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Brunnenpumpe

Gartenvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Brunnenpumpe
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die Bauarten
  2. Warum bei 7 Metern Schluss ist
  3. Schwengelpumpe
  4. Tiefbrunnenpumpe
  5. Druck, Menge und Strom
  6. Anschließen
  7. Frostschutz
  8. Was rechtlich gilt
  9. Typische Probleme
  10. Häufige Fragen
  11. Video zum Thema

Welche Brunnenpumpe passt, entscheidet eine einzige Zahl: wie tief der Wasserspiegel im Brunnen liegt. Bis etwa 7 Meter kann eine Pumpe von oben ansaugen, darunter muss sie ins Wasser und von unten drücken. Wer diese Grenze ignoriert, kauft eine Pumpe, die nie Wasser fördern wird – egal, wie stark ihr Motor ist.

Die Bauarten

PumpeWasserspiegelEinsatz
Schwengelpumpebis etwa 7 mHandbetrieb, gelegentliches Gießen, Deko
Gartenpumpe, Kreiselpumpebis etwa 7 mBewässerung mit Schlauch und Regner
Hauswasserwerkbis etwa 7 mautomatische Versorgung mehrerer Zapfstellen
Tiefbrunnenpumpeauch 20 m und tieferBohrbrunnen, große Förderhöhen
Tauchdruckpumpebis einige Meter unter WasserSchachtbrunnen, Zisterne

Warum bei 7 Metern Schluss ist

Eine saugende Pumpe erzeugt Unterdruck, das Wasser drückt der Luftdruck hinauf. Der reicht theoretisch für etwa 10 m, in der Praxis kosten Reibung, Temperatur und kleinste Undichtigkeiten so viel, dass bei 7 bis 8 m Schluss ist. Maßgeblich ist der Wasserspiegel während der Förderung, der beim Pumpen absinkt, nicht der Ruhewasserspiegel. Hintergründe stehen unter Gartenpumpe.

Schwengelpumpe

Die klassische Handpumpe mit Hebel ist ein Hingucker und liefert ohne Strom Wasser für Gießkannen und Planschbecken. Mit jedem Hub kommt etwa ein halber bis ein Liter. Für die Bewässerung einer Rasenfläche ist sie zu mühsam. Sie braucht ein Rückschlagventil in der Saugleitung und muss vor dem ersten Einsatz und nach längeren Pausen mit Wasser angefüllt werden. Mehr dazu unter Schwengelpumpe.

Tiefbrunnenpumpe

Tiefbrunnenpumpen sind schlanke Unterwasserpumpen mit 3 oder 4 Zoll Durchmesser, die in das Brunnenrohr hinabgelassen werden. Sie drücken das Wasser nach oben und schaffen dabei Förderhöhen von 40 bis weit über 100 m. Wichtig ist, dass der Pumpendurchmesser mit etwas Spiel in das Brunnenrohr passt. Die Pumpe hängt an einem Edelstahlseil, nicht am Kabel oder Steigrohr. Einzelheiten unter Tiefbrunnenpumpe.

Brunnenpumpe im Tiefbau
Brunnenpumpe im Tiefbau. | Foto: @ sommersby / Depositphotos.com

Druck, Menge und Strom

Für Garten und Haus übliche Brunnenpumpen liefern Drücke von etwa 4 bis 8 bar und Fördermengen von 2000 bis 6000 Litern je Stunde. Die Motorleistung liegt meist zwischen 0,5 und 1,5 kW. Wie bei jeder Pumpe gilt: Die angegebene Höchstmenge gibt es nur ohne Förderhöhe, der Höchstdruck nur ohne Durchfluss. Rechnen Sie die tatsächliche Förderhöhe aus Brunnentiefe, Höhenunterschied und Leitungsverlusten zusammen und prüfen Sie in der Kennlinie, wie viel Wasser dort noch ankommt.

Anschließen

  1. Saugleitung mit Fußventil und Saugkorb. Das Fußventil hält die Leitung gefüllt, der Korb Steine und Sand fern. Einzelheiten unter Saugschlauch.
  2. Luftdicht verschrauben. Jede undichte Stelle auf der Saugseite lässt die Pumpe Luft ziehen.
  3. Leitung steigend verlegen, ohne Hochpunkte, in denen sich Luft sammelt.
  4. Pumpe vor dem Start füllen, bei saugenden Pumpen über die Einfüllschraube.
  5. Trockenlaufschutz vorsehen. Sinkt der Wasserspiegel unter den Saugkorb, schaltet er die Pumpe ab, bevor die Dichtung verbrennt.
  6. Erst klarpumpen. Neue Brunnen fördern anfangs Sand. Lassen Sie das Wasser über einen Schlauch ablaufen, bis es klar ist, bevor Regner oder Tropfsystem angeschlossen werden.

Frostschutz

Pumpe, Leitungen und Armaturen dürfen im Winter kein Wasser enthalten, wenn sie Frost ausgesetzt sind. Saugende Pumpen im Garten werden entleert und frostfrei gelagert, die Leitungen über ein Entleerungsventil geleert. Schwengelpumpen haben oft eine kleine Entleerungsbohrung, damit das Wasser nach dem Pumpen zurückläuft. Tiefbrunnenpumpen bleiben im Brunnen unter Wasser und sind dort geschützt. Die Leitung vom Brunnenkopf zum Haus liegt dann frostfrei, meist 80 cm oder tiefer.

Was rechtlich gilt

Einen Brunnen zur Gartenbewässerung dürfen Sie meist bohren, müssen ihn aber vorher bei der unteren Wasserbehörde anzeigen. In Wasserschutzgebieten und bei Altlasten gelten strengere Regeln. Brunnenwasser darf nie direkt mit der Trinkwasserleitung verbunden werden, auch nicht über ein Ventil. Wer es im Haus für WC oder Waschmaschine nutzt, braucht ein getrenntes, gekennzeichnetes Leitungsnetz und muss die Anlage beim Gesundheitsamt anzeigen.

Typische Probleme

  • Pumpe läuft, fördert aber nicht. Saughöhe zu groß, Saugseite undicht oder Pumpe nicht gefüllt.
  • Druck schwankt stark. Wasserspiegel sinkt beim Pumpen unter den Saugkorb, die Pumpe zieht Luft.
  • Sand im Wasser. Brunnenfilter zu grob oder beschädigt, Pumpe zu stark für den Brunnen. Ein Vorfilter schützt Pumpe und Regner.
  • Eisenhaltiges Wasser färbt Wege und Hauswände rostbraun. Hier hilft nur eine Enteisenung oder der Verzicht auf Beregnung von hellen Flächen.

Häufige Fragen

Kann ich eine Pumpe leihen?

Baumaschinenverleiher haben oft Schmutzwasser- und Tauchpumpen im Programm, die sich zum Klarpumpen eines neuen Brunnens eignen. Für den Dauerbetrieb lohnt sich der Kauf.

Was kostet eine Brunnenpumpe?

Schwengelpumpen gibt es ab etwa 60 Euro, Gartenpumpen ab 60 bis 250 Euro, Tiefbrunnenpumpen je nach Förderhöhe von etwa 150 bis über 600 Euro.

Welche Pumpe für einen Rammbrunnen?

Rammbrunnen haben meist einen Wasserspiegel von wenigen Metern und ein dünnes Rohr. Hier arbeitet eine saugende Gartenpumpe oder eine Schwengelpumpe, eine Tiefbrunnenpumpe passt nicht ins Rohr.

Video zum Thema

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