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Heimwerker-Berater

Einen Kratzbaum selber bauen

Haushaltvon Andreas4 Min. · 11 Abschnitte
Einen Kratzbaum selber bauen
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wozu Katzen kratzen
  2. Was ein guter Kratzbaum können muss
  3. Materialliste
  4. Wie viel Sisalseil Sie brauchen
  5. Bauen Schritt für Schritt
  6. Wand- und Deckenbefestigung
  7. Materialien, die nicht hineingehören
  8. Platz und Aufstellung
  9. Höhlen, Mulden und Hängematten
  10. Nachbespannen statt wegwerfen
  11. Häufige Fragen

Ein selbst gebauter Kratzbaum ist stabiler als viele gekaufte, passt genau in die Ecke, für die er gedacht ist, und lässt sich nach Jahren neu bespannen, statt im Sperrmüll zu landen. Die wichtigste Eigenschaft ist nicht die Höhe und nicht die Zahl der Höhlen, sondern die Standfestigkeit. Ein Kratzbaum, der wackelt, wird von der Katze gemieden.

Wozu Katzen kratzen

Kratzen ist kein Fehlverhalten, sondern ein Grundbedürfnis. Die Katze entfernt dabei alte Krallenhüllen, dehnt Rücken und Schultern und markiert ihr Revier: An den Pfoten sitzen Duftdrüsen, deren Spuren andere Katzen wahrnehmen. Fehlt ein geeigneter Kratzplatz, nimmt sie das Sofa.

Auch Freigänger brauchen einen Kratzbaum. Sie kratzen draußen an Bäumen, aber in der Wohnung markieren sie trotzdem, und im Winter bleiben sie oft lange drinnen.

Was ein guter Kratzbaum können muss

  • Standfest auch dann, wenn die Katze in voller Länge daran hängt oder von oben abspringt.
  • Hoch genug, dass sich die Katze beim Kratzen ganz strecken kann; der Kratzstamm sollte also mindestens so hoch sein wie die gestreckte Katze.
  • Mehrere Ebenen zum Klettern, Liegen und Beobachten, am liebsten mit Blick aus dem Fenster.
  • Robuste Materialien, die nichts abgeben, was die Katze verschlucken könnte.

Materialliste

BodenplatteMultiplex oder MDF, 18 bis 25 mm stark, groß genug für Kippsicherheit.
StämmeKantholz, Rundholz oder Kunststoffrohr, etwa 8 bis 12 cm Durchmesser.
SisalseilNaturfaser, unbehandelt, 6 bis 10 mm. Kein geöltes Seil.
LiegeflächenPlatten aus Multiplex, mit Teppich oder Plüsch bespannt.
VerbindungLange Holzschrauben, Winkel, lösemittelfreier Holzleim.
BezugTeppichreste, Kunstfell, Sisalteppich.

Wie viel Sisalseil Sie brauchen

Das rechnet sich einfach: Je Windung braucht man etwa den Umfang des Stamms, und je Meter Stamm so viele Windungen, wie Seildicken hineinpassen. Ein Stamm mit 10 cm Durchmesser und 1 m Höhe, gewickelt mit 8-mm-Seil, verbraucht rund 40 m. Kaufen Sie lieber eine Rolle mehr, Sisal ist in Stücken schwer passend nachzukaufen.

Bauen Schritt für Schritt

  1. Grundplatte zuschneiden. Für einen Baum von 1,5 m Höhe mindestens 60 × 60 cm, bei großen Katzen mehr.
  2. Stämme von unten verschrauben. Durch die Platte in das Stirnholz des Stamms, zwei bis drei lange Schrauben, zusätzlich verleimt. Bei Kunststoffrohr ein passendes Holzstück als Kern einsetzen.
  3. Stämme mit Sisal wickeln, bevor die Ebenen montiert werden. Seilanfang oben und unten mit Klammern oder einer Schraube mit Unterlegscheibe sichern, dazwischen abschnittsweise mit Holzleim fixieren und fest und lückenlos wickeln.
  4. Liegeflächen montieren, mit Winkeln von unten und Schrauben durch die Platte in das Stirnholz des Stamms.
  5. Bezug anbringen. Stoff um die Platten schlagen und auf der Unterseite befestigen, sodass keine Klammern auf der Oberseite liegen.
  6. Standfestigkeit testen, indem Sie oben kräftig seitlich ziehen. Wenn er kippelt: breitere Platte oder Wandbefestigung.

Wand- und Deckenbefestigung

Hohe, schlanke Bäume sollten zusätzlich gesichert werden. Ein Winkel an der Wand oder eine Deckenspannstange verhindert das Kippen zuverlässig. Deckenspanner werden wie eine Klemmstange zwischen Boden und Decke eingespannt und kommen ohne Bohren aus – praktisch in Mietwohnungen.

Materialien, die nicht hineingehören

  • Geöltes oder imprägniertes Sisal. Manches Seil ist mit Öl behandelt, das riecht und die Katze abschreckt.
  • Lösemittelhaltige Kleber. Sie dünsten aus, und Katzen haben eine empfindliche Nase.
  • Giftige Hölzer bei Naturstämmen, etwa Eibe oder Thuja. Unbehandelte, gut getrocknete Äste aus unbedenklichen Laubhölzern sind dagegen ein schöner Kratzbaum.
  • Lose Deko-Elemente wie Bommel an dünnen Fäden, die abgebissen und verschluckt werden können.

Platz und Aufstellung

Stellen Sie den Kratzbaum dorthin, wo die Katze ohnehin gern ist: am Fenster, im Wohnzimmer, in Sichtweite der Menschen. Im Abstellraum wird er ignoriert. Neben dem Sofa, an dem bisher gekratzt wurde, ist er genau richtig platziert, weil er dort das Markieren übernimmt.

Höhlen, Mulden und Hängematten

Katzen schlafen gern erhöht und geschützt. Eine Liegemulde mit Rand entsteht, wenn Sie auf eine Liegefläche einen Ring aus einem Stück Kunststoffrohr oder gebogenem Sperrholz setzen und beides bespannen. Eine Höhle lässt sich aus einer kleinen Holzkiste mit rundem Einstieg bauen, die innen mit Stoff ausgekleidet wird. Hängematten aus festem Stoff zwischen zwei Stämmen sind beliebt, müssen aber so straff sitzen, dass die Katze nicht durchrutscht. Bei älteren oder schweren Tieren die Abstände zwischen den Ebenen kleiner wählen, damit Springen nicht zur Anstrengung wird.

Nachbespannen statt wegwerfen

Nach ein bis zwei Jahren ist das Sisal zerfasert. Ein selbst gebauter Baum lässt sich einfach neu wickeln: altes Seil abschneiden, Klammern entfernen, neu wickeln. Das dauert eine Stunde und kostet ein paar Euro. Gekaufte Bäume haben oft eingeklebte Stämme, die sich nicht neu bespannen lassen.

Häufige Fragen

Ist Selberbauen billiger?

Meist ja, vor allem gegenüber stabilen, hochwertigen Kaufmodellen. Der eigentliche Vorteil liegt aber in der Stabilität und der Maßanfertigung.

Die Katze benutzt den neuen Baum nicht. Was tun?

Etwas Katzenminze oder Baldrian auf das Sisal geben, Spielzeug an die Ebenen hängen, Leckerli oben ablegen. Und Geduld: Manche Katzen brauchen Wochen.

Und wenn die Katze nach draußen will?

Dann hilft eine Klappe, siehe Katzenklappe einbauen. Zum Zuschneiden der Platten eignet sich eine Stichsäge.

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