Eine Holzbank selber bauen

Inhalt10 Abschnitte
Eine selbst gebaute Holzbank mit Lehne ist ein Projekt für ein langes Wochenende, mit Trockenzeiten für die Oberfläche eher für eine Woche. Sie ist günstiger als eine gleichwertige gekaufte Bank und genau auf Platz und Körpergröße zugeschnitten. Die meisten Fehler passieren nicht beim Schrauben, sondern beim Messen und Zuschneiden.
Die Planung
Bevor Sie Holz kaufen, legen Sie fest: Wo steht die Bank, drinnen oder draußen? Wie viele Personen sollen darauf sitzen? Mit oder ohne Lehne, mit oder ohne Armlehnen? Aus der Antwort ergeben sich Holzart, Länge und Oberflächenbehandlung.
Zeichnen Sie die Bank mit allen Maßen auf. Eine einfache Skizze von vorne und von der Seite genügt, aus ihr ergibt sich die Zuschnittliste. Messen Sie jedes Maß doppelt, bevor Sie sägen. Nachschneiden geht immer, anstückeln nicht.
Die Maße
| Sitzhöhe | 42 bis 48 cm |
| Sitztiefe | 40 bis 50 cm |
| Länge | 50 bis 60 cm je Person |
| Gesamthöhe mit Lehne | 80 bis 90 cm |
| Neigung der Lehne | meist 13 bis 15 Grad aus der Senkrechten |
| Armlehnen | etwa 20 bis 25 cm über der Sitzfläche |
Eine senkrechte Lehne wird schnell unbequem, eine zu stark geneigte ebenso, weil man dann nach vorne rutscht. Die Sitzfläche selbst kann leicht nach hinten abfallen, etwa 2 bis 5 Grad.
Welches Holz

Für draußen eignen sich vor allem Lärche und Douglasie: witterungsbeständig, gut zu bearbeiten und bezahlbar. Eiche ist robust und langlebig, aber schwer, hart und teurer. Robinie ist das haltbarste heimische Holz. Für eine Bank im Haus genügen Fichte, Kiefer oder Buche.
Kaufen Sie trockenes, gerades Holz ohne große Äste an tragenden Stellen. Im Holzhandel lässt es sich oft gleich auf Maß zuschneiden, was Zeit spart und genauer ist als die Handkreissäge in der Garage.
Werkzeug
- Kappsäge oder Handkreissäge, alternativ eine Stichsäge
- Akkuschrauber und Holzbohrer mit Senker
- Schraubzwingen, Winkel, Zollstock, Bleistift
- Schleifmaschine und Schleifpapier in 80er, 120er und 180er Körnung
- Pinsel für die Oberfläche
- Schutzbrille, Gehörschutz und Staubmaske
Ein sauberer, ebener Arbeitsplatz ist die halbe Miete. Eine Werkbank oder zwei Böcke mit einer Platte erleichtern das Arbeiten erheblich.
Schritt 1: Zuschnitt
Schneiden Sie alle Teile nach der Zuschnittliste. Gleiche Teile schneiden Sie in einem Durchgang mit einem Anschlag, damit alle Beine gleich lang werden. Die hinteren Beine, die zugleich die Lehne tragen, bekommen den Lehnenwinkel: Entweder sind sie aus einem Stück schräg geschnitten, oder die Lehnenstütze wird mit dem gewünschten Winkel an ein gerades Bein geschraubt.
Schritt 2: Das Gestell
- Probeweise auslegen. Alle Teile so hinlegen, wie sie später verbunden werden. Fehler und fehlende Teile fallen so vor dem ersten Bohrloch auf.
- Seitenteile bauen. Vorder- und Hinterbein werden mit einer Zarge auf Sitzhöhe und einer zweiten weiter unten zu einem Rahmen verbunden.
- Vorbohren. Jedes Schraubloch vorbohren und ansenken, sonst reißt das Holz, besonders an den Enden.
- Seitenteile verbinden mit Längszargen vorne und hinten. Mit dem Winkel prüfen, dass alles rechtwinklig ist, und die Diagonalen messen: Sind sie gleich lang, ist das Gestell nicht verzogen.
- Verleimen und verschrauben. Wasserfester Holzleim der Klasse D3 oder D4 für draußen macht die Verbindungen dauerhaft steif. Mehr dazu unter Holz leimen.
Schritt 3: Sitz und Lehne
Die Sitzlatten werden mit einer Fuge von 5 bis 8 mm auf die Zargen geschraubt, damit Wasser ablaufen und das Holz arbeiten kann. Die vorderste Latte steht etwas über, das ist bequemer für die Kniekehlen. Die Lehnenlatten werden auf die geneigten Stützen geschraubt, die unterste etwa 15 bis 20 cm über der Sitzfläche, damit der untere Rücken frei bleibt.
Schritt 4: Oberflächenbehandlung

| Behandlung | Wirkung | Pflege |
| Holzöl | zieht ein, natürliche Optik, Wasser perlt ab | jährlich nachölen, einfach |
| Dünnschichtlasur | dringt ein, farbig, offenporig | alle 2–3 Jahre, ohne Abschleifen |
| Dickschichtlasur | Film auf der Oberfläche, starker Schutz | alle 3–5 Jahre, bei Abplatzern anschleifen |
| Lack | geschlossener Film, sehr glatt | blättert draußen ab, aufwändige Erneuerung |
Für eine Gartenbank ist Öl die pflegeleichteste Wahl, eine Dickschichtlasur schützt am stärksten. Vor dem Auftragen fein schleifen, Staub entfernen, dünn und in Faserrichtung streichen. Alle Flächen behandeln, auch die Unterseiten und Stirnseiten – dort dringt das meiste Wasser ein.
Typische Anfängerfehler
- Ungenauer Zuschnitt. Ein Bein 3 mm kürzer, und die Bank wackelt für immer.
- Nicht vorgebohrt. Das Holz reißt, gerade bei Eiche und an Brettenden.
- Keine Diagonalaussteifung. Die Bank schwankt seitlich, wenn sich jemand setzt.
- Falsche Schrauben. Draußen nur Edelstahl oder verzinkt; normale Schrauben rosten und färben das Holz.
- Lehne ohne Neigung. Eine gerade Lehne ist unbequem und wird nicht benutzt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Bau?
Der reine Bau ist an ein bis zwei Tagen zu schaffen. Mit Trocknungszeiten für Leim und mehrere Anstriche sollten Sie drei bis sieben Tage einplanen.
Lohnt sich das finanziell?
Bei Lärche oder Douglasie liegt das Material meist deutlich unter dem Preis einer vergleichbaren Massivholzbank. Bei Eiche ist der Abstand kleiner, dafür ist die Bank dann ein Möbel für Jahrzehnte.
Ist eine einfache Bank ohne Lehne leichter?
Ja, deutlich. Anleitungen für einfache Varianten, auch aus dem Baumstamm, stehen unter Eine Gartenbank selber bauen.



