Bienenkasten

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Hinter dem Wort Bienenkasten stecken zwei ganz verschiedene Dinge. Für Imker ist es die Beute, in der ein Volk Honigbienen lebt und Honig einlagert. Im Gartenhandel meint es oft eine Nisthilfe für Wildbienen, die dort einzeln ihre Brut ablegen. Wer Honig ernten will, braucht das eine und viel Wissen, wer Bestäuber fördern will, das andere und ein paar Minuten zum Aufhängen.
Beute für Honigbienen
Eine Beute ist die Wohnung eines Bienenvolks mit 10.000 bis über 40.000 Tieren. Heute üblich sind Magazinbeuten: übereinander gestapelte Kästen, sogenannte Zargen, in denen Holzrähmchen hängen. In die Rähmchen bauen die Bienen ihre Waben. Unten sitzt der Brutraum mit der Königin, darüber, getrennt durch ein Absperrgitter, der Honigraum. Der Imker nimmt beim Ernten die Honigrähmchen heraus, schleudert sie und hängt sie zurück.

Rähmchenmaße
| Deutsch Normalmaß | Weit verbreitetes Maß in Deutschland, viel Zubehör, gut für Einsteiger im Verein. |
| Zander | Ebenfalls sehr verbreitet, besonders in Süddeutschland. |
| Dadant | Große Brutwaben, beliebt für Betriebsweisen mit wenig Eingriffen. |
| Langstroth | International verbreitet, in Deutschland seltener. |
Wählen Sie das Maß, das Ihr Imkerverein oder Ihr Pate nutzt. Dann passen Ableger, Waben und geliehenes Werkzeug. Ein Wechsel später ist teuer, weil Rähmchen und Zargen nicht zwischen den Systemen passen.
Material der Beute
Klassisch sind Beuten aus Nadelholz wie Weymouthskiefer oder Fichte mit etwa 2 cm Wandstärke. Holz atmet und lässt sich reparieren, braucht aber außen einen Schutzanstrich. Innen bleibt es unbehandelt. Beuten aus Hartschaum sind leicht und gut gedämmt, aber empfindlicher gegen Beschädigung. Beide funktionieren, wichtiger sind Passgenauigkeit und ein Gitterboden, der Belüftung und Varroakontrolle erlaubt.
Was vor dem ersten Volk zu klären ist
Wer Honigbienen hält, muss die Haltung beim zuständigen Veterinäramt anzeigen und meist bei der Tierseuchenkasse melden. Die Bienen brauchen jedes Jahr eine Behandlung gegen die Varroamilbe, sonst geht das Volk ein und steckt Nachbarvölker an. Klären Sie außerdem, ob Nachbarn allergisch sind, und stellen Sie die Beute so, dass die Flugbahn nicht über den Nachbarsitzplatz führt. Ein Imkerkurs und ein erfahrener Pate sind für den Anfang wichtiger als jede Beute.
Grundausstattung für Imker
Neben zwei Beuten, denn ein Volk allein lässt sich schlecht ausgleichen, brauchen Sie Schleier oder Imkeranzug, Stockmeißel, Smoker, Wabenzange, Bienenbesen, Futtergeschirr und für die Ernte eine Honigschleuder, die viele Vereine verleihen. Zwei Beuten mit Rähmchen und Grundausstattung kosten zusammen einige hundert Euro, das Bienenvolk als Ableger kommt hinzu.
Nisthilfe für Wildbienen
In Deutschland leben rund 560 Wildbienenarten, die meisten davon Einzelgänger. Etwa ein Viertel nistet in vorhandenen Hohlräumen wie Käferbohrgängen oder hohlen Stängeln. Eine Nisthilfe bietet ihnen solche Röhren: Bohrungen in Hartholz, Bambus- oder Schilfröhrchen, Lehmwände. Mehr dazu und eine Bauanleitung finden Sie unter Insektenhotel selber bauen.

Worauf es bei der Nisthilfe ankommt
- Bohrungen in Längsholz, also von der Seite in einen Stamm oder Balken, nicht ins Stirnholz. Stirnholz reißt beim Trocknen, und die Risse werden zu Fallen für Brut und Parasiten.
- Durchmesser 3 bis 9 mm, Tiefe 5 bis 10 cm, innen glatt und ohne Splitter.
- Hartholz wie Buche, Esche oder Eiche, abgelagert und unbehandelt.
- Keine Füllungen aus Zapfen, Stroh oder Holzwolle. Sie sehen hübsch aus, werden von Wildbienen aber kaum genutzt.
- Schutz vor Vögeln mit einem Drahtgitter im Abstand von einigen Zentimetern.
Typische Fehler
- Ein Insektenhotel für Honigbienen gekauft. Honigbienen ziehen nie in eine Nisthilfe mit Röhrchen, sie brauchen eine Beute und einen Imker.
- Eine Beute ohne Kurs und Verein. Die ersten zwei Jahre entscheiden sich an Schwarmkontrolle und Varroabehandlung, nicht am Material des Kastens.
- Ausgefranste Bohrlöcher. Wildbienen verletzen sich an Splittern die Flügel und meiden solche Röhren.
- Nisthilfe im Schatten oder frei schwingend aufgehängt. Die Brut braucht Wärme, und Bewegung im Wind wird gemieden.
- Nisthilfe im Winter ins warme Haus geholt. Die Larven schlüpfen dann zu früh und finden draußen keine Blüten.
Der richtige Standort
Beuten stehen sonnig bis halbschattig, windgeschützt, mit dem Flugloch nach Südosten und einem freien Anflug. Nisthilfen für Wildbienen hängen fest und unbeweglich an einer sonnigen Südseite, regengeschützt, in etwa 1 bis 2 m Höhe. Beides nützt wenig ohne Futter: Wildbienen fliegen oft nur wenige hundert Meter weit, sie brauchen blühende Pflanzen in der Nähe, viele von ihnen ganz bestimmte.
Häufige Fragen
Kann ich einen Bienenkasten selbst bauen?
Eine Nisthilfe für Wildbienen ja, das ist ein schönes Projekt. Eine Beute für Honigbienen verlangt exakte Maße bis auf den Millimeter, weil Bienen jeden zu großen Spalt zubauen. Für Einsteiger ist eine gekaufte Beute sicherer.
Was kostet ein Bienenkasten?
Nisthilfen für Wildbienen gibt es ab etwa 20 bis 40 Euro, gute Modelle mit Hartholzblöcken um 50 bis 150 Euro. Eine Magazinbeute für Honigbienen kostet je nach Maß und Ausführung etwa 100 bis 250 Euro.
Stechen Wildbienen?
Die meisten Wildbienen sind friedlich, und ihr Stachel ist oft zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen. Eine Nisthilfe am Sitzplatz ist unbedenklich.


