Heimsauna

Inhalt14 Abschnitte
- Die Saunaarten im Vergleich
- Welche Größe Sie brauchen
- Ofen und Stromanschluss
- Die passende Sauna für jedes Haus oder den Garten finden
- Keller: der Klassiker mit dem Feuchteproblem
- Badezimmer: Dusche da, Platz knapp
- Dachgeschoss: am ehesten Infrarot
- Garten: das volle Programm mit mehr Planung
- Holz und Verarbeitung
- Lüftung, Boden, Dusche: was jeder Standort braucht
- Was ein Saunaabend kostet
- Was eine Heimsauna kostet
- Typische Fehler
- Häufige Fragen
Eine Heimsauna ist eine Kabine aus Holz mit Ofen oder Strahlern, die im Keller, im Bad, im Dachgeschoss oder als eigenes Häuschen im Garten steht. Die wichtigste Entscheidung fällt vor dem Kauf: finnische Sauna oder Infrarotkabine. Beide heißen im Handel oft einfach Sauna, haben aber mit Temperatur, Stromanschluss und Raumbedarf wenig gemeinsam. Die zweite Entscheidung ist der Standort – er bestimmt mehr über die Freude an der Sauna als die Holzart.
Die Saunaarten im Vergleich
| Art | Lufttemperatur | Luftfeuchte | Aufheizen |
| Finnische Sauna | 80–100 °C | 10–20 %, beim Aufguss kurz mehr | 30–60 Minuten |
| Biosauna (Sanarium) | 50–60 °C | 40–55 % | 30–45 Minuten |
| Infrarotkabine | 35–60 °C | Raumluft | 10–20 Minuten |
| Dampfbad | 40–50 °C | bis 100 % | 15–30 Minuten |
Die finnische Sauna ist das, was die meisten mit Sauna meinen: heiße, trockene Luft, Steine auf dem Ofen, Aufguss. Ein Kombiofen mit Verdampfer schaltet zusätzlich auf Biosauna um, also milder und feuchter.
Die Infrarotkabine erwärmt die Luft kaum, sondern strahlt direkt auf den Körper. Man schwitzt, aber anders, und viele empfinden sie als kreislaufschonender. Mit einem klassischen Saunagang hat sie wenig zu tun.

Welche Größe Sie brauchen
Rechnen Sie pro Person mit einer Liegefläche von etwa 60 × 190 cm, wenn Sie liegen wollen, oder mit 60 cm Bankbreite im Sitzen. Eine Kabine für zwei Personen misst daher meist rund 150 × 150 cm, für drei bis vier Personen 200 × 200 cm.
Die Innenhöhe liegt bei 190 bis 210 cm. Höher ist nicht besser: Die heiße Luft steigt nach oben, und je mehr Raum über der Oberbank liegt, desto länger heizt der Ofen für nichts. Die Oberbank sollte etwa 100 bis 110 cm unter der Decke liegen. Planen Sie vor der Kabine Platz für die Tür und eine Abkühlmöglichkeit ein.
Ofen und Stromanschluss
Die Faustregel für die Ofenleistung lautet etwa 1 kW je Kubikmeter Kabinenvolumen. Eine Kabine mit 2 × 2 × 2 m, also 8 m³, braucht einen Ofen mit rund 7,5 bis 9 kW. Glastüren und Glasfronten erhöhen den Bedarf.
Öfen bis etwa 3,6 kW gibt es für die normale Steckdose. Alles darüber braucht einen Drehstromanschluss mit 400 V, eigene Absicherung und Zuleitung. Den Anschluss legt eine Elektrofachkraft, nicht der Heimwerker – das gilt auch für Steuergerät und Fühler. Infrarotkabinen kommen meist mit 1,5 bis 3 kW aus und laufen an einer normalen Steckdose mit eigenem Stromkreis.
Die passende Sauna für jedes Haus oder den Garten finden
Der beste Standort liegt nah an einer Dusche, hat Strom und Lüftung und einen feuchteunempfindlichen Boden. Nicht jede Saunaart passt an jeden Ort:
| Standort | Geeignet für | Worauf achten |
| Keller | finnische Sauna, Infrarot | Raumhöhe, Feuchte, Lüftung |
| Badezimmer | kleine Kabine, Infrarot, Dampfdusche | Platz, Schutzbereiche, Abluft |
| Dachgeschoss | Infrarot, kleine finnische Kabine | Dachschräge, Sommerhitze, Statik |
| Garten | Saunahaus, Fasssauna | Fundament, Baurecht, Leitungen |
Die baulichen Details zum Einbau stehen unter Sauna im Haus einbauen.
Keller: der Klassiker mit dem Feuchteproblem
Der Keller ist oft der beste Platz. Er ist ruhig, hat meist einen gefliesten oder betonierten Boden und liegt nah an den Hausanschlüssen. Prüfen Sie vorher die Raumhöhe: Eine Kabine ist außen 200 bis 210 cm hoch und braucht darüber noch einige Zentimeter Luft.
Das Hauptproblem ist Feuchte. Ein feuchter Keller wird durch eine Sauna nicht trockener. Stellen Sie die Kabine mit einigen Zentimetern Abstand zur Außenwand auf, damit Luft hinter die Wände kommt, und sorgen Sie für einen Luftwechsel im Raum, am besten mit Fenster oder Lüfter. Wie Sie Schimmel im Keller erkennen, steht im Beitrag Schimmel feststellen.
Badezimmer: Dusche da, Platz knapp
Im Bad sind Dusche und Wasseranschluss schon vorhanden, das ist der große Vorteil. Allerdings braucht schon die Kabine für zwei Personen ihre 150 × 150 cm Grundfläche plus Türbereich. Elektrisch gelten im Bad die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701; Steuergerät und Anschluss müssen entsprechend platziert werden, was die Elektrofachkraft plant. Nach dem Saunieren ist die Luftfeuchte erhöht – ein Badlüfter mit Feuchtigkeitssensor nimmt sie zuverlässig heraus.
Für kleine Bäder ist ein Dampfbad oder eine Dampfdusche eine Alternative. Sie brauchen weniger Platz, dafür aber eine dampfdichte Ausführung und einen Wasseranschluss.

