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Heimwerker-Berater

Jetpumpe

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Jetpumpe
Inhalt10 Abschnitte
  1. So arbeitet der Injektor
  2. Stärken und Schwächen
  3. Die Grenze von 8 Metern
  4. Typische Leistungsdaten
  5. Anwendungsbereiche
  6. Anschließen und in Betrieb nehmen
  7. Die Saugleitung entscheidet
  8. Frostschutz
  9. Häufige Probleme
  10. Häufige Fragen

Eine Jetpumpe ist eine Kreiselpumpe mit eingebautem Injektor, auch Ejektor genannt. Ein Teil des geförderten Wassers wird in einer Düse zurückgeführt und erzeugt dort einen starken Unterdruck. Dadurch saugt die Pumpe auch dann an, wenn noch Luft in der Saugleitung ist – sie ist selbstansaugend. Das ist ihr großer Vorteil gegenüber einfachen Kreiselpumpen, die bei jeder Luftblase aufgeben.

So arbeitet der Injektor

Das Laufrad bringt Wasser in Bewegung und drückt es durch eine enge Düse. Der schnelle Strahl reißt in der Mischkammer Wasser und Luft aus der Saugleitung mit, ähnlich wie eine Wasserstrahlpumpe im Labor. Ein Teil des Wassers kreist so ständig im Pumpeninneren. Der Rest verlässt die Pumpe über die Druckleitung.

Wichtig: Selbstansaugend heißt nicht trocken ansaugend. Das Pumpengehäuse muss beim ersten Start mit Wasser gefüllt sein, damit der Injektor überhaupt einen Strahl erzeugen kann. Danach saugt die Pumpe die Luft aus der Leitung, auch wenn der Schlauch leer ist – das dauert je nach Länge einige Minuten.

Jetpumpe mit Regenwassertonnen
Jetpumpe mit Regenwassertonnen | Foto: aleksanderdnp / Depositphotos.com

Stärken und Schwächen

Dafür
  • selbstansaugend, auch bei Luft in der Leitung
  • unempfindlich bei langen Saugleitungen
  • robust und verbreitet
  • als Garten- oder Hauswasserpumpe erhältlich
Dagegen
  • schlechterer Wirkungsgrad, da ein Teil des Wassers im Kreis läuft
  • lauter als mehrstufige Kreiselpumpen
  • empfindlich gegen Sand, der die Düse verschleißt
  • Saughöhe trotzdem physikalisch begrenzt

Die Grenze von 8 Metern

Auch eine Jetpumpe hebt das Wasser nicht selbst hoch, sondern erzeugt Unterdruck; der Luftdruck drückt das Wasser nach oben. Unter idealen Bedingungen wären das gut 10 m, praktisch ist bei 7 bis 8 m Schluss. Liegt der Wasserspiegel im Brunnen tiefer, hilft keine stärkere Pumpe.

Für tiefe Brunnen gibt es Tiefsaug-Jetpumpen mit außenliegendem Injektor, der im Brunnen unter dem Wasserspiegel sitzt und über zwei Leitungen mit der Pumpe verbunden ist. Laut Herstellern sind damit deutlich größere Tiefen möglich. Die üblichere Lösung ist heute eine Tiefbrunnenpumpe, die direkt im Brunnen arbeitet.

Typische Leistungsdaten

Gängige Jetpumpen für Haus und Garten arbeiten mit 230 V und haben 600 bis 1300 Watt Leistungsaufnahme. Sie fördern maximal etwa 3000 bis 4500 l/h und erreichen 40 bis 50 m Förderhöhe, also 4 bis 5 bar. Wie bei jeder Kreiselpumpe gelten die Höchstwerte nie gleichzeitig: Bei hohem Druck sinkt die Fördermenge stark. Maßgeblich ist die Pumpenkurve im Datenblatt. Wie man den eigenen Bedarf ausrechnet, steht unter Gartenpumpe.

