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Heimwerker-Berater

Bilder aufhängen ohne bohren

Haushaltvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Bilder aufhängen ohne bohren
Inhalt9 Abschnitte
  1. Erst den Untergrund prüfen
  2. Klebestreifen zum Wiederablösen
  3. Klebenägel und Klebeschrauben
  4. Bilderhaken mit Stahlstiften
  5. Leisten, Schienen und Anlehnen
  6. Einfach anlehnen
  7. Magnetfarbe und Montageband
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Bilder lassen sich ohne Bohrmaschine aufhängen, und zwar erstaunlich schwere. Die Frage ist weniger, ob es geht, als womit: Ein Klebestreifen, der auf glatter Farbe zwei Kilo hält, fällt auf Raufaser nach einer Woche herunter. Über den Halt entscheidet fast immer der Untergrund, nicht das Befestigungsmittel.

Erst den Untergrund prüfen

Bevor Sie irgendetwas kaufen, sehen Sie sich die Wand an. Klebende Lösungen halten nie besser als die oberste Schicht, auf der sie kleben. Ist das eine Tapete, trägt die Tapete das Bild – und die Tapete hält nur so gut wie ihr Kleister.

UntergrundKlebenStahlstifte
Glatt gestrichener Putzgutgut
Raufaser, Strukturtapeteschlechtgut
Gipskartongut, wenn gestrichengut bei leichten Bildern
Fliesen, Glassehr gutnicht möglich
Frisch gestrichenerst nach etwa zwei Wochensofort
Beton, Kalksandsteingut auf glatter Farbeschwierig, Stifte biegen sich

Ein einfacher Test: Kleben Sie ein Stück Paketband fest an die Wand und reißen Sie es ruckartig ab. Kommt Farbe oder Tapete mit, hält dort auch kein Klebestreifen.

Klebestreifen zum Wiederablösen

Die bekannteste Lösung sind Klebestreifen, die sich durch Langziehen rückstandsfrei lösen. Es gibt sie als einfache Streifen und als Klettsysteme, bei denen das Bild abnehmbar bleibt. Die Hersteller geben die Tragkraft je Streifen oder Paar an, typischerweise zwischen 0,5 und 2 kg.

Verwenden Sie immer mehr Streifen, als rechnerisch nötig. Die angegebene Last gilt für ideale Bedingungen: glatte, saubere, trockene Fläche, Raumtemperatur, gleichmäßiger Andruck. In einem feuchten Bad, auf einer leicht kreidenden Farbe oder an einer kalten Außenwand ist davon nur ein Teil übrig.

So kleben sie am besten: Wand mit Isopropanol oder Spiritus entfetten, trocknen lassen, Streifen 30 Sekunden kräftig andrücken und dann eine Stunde warten, bevor das Bild daran hängt. Die meisten Klebstoffe erreichen ihre Festigkeit erst nach einer Weile.

Klebenägel und Klebeschrauben

Hier wird ein kleiner Teller mit Nagel oder Gewindestift auf die Wand geklebt. Es gibt Systeme mit Klebepad und solche mit einem Zweikomponentenkleber, der durch den Teller eingespritzt wird. Letztere halten deutlich mehr, je nach Produkt mehrere Kilogramm, und eignen sich auch für Handtuchhalter oder kleine Regale.

Der Nachteil: Richtig fest heißt auch richtig schwer wieder ab. Auf Fliesen löst man sie meist mit etwas Wärme und einem Spachtel, auf Putz und Tapete bleibt eine Stelle, die ausgebessert werden muss. Für Mietwohnungen ist das ein Argument gegen die starken Systeme. Wie sich Kleberreste entfernen lassen, steht unter Kleberentfernung.

Bilderhaken mit Stahlstiften

Streng genommen wird hier nicht gebohrt, sondern genagelt – aber so fein, dass kaum Spuren bleiben. Ein Kunststoffhaken führt zwei bis vier gehärtete Stahlstifte schräg in die Wand. Die Löcher sind so klein, dass sie sich mit einem Fingerstrich Spachtelmasse schließen lassen. Je nach Größe tragen solche Haken von wenigen bis zu über 20 Kilogramm.

