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Heimwerker-Berater

Wasserpumpe

Haus & Bauvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Wasserpumpe
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Bauarten im Überblick
  2. Saugen oder drücken
  3. Die drei wichtigen Kennzahlen
  4. Welche Pumpe für welchen Zweck
  5. Antriebe ohne Steckdose
  6. Richtig aufstellen und anschließen
  7. Frostschutz
  8. Typische Störungen
  9. Nützliches Zubehör
  10. Häufige Fragen

„Wasserpumpe“ ist ein Sammelbegriff. Dahinter stecken Geräte für völlig verschiedene Aufgaben: den Garten aus der Zisterne gießen, den Keller leer pumpen, Wasser aus 30 Metern Tiefe holen oder das Haus mit Brunnenwasser versorgen. Wer zuerst klärt, woher das Wasser kommt und wie sauber es ist, hat die Bauart schon fast gefunden. Die Leistungsdaten entscheiden dann nur noch über die Größe.

Die Bauarten im Überblick

BauartEinsatzGrenze
Kreiselpumpe (Gartenpumpe)Zisterne, Regentonne, flacher Brunnensaugt nur bis etwa 7–8 m
Hauswasserwerk, HauswasserautomatVersorgung von WC, Waschmaschine, Gartenwie Kreiselpumpe
Klarwasser-TauchpumpeZisterne, Pool, RegenfassPartikel bis wenige Millimeter
SchmutzwasserpumpeKeller, Baugrube, Teichkein Dauerbetrieb für Druckwasser
TiefbrunnenpumpeBrunnen über 8 m Tiefebraucht Rohr ab etwa 75–100 mm
SchwengelpumpeGarten ohne StromSaughöhe wie Kreiselpumpe, Handbetrieb

Die ausführlichen Beiträge zu den einzelnen Typen: Gartenpumpe, Tauchpumpe, Tiefbrunnenpumpe, Hauswasserwerk und Schmutzwasserpumpe.

Saugen oder drücken

Pumpen, die neben dem Wasser stehen, arbeiten mit Unterdruck: Der Luftdruck schiebt das Wasser durch den Saugschlauch nach oben. Das funktioniert physikalisch bis etwa 10 Meter, praktisch bis 7 bis 8 Meter. Tauch- und Tiefbrunnenpumpen dagegen sitzen im Wasser und drücken es nach oben. Sie kennen keine Saughöhe, nur eine Förderhöhe – und die kann bei Tiefbrunnenpumpen weit über 50 Meter betragen.

Daraus folgt eine einfache Regel: Liegt der Wasserspiegel tiefer als 7 Meter unter der Pumpe, hilft keine stärkere Gartenpumpe. Dann muss eine Pumpe ins Wasser.

Die drei wichtigen Kennzahlen

  • Fördermenge in Litern je Stunde. Der angegebene Höchstwert gilt ohne jeden Gegendruck; im Betrieb kommt oft nur die Hälfte an.
  • Förderhöhe in Metern. Zehn Meter entsprechen 1 bar Druck. Ein Rasensprenger braucht meist 2 bis 3 bar.
  • Saughöhe bei Pumpen, die neben dem Wasser stehen.

Übliche Geräte für Haus und Garten haben eine Leistungsaufnahme zwischen etwa 500 und 1.200 Watt, schaffen 3.000 bis 6.000 l/h und bis zu 4 bis 5 bar. Die beiden Höchstwerte gelten nie gleichzeitig: Bei maximaler Förderhöhe ist die Fördermenge null. Wie man den Bedarf rechnet, steht ausführlich im Beitrag zur Gartenpumpe.

Welche Pumpe für welchen Zweck

Garten gießen aus Zisterne oder Regentonne: Kreiselpumpe oder Klarwasser-Tauchpumpe. Die Tauchpumpe ist leiser und muss nicht ansaugen, die Kreiselpumpe steht zugänglich im Trockenen.

Haus mit Regen- oder Brunnenwasser versorgen: Hauswasserwerk mit Druckkessel oder ein Hauswasserautomat, der bei jeder Entnahme selbst anspringt.

Keller nach Hochwasser leeren: Schmutzwasserpumpe mit Schwimmerschalter, die auch Sand und kleine Steine verträgt.

Brunnen mit tiefem Wasserspiegel: Tiefbrunnenpumpe, dauerhaft im Brunnenrohr eingebaut.

