Kreiselpumpe

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Die Kreiselpumpe ist die häufigste Pumpenbauart überhaupt. Sie steckt in der Gartenpumpe, im Hauswasserwerk, in der Heizungsumwälzpumpe und in der Waschmaschine. Ein schnell drehendes Laufrad schleudert das Wasser nach außen und baut so Druck auf. Das Prinzip ist robust und leise, hat aber eine Schwäche: Ohne Wasser im Gehäuse saugt eine Kreiselpumpe nicht an.
So funktioniert sie
Ein Elektromotor treibt eine Welle mit einem Laufrad an. Das Wasser tritt in der Mitte des Laufrads ein, wird von den Schaufeln erfasst und durch die Fliehkraft nach außen beschleunigt. Im spiralförmigen Gehäuse, der Spirale, wird die Geschwindigkeit in Druck umgewandelt, und das Wasser verlässt die Pumpe am Druckstutzen. In der Mitte des Laufrads entsteht gleichzeitig ein Unterdruck, der neues Wasser nachzieht.
Weil das Laufrad Luft kaum bewegen kann, muss das Gehäuse beim Start mit Wasser gefüllt sein. Eine normalsaugende Kreiselpumpe steht deshalb meist unterhalb des Wasserspiegels oder wird vor jedem Start befüllt.
Normal- und selbstsaugend
| Bauart | Eigenschaft | Einsatz |
| Normalsaugend | Braucht Zulauf oder gefülltes Gehäuse und dichte Saugleitung | Umwälzpumpen, Tauchpumpen, Anlagen mit Zulauf |
| Selbstsaugend mit Ejektor (Jetpumpe) | Treibdüse erzeugt Unterdruck, saugt auch Luft ab | Gartenpumpe, Hauswasserwerk |
| Seitenkanalpumpe | Fördert Wasser-Luft-Gemisch, selbstansaugend | Brunnen mit Lufteintrag, schwankender Spiegel |
| Mehrstufig | Mehrere Laufräder hintereinander, hoher Druck | Hauswasserversorgung, Tiefbrunnen |
Auch eine selbstsaugende Pumpe muss vor dem ersten Start befüllt werden. Selbstsaugend heißt nur, dass sie die Luft aus der Saugleitung entfernen kann, wenn im Gehäuse Wasser ist. Mehr zur verbreitetsten selbstsaugenden Variante unter Jetpumpe.
Typische Werte für Haus und Garten
Gartenpumpen und Hauswasserwerke in Kreiselbauart haben meist eine Motorleistung von etwa 600 bis 1300 Watt. Sie fördern bis etwa 3000 bis 5000 Liter je Stunde und erreichen Förderhöhen von 35 bis 50 Metern. Die Saughöhe ist physikalisch auf rund 8 Meter begrenzt, praktisch auf 7. Heizungsumwälzpumpen sind viel kleiner: Moderne Hocheffizienzpumpen kommen mit 5 bis 40 Watt aus, weil sie das Wasser nur im Kreis bewegen und keine Höhe überwinden müssen.
Wie Fördermenge und Förderhöhe zusammenhängen und wie Sie den Bedarf rechnen, zeigt Gartenpumpe mit Beispielrechnung.

Anwendungsbereiche
- Garten: Bewässerung aus Zisterne, Brunnen oder Regentonne.
- Haus: Hauswasserwerke für Toilettenspülung und Waschmaschine mit Regenwasser, Druckerhöhung.
- Heizung: Umwälzpumpen in jedem Heizkreis.
- Pool und Teich: Filterpumpen und Bachlaufpumpen.
- Gewerbe und Landwirtschaft: Weinbetriebe, Molkereien und Lebensmittelbetriebe nutzen Kreiselpumpen aus Edelstahl, weil sie gleichmäßig und schonend fördern.
Aufstellen und anschließen
- Standort. Trocken, frostfrei, eben und so nah wie möglich am Wasser. Jeder Meter Saugleitung kostet Leistung.
- Saugleitung. Mindestens im Durchmesser des Saugstutzens, meist 1 Zoll, mit Rückschlagventil und Saugkorb am Ende. Ein vakuumfester Saugschlauch ist Pflicht, ein normaler Gartenschlauch zieht sich zusammen.
- Steigend verlegen. Die Leitung soll von der Wasserquelle zur Pumpe gleichmäßig steigen, ohne Bögen nach oben.
- Alle Gewinde dicht. Teflonband oder Hanf mit Dichtpaste, sonst zieht die Saugseite Luft.
- Elektrisch. Anschluss an eine Steckdose mit Fehlerstromschutzschalter, im Außenbereich spritzwassergeschützt.
Anfahren
Füllen Sie das Gehäuse über die Einfüllschraube vollständig mit Wasser. Öffnen Sie die Druckseite, damit die Luft entweichen kann, und schalten Sie die Pumpe ein. Eine selbstsaugende Pumpe braucht je nach Saughöhe und Leitungslänge einige Sekunden bis wenige Minuten, bis sie Wasser fördert. Kommt nach etwa zwei bis drei Minuten nichts, ausschalten – ein längerer Trockenlauf zerstört die Gleitringdichtung, die die Welle abdichtet.
Frostschutz
Wasser, das im Gehäuse gefriert, sprengt es. Vor dem ersten Frost Pumpe vom Netz trennen, Ablassschraube öffnen, Saug- und Druckleitung entleeren und die Pumpe frostfrei lagern. Fest installierte Pumpen in Schächten oder Garagen werden entleert oder frostfrei gehalten. Ein Frostwächter für wenige Euro verhindert Überraschungen in ungeheizten Nebengebäuden.
Häufige Störungen
- Pumpe läuft, fördert nicht: Gehäuse nicht gefüllt, Saugseite undicht, Saughöhe zu groß, Saugkorb verstopft.
- Leistung lässt nach: Laufrad verschlissen durch Sand, Filter zugesetzt, Rückschlagventil klemmt.
- Pumpe tropft an der Welle: Gleitringdichtung defekt, meist nach Trockenlauf.
- Laut, knatternd: Kavitation, weil die Pumpe zu hoch über dem Wasser steht oder die Saugleitung zu eng ist. Dabei entstehen Dampfblasen, die das Laufrad angreifen.
- Schaltet ständig: Bei Hauswasserwerken ist oft der Vordruck im Druckkessel falsch, siehe Hauswasserwerk.
Häufige Fragen
Was kostet eine Kreiselpumpe?
Einfache Gartenpumpen ab etwa 60 Euro, Edelstahlpumpen mit höherer Leistung 120 bis 250 Euro, mehrstufige Pumpen für die Hauswasserversorgung mehr.
Kann ich eine Kreiselpumpe leihen?
Viele Baumärkte und Mietstationen verleihen Pumpen tageweise, meist Schmutzwasser- und Tauchpumpen für einmalige Einsätze. Für regelmäßige Bewässerung lohnt der Kauf.
Kreiselpumpe oder Tauchpumpe?
Die Tauchpumpe ist eine Kreiselpumpe im wasserdichten Gehäuse, die im Wasser steht und kein Ansaugproblem kennt. Sie ist leiser, aber schlechter zugänglich. Für Brunnen tiefer als 7 bis 8 Meter braucht es eine Tiefbrunnenpumpe.