Sie funktionieren in Putz, Gipskarton und Raufaser gleichermaßen gut, weil sie nicht auf die Oberfläche angewiesen sind. In Beton und sehr hartem Kalksandstein verbiegen sich die Stifte allerdings. Dort bleibt nur Kleben oder doch der Bohrer.

Leisten, Schienen und Anlehnen

Wer häufig umhängt, sollte über Bilderleisten nachdenken. Eine schmale Ablage an der Wand nimmt mehrere Bilder auf, die nur angelehnt werden. Die Leiste selbst muss zwar befestigt werden, aber nur einmal, und dann lässt sich darauf beliebig umstellen.

Galerieschienen unter der Decke funktionieren ähnlich: Die Bilder hängen an Perlonseilen oder Stahlseilen mit Gleitern und lassen sich in der Höhe verschieben. In Altbauten mit Stuck gibt es manchmal noch alte Bilderleisten, an denen man mit Haken direkt einhängen kann.

Einfach anlehnen

Die bohrfreieste Lösung überhaupt: große Bilder auf Möbel stellen und an die Wand lehnen. Auf Sideboards, Kommoden und Fensterbänken wirkt das ohnehin entspannter als eine exakt ausgerichtete Reihe. Eine schmale Anschlagleiste oder ein Stück rutschfeste Matte unter der Rahmenkante verhindert, dass das Bild wegrutscht, und in Haushalten mit Kindern oder Haustieren gehört oben eine unauffällige Sicherung an die Wand.

Magnetfarbe und Montageband

Magnetfarbe enthält Eisenpartikel und macht eine Wandfläche magnetisch. Sie braucht mehrere Schichten, damit Magnete überhaupt halten, und auch dann trägt sie nur leichte Dinge: Postkarten, Fotos, dünne Rahmen. Für schwere Bilder ist sie ungeeignet.

Doppelseitiges Montageband hält auf glatten Flächen enorm, ist aber praktisch nicht rückstandsfrei zu lösen. Auf Tapete reißt es beim Abnehmen die Oberfläche mit. Für Spiegel auf Fliesen ist es gut geeignet, für Bilder an der Wohnzimmerwand eher nicht.

Typische Fehler

  • Auf frischer Farbe geklebt. Dispersionsfarbe braucht rund zwei Wochen, bis sie durchgehärtet ist. Vorher zieht der Streifen die Farbe ab.
  • Nur auf die Angabe verlassen. Die Tragkraft gilt für senkrechte Last. Ein Bild, das oben absteht und kippt, belastet den Kleber auf Abschälen, und da hält er deutlich weniger.
  • Rahmen mit Glas unterschätzt. Ein Rahmen mit 50 × 70 cm und Glas wiegt schnell 3 bis 4 kg. Wiegen Sie vorher mit der Personenwaage.
  • Klebestreifen zur Seite abgezogen. Beim Ablösen immer parallel zur Wand und langsam ziehen, sonst reißt der Streifen oder die Tapete.

Häufige Fragen

Was hält am meisten ohne Bohren?

Bilderhaken mit mehreren Stahlstiften und Klebesysteme mit Zweikomponentenkleber. Beide tragen je nach Produkt deutlich mehr als 10 kg. Klebestreifen zum Ablösen liegen meist darunter.

Darf ich in der Mietwohnung Löcher machen?

Übliche Dübellöcher für Bilder gelten in der Regel als normaler Gebrauch. Beim Auszug sollten sie aber ordentlich verschlossen sein. Die feinen Stiftlöcher der Bilderhaken fallen kaum auf und sind schnell verspachtelt.

Gibt es das auch für Gardinen und Kabel?

Ja, dafür gibt es eigene Lösungen: Gardinenstange ohne Bohren und Kabelkanal befestigen ohne Bohren. Für das Bad siehe Duschwand anbringen ohne Bohren.

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