Vertikalmarkise
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Eine Vertikalmarkise hängt senkrecht statt schräg. Vor dem Fenster hält sie die Sonnenwärme ab, bevor sie das Glas erreicht; an der Terrasse schützt sie vor Blicken und Wind. Unter dem Begriff laufen deshalb zwei recht verschiedene Produkte – welches Sie brauchen, hängt davon ab, ob Hitze oder Nachbarn das Problem sind.
Zwei Bauarten unter einem Namen
| Bauart | Funktion | Typischer Einsatz |
| Senkrechtmarkise (Screen) | Tuch rollt von oben nach unten, in Seilen oder Schienen geführt | vor Fenstern, Wintergärten, Balkonen |
| Seitenmarkise | Tuch wird waagerecht aus einer senkrechten Kassette gezogen | Sicht- und Windschutz an Terrasse und Balkon |
Die Senkrechtmarkise vor dem Fenster
Sie besteht aus einer Kassette oder Welle über dem Fenster, einem Tuch und einer Führung an den Seiten. Das Tuch wird per Kurbel, Gurt oder Motor abgesenkt. Seitliche Führungsschienen mit Reißverschluss-Verbindung (ZIP-Screens) halten das Tuch straff und auch bei stärkerem Wind in der Spur; einfache Modelle hängen an Spannseilen.
Das Entscheidende ist die Lage: Ein außen liegender Sonnenschutz hält ein Vielfaches der Wärme ab wie ein Innenrollo, weil die Strahlung gar nicht erst ins Glas gelangt. Wer Dachgeschoss oder Südfenster im Sommer kühl halten will, kommt an außen liegender Verschattung kaum vorbei. Viele Screen-Stoffe sind so gewebt, dass man tagsüber nach draußen sieht, von außen aber kaum hinein.
Die Seitenmarkise an der Terrasse
Die Seitenmarkise steht senkrecht an einer Hauswand oder einem Pfosten. Das Tuch wird von Hand quer über die Terrasse gezogen und an einem Gegenpfosten oder einer Wandhalterung eingehakt. Beim Loslassen rollt eine Federwelle es zurück in die Kassette.
Typische Maße liegen bei etwa 300 cm Auszugslänge und 160 bis 200 cm Höhe. Einfache Modelle gibt es schon für unter 100 Euro. Für mehr Länge werden zwei Markisen gegeneinander montiert, oder man nimmt größere Modelle bis etwa 4 bis 5 m.
Als Ergänzung zur Hauptmarkise über der Terrasse, etwa einer Gelenkarmmarkise, schützt sie vor der tief stehenden Abendsonne, die unter der Hauptmarkise hindurchscheint.
Stoffe
- Polyester mit PVC-Beschichtung: robust, schmutzabweisend, günstig, bei Seitenmarkisen häufig.
- Acryl (spinndüsengefärbt): farbecht, angenehme Optik, klassischer Markisenstoff.
- Glasfasergewebe mit PVC: für Screens, formstabil, lässt je nach Gewebe unterschiedlich viel Licht und Sicht durch.
Achten Sie auf UV-Beständigkeit und bei dunklen Farben auf Hitzeentwicklung: Dunkle Tücher blenden weniger, heizen sich aber stärker auf. Helle Tücher reflektieren mehr, lassen aber auch mehr Licht durch.
Wind und Stabilität
Eine gespannte Markise ist ein Segel. Senkrechtmarkisen werden nach ihrer Windwiderstandsklasse eingeordnet; Modelle mit ZIP-Führung halten deutlich mehr Wind aus als seilgeführte. Motorisierte Anlagen lassen sich mit einem Windwächter kombinieren, der die Markise bei Sturm automatisch einfährt.
Seitenmarkisen sind empfindlicher. Bei starkem Wind gehören sie eingerollt. Der Gegenpfosten muss fest im Boden stehen – einbetoniert oder mit Bodenhülse, nicht nur aufgeschraubt auf losen Platten.
Montage
Senkrechtmarkise: Die Kassette wird in die Fensterlaibung, an die Fassade oder unter den Sturz geschraubt. Bei Wärmedämmverbundsystemen braucht es spezielle Befestigungen, die die Dämmung überbrücken, ohne Wärmebrücken zu schaffen. Motoranschlüsse ans Stromnetz gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.
Seitenmarkise:
- Kassette an Wand oder Pfosten mit geeigneten Dübeln senkrecht montieren.
- Gegenhalter in Auszugslänge setzen, bei Bodenpfosten einbetonieren.
- Höhen abgleichen, damit das Tuch waagerecht und straff läuft.
- Probelauf: Tuch ausziehen, einhaken, auf Faltenwurf prüfen.
Pflege
Tücher nur bei Bedarf mit lauwarmem Wasser und milder Seife reinigen, keinen Hochdruckreiniger verwenden. Nass eingerollte Markisen bei der nächsten Gelegenheit ausrollen und trocknen lassen, sonst stockt der Stoff. Im Winter einrollen; Seitenmarkisen mit Schutzkappe lagern oder die Kassette geschlossen halten.
Typische Fehler
- Innen statt außen verschattet. Ein Innenrollo hält die Wärme erst hinter der Scheibe auf, der Raum heizt sich trotzdem auf.
- Seitenmarkise bei Wind ausgezogen gelassen. Die Federwelle oder der Gegenpfosten gibt nach, im schlimmsten Fall reißt die Kassette aus der Wand.
- Zu schwache Dübel. Lochziegel und Porenbeton brauchen passende Dübel oder Injektionsanker, sonst lockert sich die Markise mit jedem Auszug.
- Nass eingerollt und vergessen. Nach einer Woche riecht der Stoff, nach einem Sommer hat er Stockflecken.
Alternativen
Für Fenster kommen außerdem Rollläden, Raffstores und Holzjalousien infrage. An der Terrasse ergänzen Seilspannmarkisen oder eine Pergolamarkise den Sonnenschutz nach oben, eine Terrassenabtrennung schützt dauerhaft vor Blicken.
Häufige Fragen
Was kostet eine Vertikalmarkise?
Einfache Seitenmarkisen ab etwa 60 bis 100 Euro, Senkrechtmarkisen für ein Fenster mit Kurbel ab etwa 200 Euro, motorisierte ZIP-Screens mehrere hundert Euro je Fenster.
Brauche ich eine Genehmigung?
Meist nicht. In Mietwohnungen und Eigentümergemeinschaften kann die Montage an der Fassade zustimmungspflichtig sein, bei Denkmalschutz ebenfalls.
Kann ich eine Senkrechtmarkise nachrüsten?
Ja, das ist einer ihrer Vorteile. Aufsatz- oder Vorbausysteme werden vor der Fensteröffnung montiert und brauchen keinen Rollladenkasten. Bei gedämmten Fassaden und bei Motorantrieb lohnt sich ein Fachbetrieb.
Hilft eine Vertikalmarkise gegen Insekten?
Nein, dafür ist das Gewebe nicht dicht genug. Hier helfen Insektenschutzgitter.