Dachgeschoss: am ehesten Infrarot
Unter dem Dach passt oft eine Infrarotkabine gut hinein, weil sie klein ist und wenig Anschlussleistung braucht. Auch Kabinen mit abgeschrägter Rückwand für Dachschrägen gibt es.
Zwei Dinge sprechen gegen das Dach: Im Sommer ist es dort ohnehin warm, und die Dusche liegt oft ein Stockwerk tiefer. Bei Holzbalkendecken lohnt ein Blick auf die Statik, denn eine Massivholzkabine mit Ofen und Steinen wiegt mehrere hundert Kilogramm.

Garten: das volle Programm mit mehr Planung
Ein Saunahaus im Garten bedeutet eigene Hütte, Vorraum, oft einen Holzofen und Frischluft zum Abkühlen. Beliebt sind klassische Saunahäuser und Fasssaunen, die als Bausatz geliefert werden. Der Garten braucht aber mehr Planung als das Haus.
- Fundament. Punkt- oder Streifenfundament, bei größeren Häusern eine Bodenplatte. Das Holz darf keinen Erdkontakt haben.
- Baurecht. Ob eine Gartensauna genehmigungsfrei ist, regelt die Landesbauordnung. Kleine Gebäude sind vielerorts bis zu einer bestimmten Größe verfahrensfrei, Grenzabstände gelten trotzdem. Fragen Sie beim Bauamt nach.
- Strom und Wasser. Ein Elektroofen braucht meist 400 V; das Erdkabel legt die Elektrofachkraft. Für die Außendusche muss die Wasserleitung frostsicher verlegt werden.
- Holzofen. Er braucht einen Schornstein, den der Schornsteinfeger abnimmt, und unterliegt den Regeln für Holzfeuerstätten. Mehr dazu unter Gartensauna mit Holzofen.
Holz und Verarbeitung
Die Wände bestehen meist aus Fichte, Hemlock oder Kiefer, entweder als Massivholz-Blockbohlen oder als Elementbauweise mit Dämmung. Elementkabinen halten die Wärme besser und sind schneller aufgebaut.
Die Bänke gehören aus harzarmem Holz, das sich wenig aufheizt: Abachi, Espe oder Erle. Harzreiches Nadelholz auf der Liegefläche tropft bei 90 °C, und Astlöcher werden heiß. Lackiert oder lasiert wird in der Kabine nichts. Die Oberflächen bleiben unbehandelt oder erhalten allenfalls ein spezielles Saunawachs.
Lüftung, Boden, Dusche: was jeder Standort braucht
Eine Sauna braucht Zuluft unten in Ofennähe und Abluft diagonal gegenüber, meist unter der oberen Bank. Ohne Luftwechsel wird die Luft stickig, und das Holz trocknet nach dem Saunieren nicht richtig ab.
- Dusche in der Nähe. Sie ist Pflicht, nicht Luxus: Nach dem Saunagang wird abgekühlt, nicht erst eine Treppe gestiegen.
- Feuchteunempfindlicher Boden. Fliesen, Beton oder Kunststoffbelag. Parkett und Teppich vertragen Schweiß und Tropfwasser nicht.
- Ruhebereich. Eine Liege oder ein Stuhl in der Nähe gehört zum Ritual.
