Schmutzwasserpumpe Tauchpumpe
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Eine Schmutzwasser-Tauchpumpe steht direkt im Wasser und drückt es über einen Schlauch nach oben. Anders als eine Klarwasserpumpe verkraftet sie Schmutzpartikel bis etwa 20 bis 35 mm, je nach Modell. Sie ist die Pumpe für den Notfall im Keller, für Schächte, Baugruben und den verschlammten Teich – nicht für die Bewässerung aus der Zisterne.
Wie sie arbeitet
Die Pumpe ist eine Kreiselpumpe, deren Motor wasserdicht gekapselt ist. Weil sie untergetaucht arbeitet, muss sie nicht ansaugen: Das Wasser läuft von selbst zum Laufrad. Das spart das Problem mit Luft in der Saugleitung, das jede Gartenpumpe kennt. Das Wasser kühlt zugleich den Motor – deshalb schadet Trockenlauf.
Das Herz ist das Laufrad. Schmutzwasserpumpen haben entweder ein offenes Laufrad mit großen Kanälen oder ein Freistromrad, das zurückgesetzt im Gehäuse sitzt. Beim Freistromrad kommt der Schmutz gar nicht erst mit den Schaufeln in Berührung. Das kostet etwas Wirkungsgrad, macht die Pumpe aber besonders unempfindlich gegen Fasern und Sand.
Klarwasser, Schmutzwasser, Fäkalien
| Pumpe | Partikel bis | Typischer Einsatz |
| Klarwasser-Tauchpumpe | 5–10 mm | Regentonne, Pool, Zisterne |
| Schmutzwasser-Tauchpumpe | 20–35 mm | Keller, Schacht, Baugrube, Teich |
| Schlammpumpe | 25–50 mm | viel Sand und Schlamm |
| Fäkalienpumpe | mit Schneidwerk | Abwasser mit Fasern und Feststoffen |
Für reinen Schlamm ist eine Schlammpumpe die bessere Wahl, für Toilettenabwasser eine Fäkalienpumpe. Wer nur Regenwasser umpumpen will, nimmt eine günstigere Tauchpumpe für Klarwasser.
Die Leistungswerte richtig lesen
Übliche Geräte für Haus und Garten fördern 8.000 bis 20.000 l/h und schaffen 5 bis 10 m Förderhöhe bei 400 bis 1100 W Leistungsaufnahme. Die Höchstfördermenge gilt aber nur bei null Metern Höhe und ohne Schlauch. Für einen Keller, aus dem das Wasser 3 m hoch und 15 m weit bis zur Straße muss, bleibt davon vielleicht die Hälfte übrig.
Faustregel: Förderhöhe der Pumpe mindestens doppelt so hoch wählen wie die tatsächliche Höhe, die das Wasser überwinden muss. Dann bleibt genug Fördermenge übrig.
Wie tief sie absaugt
Normale Schmutzwasserpumpen saugen das Wasser bis auf etwa 25 bis 50 mm Restwasser ab. Darunter zieht der Einlauf Luft. Wer den Kellerboden fast trocken bekommen will, braucht eine Flachsaugerpumpe – die schaffen 1 bis 3 mm, sind aber Klarwasserpumpen mit feinem Einlauf. Die Praxis nach einem Wasserschaden: erst mit der Schmutzwasserpumpe das Gros herausholen, dann den Rest mit Flachsauger oder Nasssauger.
Schwimmerschalter und Dauerbetrieb
Die meisten Pumpen haben einen Schwimmerschalter: Er schaltet die Pumpe ein, wenn das Wasser steigt, und aus, bevor sie trocken läuft. Das macht sie tauglich für einen Pumpensumpf im Keller, der sich bei Starkregen füllt. Achten Sie darauf, dass der Schwimmer frei beweglich ist und nicht an der Schachtwand hängen bleibt. Im Handbetrieb, mit fixiertem Schwimmer, müssen Sie selbst ausschalten.
Für den dauerhaften Einbau im Schacht gibt es Pumpen mit Edelstahl- oder Graugussgehäuse. Kunststoffgehäuse sind leichter und billiger, verschleißen aber bei sandigem Wasser schneller.
Anschließen und aufstellen
- Schlauch mit passendem Durchmesser anschließen, meist 1 bis 1½ Zoll. Ein zu dünner Schlauch kostet viel Fördermenge. Flachschläuche sind platzsparend und reichen für die Druckseite.
- Rückschlagventil einbauen, wenn die Pumpe fest im Schacht steht, damit das Wasser nach dem Abschalten nicht zurückläuft.
- Pumpe am Seil oder Tragegriff herablassen, nie am Kabel.
- Auf festen Grund stellen. In Schlamm oder Kies sinkt sie ein und saugt Steine an. Eine Platte oder ein Ziegel darunter hilft.
- Strom nur über eine Steckdose mit Fehlerstromschutzschalter. Die Steckverbindung selbst gehört hoch und trocken, nicht in den nassen Keller.
Nach dem Einsatz
Klarwasser durch die Pumpe laufen lassen, bis sie sauber herauskommt. Vor dem Winter komplett entleeren und frostfrei lagern. Das Laufrad bei Bedarf freilegen und von Fasern befreien, die sich um die Welle wickeln.
Typische Fehler
- Trockenlauf. Die Gleitringdichtung wird in Minuten zerstört.
- Klarwasserpumpe für Schmutzwasser genommen. Sie verstopft oder verschleißt schnell.
- Pumpe am Kabel getragen. Dabei reißt die Abdichtung der Kabeleinführung, und Wasser dringt in den Motor.
- Abgepumptes Wasser auf das Nachbargrundstück geleitet. Das gibt Ärger und im Zweifel eine Schadensersatzforderung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Schmutzwasser-Tauchpumpe?
Einfache Modelle ab etwa 50 Euro, robuste Geräte mit Edelstahlgehäuse und Freistromrad 150 bis 300 Euro.
Kann ich damit den Garten bewässern?
Mit Teichwasser ja, aber der Druck reicht meist nicht für Sprenger. Für die Bewässerung aus der Zisterne ist eine Regenwasserpumpe besser geeignet.
Wie lange darf sie laufen?
Die meisten Pumpen sind für Dauerbetrieb ausgelegt, solange sie untergetaucht sind. Die Angabe steht in der Anleitung.
Wohin darf ich das Wasser pumpen?
Aus dem Keller meist in die Kanalisation über einen Bodeneinlauf oder die Toilette. Bei Wasser mit Öl oder Chemikalien vorher die Gemeinde oder Feuerwehr fragen.