Wasserpumpe-Tauchpumpe
Die Tauchpumpe ist eine sehr praktische Art von Wasserpumpe. Mit ihr kann man zum Beispiel Wasser aus einer Zisterne holen. | Foto: oocoskun / Depositphotos.com

Antriebe ohne Steckdose

Wo kein Strom liegt, gibt es drei Möglichkeiten. Die Schwengelpumpe fördert von Hand, klassisch auf einem flachen Brunnen im Garten. Benzin-Motorpumpen schaffen große Mengen und werden bei Überschwemmungen und auf Baustellen eingesetzt; sie dürfen wegen der Abgase nie in geschlossenen Räumen laufen. Solarpumpen eignen sich für Teich, Springbrunnen und kleine Bewässerungen, liefern aber nur bei Sonne nennenswert Leistung.

Richtig aufstellen und anschließen

  1. Möglichst nah ans Wasser. Jeder Meter Saugleitung kostet Leistung und erhöht das Risiko von Luft in der Leitung.
  2. Saugschlauch mit Rückschlagventil und Saugkorb. Das Ventil hält die Leitung gefüllt, der Korb hält Laub und Steine fern.
  3. Saugseite absolut dicht. Gewinde mit Teflonband oder Hanf abdichten, Schlauch nicht knicken.
  4. Pumpe eben und schwingungsarm aufstellen, am besten auf einer Gummimatte. Das senkt den Lärm spürbar.
  5. Vor dem ersten Start mit Wasser befüllen. Kreiselpumpen saugen trocken nicht an und nehmen Trockenlauf übel.
  6. Stromanschluss mit Fehlerstromschutzschalter. Pumpen arbeiten mit Wasser und oft im Freien; eine Steckdose ohne FI-Schutz ist hier fahrlässig.

Frostschutz

Bleibt Wasser im Pumpengehäuse, sprengt es beim Gefrieren das Gehäuse oder die Dichtung. Vor dem ersten Frost daher alle Ablassschrauben öffnen, Schläuche leerlaufen lassen und die Pumpe frostfrei lagern. Tauchpumpen aus Zisternen holt man heraus, reinigt sie und lagert sie im Keller. Tiefbrunnenpumpen bleiben im Brunnen, weil das Wasser dort nicht gefriert, aber oberirdische Leitungen und Druckschalter müssen geschützt oder entleert werden.

Typische Störungen

  • Pumpe läuft, fördert aber nicht. Fast immer Luft auf der Saugseite: undichte Verschraubung, klemmendes Rückschlagventil oder Gehäuse nicht befüllt.
  • Pumpe schaltet ständig ein und aus. Beim Hauswasserwerk ist meist der Vordruck im Kessel zu niedrig oder die Membran defekt.
  • Nachlassende Leistung. Verstopfter Vorfilter oder abgenutztes Laufrad durch Sand.
  • Brummt, läuft aber nicht an. Blockiertes Laufrad oder defekter Anlaufkondensator. Stecker ziehen, bevor Sie nachsehen.
  • Wasser tropft am Gehäuse. Die Gleitringdichtung ist verschlissen, häufig nach Trockenlauf.

Nützliches Zubehör

Ein Trockenlaufschutz schaltet die Pumpe ab, wenn kein Wasser mehr kommt, und rettet sie, wenn die Zisterne leerläuft. Ein Vorfilter zwischen Saugschlauch und Pumpe schützt das Laufrad vor Sand. Ein Druckschalter oder eine Pumpensteuerung macht aus einer einfachen Gartenpumpe einen Automaten. Für die Saugseite braucht man einen formstabilen Saugschlauch, der sich unter Unterdruck nicht zusammenzieht.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wasserpumpe?

Einfache Tauchpumpen gibt es ab etwa 40 Euro, Gartenpumpen ab 60 Euro, Hauswasserwerke meist zwischen 150 und 400 Euro. Tiefbrunnenpumpen liegen je nach Förderhöhe darüber.

Kann ich eine Pumpe leihen?

Baumärkte und Mietparks verleihen vor allem Schmutzwasser- und Motorpumpen tageweise, was sich nach einem Wasserschaden im Keller anbietet. Für den dauerhaften Gartenbetrieb lohnt sich der Kauf.

Wie laut ist eine Wasserpumpe?

Kreiselpumpen liegen bei 70 bis 85 dB(A) und sind in der Nachbarschaft gut zu hören. Tauch- und Tiefbrunnenpumpen arbeiten praktisch geräuschlos, weil das Wasser den Schall schluckt.

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