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Heimwerker-Berater

Regenauffangbehälter

Gartenvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Regenauffangbehälter
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Regenwasser sammeln
  2. Wie viel Wasser vom Dach kommt
  3. Welche Größe zu welchem Garten passt
  4. Die Bauformen
  5. Die Materialien
  6. Anschluss und Zubehör
  7. Der richtige Aufstellort
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Regenauffangbehälter sammelt das Wasser, das vom Dach über Rinne und Fallrohr abläuft, und hält es für den Garten bereit. Die Spanne reicht von der 100-Liter-Tonne am Gartenhaus bis zum unterirdischen Tank mit mehreren Kubikmetern. Die richtige Größe ergibt sich aus Dachfläche und Gießbedarf – nicht aus dem, was im Baumarkt gerade im Angebot steht.

Warum Regenwasser sammeln

  • Pflanzen vertragen es besser. Regenwasser ist kalkfrei und hat Umgebungstemperatur. Rhododendren, Hortensien und Moorbeetpflanzen danken es besonders.
  • Es spart Trinkwasser und Geld. In trockenen Sommern geht ein erheblicher Teil des Wasserverbrauchs eines Haushalts in den Garten.
  • Es entlastet die Kanalisation. Bei Starkregen puffert der Behälter einen Teil des Abflusses.
  • In manchen Gemeinden sinkt die Niederschlagswassergebühr, wenn Wasser auf dem Grundstück zurückgehalten wird. Das regelt die örtliche Satzung.

Wie viel Wasser vom Dach kommt

Die Rechnung ist einfach: 1 mm Niederschlag bringt 1 Liter je Quadratmeter Dachfläche. Ein Gewitterregen von 10 mm auf 50 m² Dachfläche liefert also 500 Liter – genug, um eine große Tonne zu füllen.

Über das Jahr fallen in Deutschland im Mittel etwa 700 bis 800 mm Niederschlag, regional sehr unterschiedlich. Nicht alles kommt im Behälter an: Ziegeldächer verlieren einen Teil durch Verdunstung und Benetzung, begrünte Dächer halten den Großteil zurück. Für ein normales Steildach rechnet man mit etwa 75 bis 80 % Ertrag.

Welche Größe zu welchem Garten passt

GartenSinnvolles VolumenBauart
Balkon, Gartenhaus, kleines Beet100–300 lTonne, Wandtank
Reihenhausgarten mit Beeten300–1000 lgroße Tonne, mehrere Tonnen verbunden
Großer Garten mit Gemüse1–3 m³oberirdischer Großtank, Tankbatterie
Garten plus Toilette/Waschmaschine3–10 m³Erdtank, Zisterne

Faustregel für den Gießbedarf: Ein Beet braucht in trockenen Wochen etwa 10 bis 20 Liter je Quadratmeter und Woche. 30 m² Gemüsebeet verbrauchen damit leicht 300 bis 600 Liter pro Woche.

Die Bauformen

Die klassische Regentonne ist rund, aus Kunststoff und steht direkt am Fallrohr. Günstig, schnell aufgestellt. Wie man sie anschließt und betreibt, steht bei der Regenwassertonne, eine häufige Größe im Detail bei der Regentonne 500 l.

Eckige Tonnen und Wandtanks sind flach gebaut und stehen platzsparend an der Hauswand. Siehe Regentonne eckig.

Amphoren und Dekortonnen in Stein-, Holz- oder Terrakotta-Optik fallen im Garten kaum als Wasserspeicher auf. Sie sind teurer, fassen aber ähnliche Mengen.

Holzfässer sind die traditionelle Form. Sie müssen feucht bleiben, sonst trocknen die Dauben aus und werden undicht.

Erdtanks und Zisternen werden eingegraben. Sie fassen mehrere Kubikmeter, halten das Wasser kühl und dunkel und damit frei von Algen. Einfache Pakete mit Tank, Filter und Zubehör beginnen bei etwa 1000 Euro, dazu kommen Aushub und Einbau.

Die Materialien

Polyethylen ist heute der Standard: leicht, bruchfest, UV-stabilisiert. Achten Sie auf lichtundurchlässiges Material in dunkler Farbe – durch helle Wände dringt Licht, und im Wasser wachsen Algen.

Holz sieht schön aus, braucht aber Pflege. Beton kommt vor allem bei Zisternen zum Einsatz und hält Jahrzehnte. IBC-Container mit 1000 Litern auf Palette sind günstig zu bekommen. Sie sollten nur verwendet werden, wenn sie vorher Lebensmittel enthielten, und müssen gegen Licht abgedeckt werden.

Anschluss und Zubehör

Damit der Behälter sauber bleibt und nicht überläuft, braucht er einige Teile:

  • Regensammler oder Fallrohrfilter leitet das Wasser in den Behälter und schaltet bei vollem Behälter zurück aufs Fallrohr.
  • Deckel, fest schließend oder verriegelbar – gegen Mücken, Laub und vor allem als Schutz für Kinder.
  • Zapfhahn in Bodennähe, am besten mit Schlauchanschluss.
  • Sockel, damit eine Gießkanne unter den Hahn passt.
  • Filter gegen Laub und Dachschmutz, bei großen Anlagen ein eigener Regenwasserfilter.

Für die Entnahme mit Schlauch oder Sprenger braucht es eine Pumpe. Welche Varianten es gibt, steht bei der Regenwasserpumpe.

Der richtige Aufstellort

Oberirdische Behälter stehen am besten im Halbschatten auf der Nordseite des Hauses. Direkte Sonne heizt das Wasser auf, fördert Algen und lässt Kunststoff schneller altern. Der Weg zum Beet sollte kurz sein – wer jede Gießkanne 30 Meter weit trägt, lässt die Tonne im Hochsommer bald stehen.

Bei mehreren Fallrohren lohnt sich der Blick, welches die größte Dachfläche entwässert. Dort bringt der Behälter den meisten Ertrag. Kleine Dächer von Gartenhaus, Carport oder Garage eignen sich gut für einen zusätzlichen Behälter direkt dort, wo das Wasser gebraucht wird.

Typische Fehler

  • Zu klein gekauft. Nach dem ersten Gewitter ist die Tonne voll, und der Rest läuft ungenutzt ab.
  • Offen stehen gelassen. Offene Tonnen sind Mückenbrutstätten und für Kleinkinder lebensgefährlich.
  • Im Winter voll gelassen. Eisdruck kann Tonnen und Hähne sprengen.
  • Auf weichem Boden aufgestellt. 1000 Liter wiegen eine Tonne. Der Untergrund muss eben und tragfähig sein.

Häufige Fragen

Darf ich Regenwasser für die Toilette nutzen?

Ja, aber nur mit einem vollständig getrennten Leitungssystem. Eine Verbindung zum Trinkwassernetz ist unzulässig, Regenwasserleitungen und Zapfstellen müssen gekennzeichnet sein. Viele Wasserversorger verlangen eine Anmeldung.

Wie lange hält sich Regenwasser?

In einem dunklen, geschlossenen und kühlen Behälter viele Wochen bis Monate. Warm, hell und offen beginnt es nach einigen Tagen zu riechen.

Kann ich mehrere Tonnen verbinden?

Ja, mit einem Verbindungsset am Boden. Die Tonnen füllen und leeren sich dann gleichmäßig.

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