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Heimwerker-Berater

Einen Hasenstall selber bauen

Gartenvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Einen Hasenstall selber bauen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Hase oder Kaninchen?
  2. Wie viel Platz nötig ist
  3. Holz und Draht
  4. Der Standort
  5. So bauen Sie den Stall
  6. Wetterfest machen
  7. Was der Selbstbau kostet
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Hasenstall – gemeint ist fast immer ein Stall für Kaninchen – lässt sich mit Kanthölzern, Brettern und Volierendraht gut selbst bauen. Die meisten Ställe aus dem Handel sind zu klein. Wer selbst baut, kann das Gehege so groß machen, wie Kaninchen es brauchen, und die Schwachstellen vermeiden, durch die Marder und Füchse hineinkommen.

Hase oder Kaninchen?

Im Garten gehalten werden Hauskaninchen, keine Hasen. Feldhasen sind Wildtiere und lassen sich nicht halten. Der Unterschied ist für den Stallbau nicht nur Wortklauberei: Kaninchen graben, und zwar ausdauernd. Jeder Stall mit Erdboden braucht deshalb einen Buddelschutz, sonst ist das Tier nach einer Woche beim Nachbarn.

Kaninchen sind außerdem Gruppentiere. Einzelhaltung gilt als nicht artgerecht, mindestens zwei Tiere sollten zusammenleben, gut bewährt hat sich ein kastriertes Männchen mit einem Weibchen.

Wie viel Platz nötig ist

Die alten Stallboxen mit einem Quadratmeter stammen aus der Zeit, als Kaninchen als Nutztiere galten. Tierschutzorganisationen empfehlen heute für zwei Kaninchen mindestens 6 m² dauerhaft zugängliche Fläche, bei großen Rassen mehr. Die Tiere sollen sich strecken, aufrecht sitzen und ein paar Sprünge machen können.

SchutzhausWetterfester, isolierter Rückzugsraum, etwa 1 × 0,6 m, Höhe mindestens 60 cm, mit Einstreu.
AuslaufUmzäunte Fläche, dauerhaft zugänglich, möglichst 5 m² und mehr.
Zweite EbeneLiegebrett in 30–40 cm Höhe, zählt nur teilweise zur Fläche.
UnterstandÜberdachte Ecke im Auslauf gegen Sonne und Regen.

Holz und Draht

Holz. Für den Rahmen eignen sich gehobelte Kanthölzer von etwa 4 × 4 bis 6 × 6 cm, für Wände und Boden Bretter von rund 2 bis 3 cm Stärke. Fichte und Kiefer sind günstig und ausreichend, Lärche oder Douglasie halten draußen länger. Innen bleibt das Holz unbehandelt, denn Kaninchen nagen an allem. Kesseldruckimprägniertes Holz gehört nicht in Reichweite der Zähne.

Draht. Hier wird am häufigsten gespart, und genau hier kommt der Marder durch. Sechseckiges Kaninchengeflecht hält Kaninchen drinnen, aber keine Räuber draußen. Nehmen Sie verzinkten Volierendraht mit höchstens 13 bis 19 mm Maschenweite und mindestens 1 mm Drahtstärke, verschweißt statt geflochten. Den Draht nicht tackern, sondern mit Leisten oder Krampen verschrauben.

Der Hasenstall sollte ausreichend Platz für ein schönes Hasenleben bieten
Der Hasenstall sollte ausreichend Platz für ein schönes Hasenleben bieten... | Foto: a4ndreas / Depositphotos.com

Der Standort

Stellen Sie den Stall halbschattig und windgeschützt auf. Kaninchen vertragen Kälte gut, Hitze schlecht: Über etwa 28 °C wird es für sie gefährlich. Volle Mittagssonne ist deshalb der schlechteste Platz. Der Boden sollte eben und trocken sein, keine Senke, in der sich Regenwasser sammelt.