Anwendungsbereiche

  • Gartenbewässerung aus Zisterne, Regentonne oder Brunnen, besonders bei längeren Saugleitungen.
  • Umpumpen zwischen Behältern.
  • Hauswasserversorgung als Pumpe eines Hauswasserwerks oder Hauswasserautomaten.
  • Entleeren von Pools und Teichen mit klarem Wasser.

Schmutziges Wasser mit Sand, Schlamm oder Laub ist nichts für die Jetpumpe; dafür gibt es Schmutzwasserpumpen.

Anschließen und in Betrieb nehmen

  1. Standort trocken, frostfrei, eben, möglichst nah am Wasser.
  2. Saugschlauch saugfest und spiralverstärkt, mindestens so dick wie der Anschluss, meist 1 Zoll. Unten ein Saugkorb mit Rückschlagventil.
  3. Vorfilter auf der Saugseite, um Sand fernzuhalten.
  4. Alle Verbindungen der Saugseite luftdicht, mit Dichtband oder Hanf.
  5. Gehäuse über die Einfüllschraube vollständig befüllen.
  6. Druckseite leicht öffnen, Pumpe starten und warten, bis Wasser kommt. Bleibt es nach einigen Minuten trocken: ausschalten und Fehler suchen.

Die Saugleitung entscheidet

Die meisten Probleme mit Jetpumpen entstehen nicht in der Pumpe, sondern auf dem Weg dorthin. Jeder Meter Schlauch, jeder Bogen und jede Verschraubung kostet Saugleistung. Halten Sie die Saugleitung so kurz wie möglich, verlegen Sie sie stetig steigend ohne Hochpunkt, an dem sich Luft sammelt, und verwenden Sie einen formstabilen, spiralverstärkten Schlauch, der sich unter Unterdruck nicht zusammenzieht. Ein gewöhnlicher Gartenschlauch taugt dafür nicht. Das Rückschlagventil am Saugkorb hält die Leitung nach dem Abschalten gefüllt, sodass die Pumpe beim nächsten Start sofort fördert. Mehr dazu unter Saugschlauch.

Frostschutz

Gefrierendes Wasser sprengt das Gehäuse. Vor dem Winter öffnen Sie die Ablassschraube, entleeren Saug- und Druckleitung und lagern die Pumpe frostfrei. Ein Rest Wasser im Injektor reicht für einen Riss.

Häufige Probleme

  • Pumpe saugt nicht an: Gehäuse leer, Saugseite undicht, Saughöhe zu groß, Rückschlagventil offen hängend.
  • Pumpe läuft, fördert aber wenig: Düse oder Filter verstopft, Saugschlauch zu dünn oder geknickt.
  • Pumpe wird heiß: Trockenlauf oder geschlossene Druckseite über längere Zeit. Sofort abschalten.
  • Laute Geräusche und Vibrationen: Kavitation durch zu hohe Saughöhe oder zu engen Schlauch.

Häufige Fragen

Was kostet eine Jetpumpe?

Einfache Gartenpumpen mit Jet-Technik gibt es ab etwa 60 bis 80 Euro, solide Modelle mit Edelstahlgehäuse bei 120 bis 250 Euro. Als Hauswasserwerk mit Kessel liegen sie höher.

Brauche ich einen Trockenlaufschutz?

Ja, wenn die Pumpe unbeaufsichtigt läuft. Ein Schwimmerschalter oder eine Elektronik mit Trockenlaufschutz verhindert, dass eine leere Zisterne die Pumpe zerstört.

Jetpumpe oder mehrstufige Pumpe?

Die mehrstufige Kreiselpumpe ist leiser und effizienter, braucht aber eine sorgfältig gefüllte und dichte Saugleitung. Die Jetpumpe verzeiht mehr. Für ständigen Betrieb im Haus lohnt die leisere Pumpe, für den Garten mit wechselnden Schläuchen die Jetpumpe.

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