Pergolamarkise

Inhalt11 Abschnitte
Eine Pergolamarkise ist eine Markise, deren Tuch nicht frei in der Luft hängt, sondern in einem Gestell aus Pfosten und Führungsschienen läuft. Das macht sie deutlich windstabiler als eine klassische Gelenkarmmarkise und erlaubt große Flächen ohne Durchhängen. Sie ist die Lösung für alle, die eine Terrasse beschatten wollen, aber kein festes Dach möchten. Bei Regen ist sie allerdings nur mit dem richtigen Stoff und genügend Gefälle eine Hilfe.
So ist sie aufgebaut
Eine Pergolamarkise besteht aus einem Rahmen mit zwei oder vier Pfosten, darauf Führungsschienen, in denen das Tuch ausgefahren wird. Die Tuchwelle sitzt in einer Kassette am Haus oder am hinteren Rahmen. Beim Ausfahren wird das Tuch über die Schienen gezogen, meist per Kurbel oder Elektromotor. Die Pfosten tragen das vordere Ende – der Unterschied zur Gelenkarmmarkise, die ihr ganzes Gewicht an der Hauswand abstützt.
Freistehend oder am Haus
Wandmontierte Pergolamarkisen werden hinten an der Fassade befestigt und vorn von zwei Pfosten getragen. Sie sind die übliche Lösung für Terrassen direkt am Haus.
Freistehende Pergolamarkisen haben vier Pfosten und stehen unabhängig von einer Wand. Sie eignen sich für Sitzplätze im Garten, am Pool oder wenn die Fassade keine Lasten aufnehmen kann, etwa bei einem Wärmedämmverbundsystem.

Vorteile gegenüber anderen Markisen
- Windstabiler: Das Tuch wird seitlich geführt und vorne getragen.
- Große Flächen: Ausfallweiten von 4 bis 6 m und mehr sind möglich, weil nichts frei auskragt.
- Keine Belastung der Fassade bei freistehenden Modellen.
- Erweiterbar: Seitenmarkisen, Senkrechtbeschattung, Beleuchtung und Heizstrahler lassen sich integrieren.
Einen Überblick über andere Bauformen gibt der Beitrag Markisen für Garten, Balkon und Terrasse. Zum Vergleich: die Gelenkarmmarkise und die Seilspannmarkise.
Die Materialien
Gestelle bestehen meist aus pulverbeschichtetem Aluminium: leicht, rostfrei, pflegeleicht. Stahlgestelle sind bei Billigmodellen zu finden und sollten verzinkt sein. Holzgestelle sind selten und erfordern Pflege.
Tücher gibt es in zwei Grundtypen. Spinndüsengefärbtes Acryl ist farbecht, atmungsaktiv und hält lange, ist aber nur wasserabweisend. PVC-beschichtetes Polyester ist wasserdicht und damit die Wahl, wenn die Markise auch bei Regen genutzt werden soll. Günstige Polyesterstoffe ohne Beschichtung bleichen schneller aus.
Größe und Gefälle
Übliche Breiten liegen zwischen 2 und etwa 7 m, größere Flächen werden mit mehreren Modulen gekoppelt. Messen Sie die Terrasse und planen Sie etwas mehr Fläche ein, als die Sitzgruppe braucht: Die Sonne steht am Nachmittag tief und schräg. Soll die Markise Regen abhalten, braucht sie ein ausreichendes Gefälle, sonst sammelt sich Wasser im Tuch und bildet einen Wassersack, der Tuch und Gestell überlastet. Den Mindestwert nennt der Hersteller.
Wind und Regen
Auch eine Pergolamarkise ist kein festes Dach. Jedes Modell hat eine Windwiderstandsklasse, die angibt, bis zu welcher Windgeschwindigkeit sie ausgefahren bleiben darf. Ein Windwächter, der die Markise bei Böen automatisch einfährt, ist bei motorisierten Anlagen eine sinnvolle Investition. Bei Starkregen, Hagel und Schneelast gehört das Tuch eingefahren.
Das Fundament
Die Pfosten werden auf einem festen Untergrund verankert: mit Schwerlastankern auf einer Betonplatte oder mit Punktfundamenten, wenn die Markise im Rasen steht. Freistehende Modelle brauchen eine sichere Verankerung, denn bei Wind wirken erhebliche Hebelkräfte. Beschwerungsplatten oder Sandsäcke sind nur bei kleinen, leichten Modellen eine Notlösung. Die Montage an der Hauswand verlangt passende Dübel für das Mauerwerk.
Genehmigung
Markisen sind in den meisten Bundesländern verfahrensfrei. Eine Pergolamarkise mit festem Gestell liegt aber in einem Graubereich zwischen Markise und Terrassenüberdachung. Je nach Größe, Lage zur Grundstücksgrenze und Bebauungsplan kann eine Genehmigung nötig sein. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach, bevor Sie Fundamente gießen. In Eigentümergemeinschaften braucht es in der Regel einen Beschluss.
Preise
Einfache freistehende Modelle mit Kurbel beginnen bei etwa 500 bis 800 Euro, sind aber meist kleiner und weniger stabil. Solide Pergolamarkisen mit Aluminiumgestell und Motor kosten 2000 bis 6000 Euro, hochwertige Anlagen vom Fachbetrieb mit Maßanfertigung, Beleuchtung und Wetterautomatik auch deutlich mehr. Dazu kommen Fundament und Elektroanschluss durch eine Elektrofachkraft.
Pflege
Ein Markisentuch braucht wenig, aber regelmäßig Aufmerksamkeit. Fahren Sie die Markise nie nass ein oder lassen Sie sie bei nächster Gelegenheit wieder zum Trocknen aus – ein feucht aufgerolltes Tuch bekommt Stockflecken. Laub und Staub bürsten Sie trocken ab, Flecken behandeln Sie mit lauwarmem Wasser und einer milden Seife. Hochdruckreiniger zerstören die Imprägnierung. Die Führungsschienen säubern Sie einmal im Jahr und behandeln sie, wenn der Hersteller das vorsieht, mit einem Silikonspray, damit das Tuch leicht läuft. Motor und Steuerung sind wartungsfrei, aber Windwächter und Sensoren sollten vor der Saison getestet werden.
Häufige Fragen
Wie lang sollte die Markise sein?
So lang, dass die ganze Sitzfläche beschattet wird, plus 50 bis 100 cm Reserve für den schrägen Sonnenstand am Nachmittag.
Kann man eine Pergolamarkise im Winter draußen lassen?
Das Gestell ja. Das Tuch sollte eingefahren und in der Kassette geschützt sein. Bei Modellen ohne Kassette wird das Tuch im Winter abgenommen und trocken gelagert.
Lässt sich eine Pergolamarkise nachträglich beleuchten?
Viele Modelle bieten LED-Leisten in den Führungsschienen als Zubehör an. Ideen dazu beim Beitrag Beleuchtung der Terrassenüberdachung.