So bauen Sie den Stall

  1. Grundriss abstecken. Auslauf und Schutzhaus auf dem Boden markieren, Fläche einebnen.
  2. Buddelschutz einlegen. Entweder den Boden 30 bis 40 cm tief ausheben, Volierendraht flächig einlegen und wieder mit Erde bedecken, oder den Draht senkrecht rundum 50 cm tief eingraben und unten nach innen umbiegen.
  3. Rahmen bauen. Kanthölzer zu Rechtecken verschrauben, Ecken mit Winkeln sichern, Pfosten auf Punktfundamente oder Pflastersteine stellen, damit sie nicht im Erdreich faulen.
  4. Draht anbringen. Wände und Dach des Auslaufs vollständig bespannen. Ein offenes Dach lädt Katzen, Greifvögel und Marder ein.
  5. Schutzhaus bauen. Boden etwa 10 cm über dem Erdreich, doppelte Wände oder Isolierplatte außen, Einstieg etwa 20 × 20 cm.
  6. Türen mit zwei Verschlüssen. Ein einfacher Riegel wird von Waschbären und geschickten Kaninchen geöffnet. Zwei Verschlüsse, einer davon mit Karabiner.
  7. Einrichten. Stroh und Heu ins Schutzhaus, Tränke, Futterraufe, Versteck, Liegebrett.

Wetterfest machen

Das Dach des Schutzhauses bekommt Gefälle und selbstklebende Dachpappe oder Bitumenschindeln, mit Überstand nach allen Seiten. Außenflächen streichen Sie mit einer wasserbasierten, lösemittelfreien Lasur, innen bleibt alles roh. Im Winter hilft eine Plane oder Plexiglasplatte an der Wetterseite gegen Schlagregen und Schnee – aber nie rundum dicht machen, das Schutzhaus braucht Luftaustausch, sonst schimmelt die Einstreu.

Was der Selbstbau kostet

Für ein Gehege mit Schutzhaus und rund 6 m² Auslauf rechnen Sie mit etwa 300 bis 600 Euro Material. Den größten Posten macht der Volierendraht aus, gefolgt vom Holz für Rahmen und Schutzhaus. Fertige Ställe in dieser Größe kosten meist deutlich mehr, und die günstigen Modelle aus dem Baumarkt sind fast immer zu klein und mit zu dünnem Draht bespannt. Planen Sie außerdem ein Wochenende für den Rahmen und ein weiteres für Draht, Schutzhaus und Dach ein.

Typische Fehler

  • Kaninchendraht statt Volierendraht. Der Marder beißt sich durch dünnes Geflecht mühelos durch.
  • Kein Dach auf dem Auslauf. Kaninchen springen höher als gedacht, Räuber kommen von oben.
  • Boden direkt auf der Erde. Das Schutzhaus fault von unten und wird feucht.
  • Zu kleine Öffnungen im Schutzhaus, in denen zwei Tiere nicht aneinander vorbeikommen.
  • Behandeltes Holz innen. Was angestrichen ist, wird angenagt und landet im Magen.

Häufige Fragen

Wie viele Kaninchen sollten zusammen leben?

Mindestens zwei. Bewährt sind Paare aus kastriertem Rammler und Häsin oder kleine Gruppen. Jedes weitere Tier braucht zusätzliche Fläche.

Was ist das beste Holz?

Unbehandeltes Nadelholz wie Fichte oder Kiefer ist in Ordnung und günstig. Außen länger hält Lärche. Spanplatten und OSB sind ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit ziehen und Leim enthalten.

Welchen Draht sollte ich verwenden?

Verschweißten, verzinkten Volierendraht mit kleiner Maschenweite und mindestens 1 mm Drahtstärke. Er kostet mehr als Kaninchengeflecht, ist aber der eigentliche Schutz des Stalls.

Kann ich Wasserlack verwenden?

Außen ja, sofern er lösemittelfrei ist und als speichelfest nach DIN EN 71-3 ausgewiesen wird. Innen und an allen Stellen, die die Tiere erreichen, bleibt das Holz unbehandelt.

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