Zisternenpumpe

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Eine Zisternenpumpe holt Regenwasser aus dem unterirdischen Speicher und bringt es in Garten, Toilette oder Waschmaschine. Weil die Zisterne im Boden liegt, stellt sich zuerst eine Grundsatzfrage: Pumpe hinein ins Wasser oder daneben? Der Rest ist Rechnen mit Förderhöhe und Fördermenge.
Tauchpumpe oder Saugpumpe
Tauchdruckpumpe in der Zisterne
| Saugpumpe außerhalb
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Für die reine Gartenbewässerung ist eine Tauchdruckpumpe in der Zisterne meist die bessere Wahl. Wer das Regenwasser im Haus nutzt, greift oft zu einer Pumpe oder einem Hauswasserwerk im Keller, das über eine Saugleitung aus der Zisterne zieht.
Förderhöhe und Druck
Die Faustregel: 10 m Förderhöhe entsprechen 1 bar. Die nötige Förderhöhe setzt sich zusammen aus
- dem Höhenunterschied vom Wasserspiegel bis zur höchsten Zapfstelle,
- dem Druck, den das Gerät am Ende braucht – ein Sprenger meist 2 bis 3 bar, also 20 bis 30 m,
- den Reibungsverlusten in Schlauch und Rohr.
Beispiel: Wasserspiegel 2,5 m unter Gelände, Sprenger ebenerdig, 2,5 bar nötig, 25 m Schlauch. Das ergibt 2,5 + 25 + etwa 2,5 = rund 30 m Förderhöhe. Handelsübliche Zisternenpumpen schaffen maximal 30 bis 50 m, bei dieser Höhe aber nur noch einen Bruchteil ihrer Nennfördermenge.
Wie viel Wasser sie liefern muss
Die Nennfördermenge auf dem Karton gilt bei null Metern Förderhöhe. Im Betrieb kommt deutlich weniger an. Für einen Sprenger oder den Gartenschlauch reichen Pumpen mit 3000 bis 4500 l/h Nennleistung, für zwei Verbraucher gleichzeitig oder die Hausversorgung eher 5000 bis 6000 l/h. Übliche Geräte nehmen dabei 800 bis 1300 Watt auf.
Größer ist nicht automatisch besser: Eine überdimensionierte Pumpe schaltet ständig ein und aus, verbraucht mehr Strom und verschleißt schneller.

Die schwimmende Entnahme
Am Boden der Zisterne liegt Schlamm, an der Oberfläche schwimmen Pollen und Schwebstoffe. Das klarste Wasser steht knapp unter der Oberfläche. Eine schwimmende Entnahme – ein Saugfilter an einem Schwimmer mit flexiblem Schlauch – saugt genau dort an und folgt dem Wasserstand.
Bei Tauchpumpen gilt dasselbe Prinzip: Stellen Sie die Pumpe auf einen Sockel oder hängen Sie sie an einem Seil etwas über den Boden, damit sie keinen Schlamm ansaugt.
Trockenlaufschutz und Druckschalter
Im Sommer läuft die Zisterne irgendwann leer. Eine Pumpe, die trocken läuft, zerstört in kurzer Zeit ihre Gleitringdichtung. Unverzichtbar ist deshalb ein Trockenlaufschutz: bei Tauchpumpen ein Schwimmerschalter, bei Saugpumpen eine Elektronik, die bei fehlendem Durchfluss abschaltet.
Soll die Pumpe automatisch anspringen, sobald ein Hahn geöffnet wird, braucht sie einen Druckschalter oder eine Durchflusssteuerung. Viele Tauchdruckpumpen haben das bereits eingebaut. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Hauswasserautomaten.

Anschließen
- Druckleitung aus der Zisterne führen, möglichst mit Gefälle zurück, damit sie im Winter leer laufen kann.
- Rückschlagventil direkt über der Pumpe, damit die Leitung nicht bei jedem Stopp leerläuft.
- Kabel sicher führen. Das Pumpenkabel gehört durch ein Leerrohr, Steckdosen draußen an einen Fehlerstromschutzschalter.
- Zulauf mit Filter. Ein Regenwasserfilter im Zulauf hält die Zisterne sauber und schont die Pumpe.
Für die Nutzung im Haus gilt: keine Verbindung zum Trinkwassernetz, Nachspeisung nur über einen freien Auslauf, Leitungen als Nicht-Trinkwasser kennzeichnen.
Häufige Probleme
- Pumpe läuft, fördert aber nicht. Bei Saugpumpen fast immer eine undichte Saugleitung oder ein nicht befülltes Gehäuse, bei Tauchpumpen ein verstopfter Ansaugfilter.
- Pumpe taktet ständig. Irgendwo tropft etwas, oder das Rückschlagventil schließt nicht. Auch ein kleines Leck lässt den Druck fallen und die Pumpe anspringen.
- Pumpe schaltet nicht ab. Der Druckschalter ist falsch eingestellt oder die Pumpe erreicht den Abschaltdruck nicht mehr.
- Braunes Wasser. Die Pumpe saugt zu nah am Boden an.
Garten, Haus oder beides
Für die reine Gartenbewässerung genügt eine einfache Tauchpumpe mit Schwimmerschalter, die Sie bei Bedarf einschalten, oder eine Tauchdruckpumpe mit automatischem Start, an die ein Schlauch mit Spritze kommt.
Für Toilette und Waschmaschine muss die Pumpe jederzeit anspringen, sobald jemand spült – auch nachts um drei. Hier gehört eine Anlage mit Druckschalter oder Druckkessel hin, dazu eine Nachspeisung aus dem Trinkwasser über einen freien Auslauf für trockene Wochen. Solche Regenwassermanager gibt es als fertige Einheit für den Keller. Mehr zu Bauarten bei der Regenwasserpumpe.
Winter und Wartung
Liegt die Zisterne frostfrei im Boden, kann eine Tauchpumpe darin bleiben. Außerhalb liegende Leitungen und Pumpen werden im Herbst entleert. Einmal im Jahr lohnt ein Blick auf Ansaugfilter, Schwimmer und Kabel.
Häufige Fragen
Was kostet eine Zisternenpumpe?
Einfache Tauchpumpen gibt es ab 80 Euro, gute Tauchdruckpumpen mit integriertem Druckschalter liegen meist bei 200 bis 500 Euro. Hauswasserwerke für die Hausversorgung kosten ähnlich viel oder mehr.
Kann ich eine normale Gartenpumpe nehmen?
Ja, wenn der Wasserspiegel nicht tiefer als 7 m liegt. Siehe Gartenpumpe. Für tiefe Zisternen oder wenig Platz ist die Tauchpumpe einfacher.
Wie laut ist eine Zisternenpumpe?
Tauchpumpen hört man in der geschlossenen Zisterne praktisch nicht. Saugpumpen im Keller brauchen eine schwingungsgedämpfte Aufstellung.


