.

Infrarotkabinen kommen meist mit 1,5 bis 3 kW aus und laufen an einer normalen Steckdose mit eigenem Stromkreis.

Holz und Verarbeitung

Die Wände bestehen meist aus Fichte, Hemlock oder Kiefer, entweder als Massivholz-Blockbohlen oder als Elementbauweise mit Dämmung. Elementkabinen halten die Wärme besser und sind schneller aufgebaut.

Die Bänke gehören aus harzarmem Holz, das sich wenig aufheizt: Abachi, Espe oder Erle. Harzreiches Nadelholz auf der Liegefläche tropft bei 90 °C, und Astlöcher werden heiß.

Lackiert oder lasiert wird in der Kabine nichts. Die Oberflächen bleiben unbehandelt oder erhalten allenfalls ein spezielles Saunawachs.

Was ein Saunaabend kostet

Eine finnische Kabine mit 6 bis 9 kW braucht zum Aufheizen und für drei Saunagänge je nach Größe und Dämmung etwa 5 bis 10 kWh. Bei heutigen Strompreisen sind das rund 2 bis 4 Euro je Abend.

Eine Infrarotkabine liegt bei 1 bis 2 kWh pro Sitzung. Wer einmal pro Woche sauniert, kommt mit einer finnischen Sauna im Jahr auf etwa 100 bis 200 Euro Stromkosten.

Was eine Heimsauna kostet

AusführungPreisrahmen
Infrarotkabine für 1–2 Personen1.000–3.000 Euro
Finnische Elementsauna für 2 Personen2.500–5.000 Euro
Massivholzsauna mit Kombiofen4.000–8.000 Euro
Maßanfertigung, Glasfrontab 8.000 Euro

Dazu kommen Elektroanschluss, gegebenenfalls eine Dusche und Zubehör wie Kübel, Kelle und Thermometer. Wer handwerklich geschickt ist, kann die Kabine selbst bauen, siehe Sauna selber bauen.

Lüftung und Pflege

Eine Sauna braucht Zuluft unten in Ofennähe und Abluft diagonal gegenüber, meist unter der oberen Bank. Ohne Luftwechsel wird die Luft stickig, und das Holz trocknet nach dem Saunieren nicht richtig ab.

Nach jedem Gebrauch die Tür offen lassen und den Ofen noch einige Minuten nachlaufen lassen, damit die Kabine trocknet. Liegetücher schützen das Holz vor Schweiß; die Bänke werden gelegentlich mit Wasser und etwas Schmierseife abgewaschen und abgeschliffen, wenn sie dunkel werden.

Typische Fehler

  • Ofen zu klein. Die Kabine wird nie richtig heiß, der Ofen läuft dauerhaft auf Volllast.
  • Kabine direkt an die Außenwand. Kalte Wand, Kondensat hinter der Kabine, Schimmelgefahr. Einige Zentimeter Abstand halten.
  • Stromanschluss unterschätzt. Der 400-V-Anschluss im Keller fehlt oft und muss nachgerüstet werden.
  • Holzschutzmittel verwendet. Bei 90 °C dünsten sie aus.

Wo sie stehen kann

Welcher Raum sich eignet und was beim Garten zu beachten ist, steht im Beitrag Heimsauna für Haus oder Garten. Die baulichen Details zum Einbau finden Sie unter Sauna im Haus einbauen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Aufheizen?

Eine finnische Kabine braucht je nach Größe und Ofen 30 bis 60 Minuten, eine Infrarotkabine 10 bis 20 Minuten.

Brauche ich einen Starkstromanschluss?

Für finnische Saunen mit Öfen über 3,6 kW ja. Infrarotkabinen laufen meist an 230 V.

Wie oft sollte man saunieren?

Ein- bis zweimal pro Woche gilt als üblich. Wer Herz-Kreislauf-Probleme hat, klärt das vorher mit dem Arzt.

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