Zur Pflege: Nach jedem Gebrauch die Tür offen lassen und den Ofen noch einige Minuten nachlaufen lassen, damit die Kabine trocknet. Liegetücher schützen das Holz vor Schweiß; die Bänke werden gelegentlich mit Wasser und etwas Schmierseife abgewaschen und abgeschliffen, wenn sie dunkel werden.
Was ein Saunaabend kostet
Eine finnische Kabine mit 6 bis 9 kW braucht zum Aufheizen und für drei Saunagänge je nach Größe und Dämmung etwa 5 bis 10 kWh. Bei heutigen Strompreisen sind das rund 2 bis 4 Euro je Abend. Eine Infrarotkabine liegt bei 1 bis 2 kWh pro Sitzung. Wer einmal pro Woche sauniert, kommt mit einer finnischen Sauna im Jahr auf etwa 100 bis 200 Euro Stromkosten.
Was eine Heimsauna kostet
- Infrarotkabine für 1–2 Personen: 1.000–3.000 Euro.
- Finnische Elementsauna für 2 Personen: 2.500–5.000 Euro.
- Massivholzsauna mit Kombiofen: 4.000–8.000 Euro.
- Maßanfertigung mit Glasfront: ab 8.000 Euro.
- Saunahaus für den Garten: je nach Größe und Ausführung 4.000–15.000 Euro, dazu Fundament und Anschlüsse.
Dazu kommen der Elektroanschluss, gegebenenfalls eine Dusche und Zubehör wie Kübel, Kelle und Thermometer. Wer handwerklich geschickt ist, kann die Kabine selbst bauen, siehe Sauna selber bauen.
Typische Fehler
- Ofen zu klein. Die Kabine wird nie richtig heiß, der Ofen läuft dauerhaft auf Volllast.
- Kabine direkt an die kalte Außenwand gestellt. Dahinter bildet sich Kondensat, es droht Schimmel. Einige Zentimeter Abstand halten.
- Kellersauna in einem feuchten Raum ohne Lüftung.
- Stromanschluss unterschätzt. Der 400-V-Anschluss im Keller fehlt oft und muss nachgerüstet werden.
- Dusche vergessen. Der Weg vom Dachboden in den Keller ist nach dem dritten Gang weit.
- Holzschutzmittel verwendet. Bei 90 °C dünsten sie aus.
- Gartensauna ohne Rückfrage beim Bauamt. Ein Rückbau ist teurer als jede Anfrage.

Häufige Fragen
Wie lange dauert das Aufheizen?
Eine finnische Kabine braucht je nach Größe und Ofen 30 bis 60 Minuten, eine Infrarotkabine 10 bis 20 Minuten, ein Saunahaus mit Holzofen je nach Größe eine Stunde und mehr.
Brauche ich einen Starkstromanschluss?
Für finnische Saunen mit Öfen über 3,6 kW ja. Infrarotkabinen laufen meist an 230 V.
Braucht die Sauna einen Wasseranschluss?
Eine finnische Kabine nicht, der Aufguss kommt aus dem Eimer. Ein Dampfbad dagegen braucht Wasserzulauf und Abfluss.
Kann ich eine Sauna selbst bauen?
Ja, eine Innenkabine ist ein machbares Projekt für geübte Heimwerker. Den Elektroanschluss macht die Fachkraft.
Darf eine Sauna in die Mietwohnung?
Eine Infrarotkabine an der Steckdose meist ja. Für einen Starkstromanschluss oder bauliche Änderungen brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters.
Wie oft sollte man saunieren?
Ein- bis zweimal pro Woche gilt als üblich. Wer Herz-Kreislauf-Probleme hat, klärt das vorher mit dem Arzt.



