Fällheber
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Ein Fällheber ist eine lange Stahlstange mit einer flachen Schaufel am unteren Ende. Die Schaufel wird in den Fällschnitt geschoben, und über den Hebel drücken Sie den Baum in die gewünschte Richtung. Er ist das Werkzeug für Schwachholz – Stämme bis etwa 25 cm Durchmesser, bei denen ein Keil zu umständlich und Muskelkraft allein zu unsicher ist.
Wozu man ihn braucht
Ein Baum fällt nicht immer dorthin, wohin der Fallkerb zeigt. Ist er leicht zurückgeneigt, einseitig beastet oder steht Wind dagegen, bleibt er nach dem Fällschnitt stehen oder kippt sogar zurück auf die Säge. Der Fällheber gibt ihm den nötigen Schub. Gleichzeitig verhindert die eingeschobene Schaufel, dass sich der Fällschnitt schließt und die Kette einklemmt.
Bei stärkeren Bäumen reicht die Hebelkraft nicht mehr. Dort arbeitet man mit Fällkeilen, die mit Axt oder Spalthammer eingetrieben werden, oder mit einem Seilzug.
Aufbau und Maße
| Länge | Meist 80 bis 130 cm. Länger heißt mehr Hebelkraft, aber mehr Gewicht. |
| Schaufel | Flache, keilförmige Zunge aus gehärtetem Stahl, die in den Fällschnitt passt. |
| Wendehaken | Beweglicher Haken, um liegende Stämme zu drehen und zu rollen. |
| Griff | Oben abgewinkelt oder mit Gummiauflage, damit die Hand nicht abrutscht. |
| Gewicht | Je nach Länge etwa 2 bis 5 kg. |
Für den Hausgebrauch ist ein Modell um 80 cm mit Wendehaken die sinnvollste Wahl: handlich genug zum Tragen, kräftig genug für Obstbäume und Durchforstung, und der Haken erleichtert das spätere Aufarbeiten.
Der Ablauf beim Fällen
- Fallrichtung festlegen. Neigung, Kronenschwerpunkt, Wind und Hindernisse prüfen. Der Fallbereich reicht bis zur doppelten Baumlänge.
- Rückweiche freimachen. Schräg nach hinten, etwa 45 Grad zur Fallrichtung, einen freien Fluchtweg anlegen.
- Fallkerb schneiden. In Fallrichtung, Tiefe etwa ein Fünftel bis ein Drittel des Stammdurchmessers.
- Fällschnitt ansetzen. Von der Rückseite, etwas höher als die Fallkerbsohle, sodass eine Bruchleiste stehen bleibt – sie wirkt wie ein Scharnier und steuert den Fall. Die Bruchleiste nie durchsägen.
- Fällheber einsetzen. Sobald der Fällschnitt tief genug ist, die Schaufel hineinschieben.
- Säge herausnehmen, Heber drücken. Den Hebel mit geradem Rücken nach unten drücken. Der Baum neigt sich und fällt.
- Zurücktreten über die Rückweiche und den Kronenbereich im Blick behalten.
Warum der Wendehaken so praktisch ist
Liegt der Stamm am Boden, müssen Sie ihn zum Entasten und Einschneiden immer wieder drehen. Der Wendehaken greift in die Rinde, und über den Hebel rollt der Stamm mit wenig Kraft um die eigene Achse. Das erspart gebücktes Anheben und hält die Hände von der Säge fern. Auch beim Rücken kurzer Stammstücke oder beim Ausheben eines eingeklemmten Stamms aus einem Haufen hilft er.
Die Grenzen des Fällhebers
- Starkholz. Über etwa 25 bis 30 cm Durchmesser reicht die Hebelkraft nicht mehr aus; dann arbeitet man mit Fällkeilen oder Seilzug. Ein Drehspaltkeil ist übrigens ein Spaltwerkzeug für Brennholz und kein Fällkeil.
- Deutlich rückhängende Bäume. Ein Baum mit starker Neigung gegen die Fallrichtung gehört in erfahrene Hände.
- Hänger. Ein Baum, der sich in einer Nachbarkrone verfangen hat, wird nicht mit dem Heber gelöst, sondern mit Seilwinde oder Wendehaken aus sicherer Entfernung am Stammfuß zurückgezogen. Nie einen zweiten Baum auf einen Hänger werfen.
- Morsche Stämme. Wenn die Bruchleiste nicht hält, fällt der Baum unkontrolliert.
Typische Fehler
- Heber zu spät eingesetzt. Hat sich der Fällschnitt schon geschlossen, klemmt die Säge, und die Schaufel passt nicht mehr hinein.
- Bruchleiste durchgesägt. Ohne Scharnier fällt der Baum, wohin er will – im Zweifel auf den Heber und seinen Bediener.
- Mit krummem Rücken gehebelt. Die Kraft kommt aus den Beinen, der Rücken bleibt gerade.
- Im Fallbereich stehen geblieben. Sobald der Baum sich bewegt, geht es über die Rückweiche zurück, nicht seitlich daneben.
Schutzausrüstung und Sachkunde
Wer mit der Motorsäge fällt, braucht Schnittschutzhose, Schnittschutzstiefel, Helm mit Visier und Gehörschutz sowie Handschuhe. Die Ausrüstung ist nicht verhandelbar – eine Säge schneidet schneller durch Stoff, als man reagieren kann.
Für das Brennholzmachen im Staats- oder Kommunalwald verlangen die Forstbetriebe in der Regel einen Motorsägen-Lehrgang als Sachkundenachweis. Auch für das eigene Grundstück ist er dringend zu empfehlen, dort wird nämlich das Fällen gelernt, nicht nur das Sägen.
Bäume im Garten
Im Garten fällt ein Baum selten frei. Häuser, Zäune, Leitungen und Nachbargrundstücke lassen kaum Spielraum. Größere Bäume in bebauter Umgebung sind ein Fall für den Fachbetrieb, oft mit Seilklettertechnik und stückweisem Abtragen. Viele Städte haben außerdem eine Baumschutzsatzung, nach der ab einem bestimmten Stammumfang eine Fällgenehmigung nötig ist. Brütende Vögel dürfen nie gestört werden. Wie hohe Äste sicher herunterkommen, steht unter Absägen hoher Äste.
Häufige Fragen
Was kostet ein Fällheber?
Einfache Modelle gibt es ab etwa 30 Euro, Markengeräte mit Wendehaken liegen meist bei 50 bis 120 Euro.
Fällheber oder Fällkeil?
Für dünne Stämme ist der Heber schneller und bequemer, für starke Stämme ist der Keil stärker. Wer regelmäßig Holz macht, hat beides.
Was mache ich mit dem Stubben?
Er kann stehen bleiben und verrotten oder wird ausgegraben oder ausgefräst, siehe Baumstumpf entfernen. Das Holz selbst verarbeiten Sie mit Spaltaxt und Säge.

