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Heimwerker-Berater

Holzkomposter

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Holzkomposter arbeitet
  2. Bauformen
  3. Welches Holz hält
  4. Die richtige Größe
  5. Der richtige Standort
  6. Aufbau Schritt für Schritt
  7. Was hinein darf
  8. Holz, Kunststoff oder Metall?
  9. Häufige Fragen

Der Holzkomposter ist die einfachste und älteste Form, Gartenabfälle zu Erde zu machen: ein offener Kasten aus Latten, in dem das Material luftig liegt und von unten Kontakt zum Boden hat. Er ist kein Schnellkomposter, sondern ein Dauerbrenner – er braucht Platz und Zeit, funktioniert dafür aber fast von allein und sieht zwischen den Beeten besser aus als jede Kunststofftonne.

Wie ein Holzkomposter arbeitet

Kompostierung braucht drei Dinge: Luft, Feuchtigkeit und Kontakt zu den Bodenlebewesen. Der Holzkomposter liefert alle drei. Die Spalten zwischen den Latten lassen Luft an das Material, der offene Boden lässt Regenwürmer, Asseln und Pilze von unten einwandern, und Regen hält den Haufen feucht.

Das Ergebnis ist eine kalte Rotte: Das Material erhitzt sich kaum, zersetzt sich langsam und gründlich. Nach etwa neun bis zwölf Monaten ist daraus reife Komposterde geworden. Wer schneller Ergebnisse will, braucht einen geschlossenen Thermokomposter oder muss häufiger umsetzen.

Bauformen

  • Stecksystem aus Brettern. Die Bretter haben Aussparungen an den Enden und werden wie ein Blockhaus übereinandergesteckt. Werkzeugfrei aufgebaut, Bretter einzeln entnehmbar – praktisch zum Entnehmen der fertigen Erde unten.
  • Lattenkomposter mit Eckpfosten. Vier Pfosten, dazwischen verschraubte Latten. Stabiler, aber fest.
  • Mehrkammer-Komposter. Zwei oder drei Kammern nebeneinander. In einer wird gesammelt, in der zweiten reift, aus der dritten wird entnommen. Für Gärten ab etwa 300 m² die beste Lösung.
  • Klappkomposter. Seitenwände mit Scharnieren, schnell zusammengefaltet. Eher für kleine Gärten und wenig Material.

Welches Holz hält

Holz, das dauerhaft feucht ist und im Boden steckt, fault. Die Frage ist nur, wie schnell.

HolzartHaltbarkeitAnmerkung
Fichte, unbehandelt2–4 Jahrebillig, aber schnell morsch
Kiefer, kesseldruckimprägniert5–10 Jahreder übliche Standard
Lärche, Douglasie6–10 Jahrevon Natur aus harzreich
Robinie, Eiche10 Jahre und mehrteuer, sehr witterungsfest

Bei kesseldruckimprägniertem Holz fragen viele, ob Schadstoffe in den Kompost wandern. Die heute zugelassenen Schutzmittel gelten als unbedenklich für diesen Zweck. Wer gar nichts davon im Garten will, nimmt Lärche oder Robinie. Streichen Sie einen Komposter nicht mit Holzschutzlasuren – das bringt wenig und gehört nicht an Gemüseerde.

Die richtige Größe

Ein Komposthaufen braucht eine gewisse Masse, damit er gleichmäßig feucht bleibt und die Rotte in Gang kommt. Unter 80 × 80 cm Grundfläche trocknet er schnell aus. Üblich sind 100 × 100 cm bei 70 bis 80 cm Höhe, das ergibt rund 700 bis 800 Liter.

Als Faustregel: pro 100 m² Garten mit Rasen, Hecke und Beeten fallen im Jahr etwa ein halber bis ganzer Kubikmeter Grünabfall an. Ein 500-m²-Garten braucht also zwei bis drei Kammern.

Der richtige Standort

Halbschatten ist ideal, etwa unter einem Baum oder an der Nordseite einer Hecke. Volle Sonne trocknet den Haufen aus, tiefer Schatten mit Staunässe lässt ihn faulen. Der Komposter steht direkt auf offenem Boden, nie auf Pflaster oder Folie.

Planen Sie den Weg dorthin mit. Sie werden oft mit einer vollen Schubkarre hinfahren, und ein Abstand zum Nachbarn von ein paar Metern erspart Diskussionen. Die Nachbarrechtsgesetze einiger Länder enthalten sogar Mindestabstände; im Zweifel beim Ordnungsamt nachfragen.

Aufbau Schritt für Schritt

  1. Fläche vorbereiten. Grasnarbe abstechen, Boden auflockern.
  2. Wühlmausgitter auslegen. Ein verzinktes Drahtgitter mit etwa 13 mm Maschenweite verhindert, dass Mäuse von unten in den warmen Haufen einziehen. Würmer kommen trotzdem durch.
  3. Rahmen aufstellen. Eckpfosten nicht einbetonieren, sondern in Einschlaghülsen setzen – so lassen sie sich später tauschen.
  4. Unterste Lage mit Abstand. Wenn möglich die untersten Latten auf Steine legen, damit sie nicht dauernd im nassen Boden stehen.
  5. Mit grobem Material beginnen. Eine Schicht Zweige und Stängel als Drainage, dann erst Rasenschnitt und Küchenabfälle.

Was hinein darf

Gut kompostierbar sind Rasenschnitt in dünnen Lagen, Laub, Stauden- und Heckenschnitt, rohe Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, Eierschalen. Nicht hinein gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Knochen, Katzenstreu, kranke Pflanzenteile und samentragende Unkräuter. Mehr zu Aufbau und Befüllung steht unter Kompost selber bauen.

Holz, Kunststoff oder Metall?

Holz ist atmungsaktiv und passt in naturnahe Gärten, verrottet aber irgendwann selbst. Ein Komposter aus Kunststoff hält länger und kompostiert schneller, ist aber weniger luftdurchlässig. Ein Metallkomposter aus Drahtgitter ist fast unverwüstlich und ideal für Laub. Einen Überblick über alle Bauarten gibt der Beitrag Kompostierer.

Häufige Fragen

Was kostet ein Holzkomposter?

Stecksysteme aus imprägnierter Kiefer gibt es ab etwa 30 Euro, stabile Modelle aus Lärche mit rund 1 m³ kosten 60 bis 150 Euro. Mehrkammersysteme liegen bei 100 bis 250 Euro.

Braucht der Komposter einen Deckel?

Nicht zwingend. Eine Abdeckung aus Brettern, Jute oder einer Schicht Stroh schützt vor Austrocknung im Sommer und vor Durchnässung im Herbst. Eine dichte Folie ist falsch, darunter fault es.

Wie bekomme ich die fertige Erde heraus?

Bei Stecksystemen die unteren Bretter vorne herausnehmen und die reife Erde unten abziehen. Vor dem Ausbringen lohnt ein Kompostsieb, das grobe Reste zurück in den Haufen schickt.

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