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Heimwerker-Berater

Rhombusleisten

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Rhombusleisten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was die Form bewirkt
  2. Wo sie eingesetzt werden
  3. Holzarten
  4. Maße und Sortierung
  5. Die Unterkonstruktion
  6. Montage und Fugen
  7. Befestigung
  8. Pflege
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Rhombusleisten sind Holzprofile mit schrägen Kanten: Im Querschnitt bilden sie ein Parallelogramm statt eines Rechtecks. Montiert man sie waagerecht mit der Schräge nach außen unten, läuft Regenwasser von selbst ab, und durch die offenen Fugen ist keine Unterkonstruktion zu sehen. Das macht sie zum beliebtesten Profil für moderne Holzfassaden, Sichtschutzzäune und Verkleidungen.

Was die Form bewirkt

Die abgeschrägten Kanten haben zwei Aufgaben. Wasser: Die obere Kante neigt sich nach außen, sodass Regen nicht in der Fuge stehen bleibt, sondern abläuft. Optik: Aus normaler Blickhöhe sieht man durch die schräge Fuge nicht auf die Wand dahinter, sondern auf die nächste Leiste. Die Fassade wirkt geschlossen, obwohl sie hinterlüftet und offen ist. Dazu kommt die grafische Wirkung: Die schmalen Schattenfugen zeichnen klare, gleichmäßige Linien.

Wo sie eingesetzt werden

  • Hausfassaden, ganz oder als Akzent an Giebeln, Gauben und Anbauten.
  • Gartenhäuser, Carports und Müllboxen.
  • Sichtschutzzäune und Terrassentrennwände, meist mit Pfosten aus Holz oder Metall.
  • Balkon- und Geländerverkleidungen.
  • Innenwände und Decken als Akzent, dann meist aus gehobeltem Nadelholz.

Holzarten

HolzEigenschaften
Sibirische Lärcheharzreich, von Natur aus recht witterungsbeständig, günstigster Klassiker
Douglasieähnlich der Lärche, etwas weicher, rötlicher Ton
Thermoholzdurch Hitze behandeltes Holz, formstabil und dauerhaft, dunkler Ton
Hartholz, etwa Bangkiraisehr dauerhaft und schwer, teurer, Herkunft prüfen
WPCHolz-Kunststoff-Verbund, pflegeleicht, dehnt sich bei Wärme stärker

Lärche und Douglasie werden außen meist unbehandelt verbaut und vergrauen mit der Zeit silbrig. Das ist kein Schaden, sondern eine natürliche Schutzschicht. Mehr zur Lärche bei den Lärchenbrettern, zum Thermoholz beim Thermoholz.

Maße und Sortierung

Gängige Querschnitte liegen bei etwa 20 bis 28 mm Dicke und 45 bis 70 mm Breite, etwa 21 × 68 mm oder 27 × 68 mm. Längen gibt es meist von 3 bis 5 m. Schmale Profile wirken filigraner, breite ruhiger. Die Händler sortieren nach Güteklassen, die über Astigkeit, Harzgallen und Oberflächenfehler Auskunft geben. Für Fassaden in Blickhöhe lohnt eine gute Sortierung, für den Zaun am Kompost tut es die günstigere.

Rhombusleisten an einem modernen Haus
Rhombusleisten an einem modernen Haus. | Foto: andresvic / Depositphotos.com

Die Unterkonstruktion

Eine Holzfassade ist immer eine hinterlüftete Fassade. Hinter den Leisten zirkuliert Luft und trocknet eindringendes Wasser ab.

  1. Traglattung senkrecht auf der Wand, etwa 30 × 50 mm, im Abstand von 40 bis 60 cm. Die Lattung schafft den Luftraum von mindestens 20 bis 30 mm.
  2. Winddichte, diffusionsoffene Fassadenbahn auf gedämmten Wänden, UV-beständig, weil sie durch die offenen Fugen Licht abbekommt – meist in Schwarz.
  3. Insektenschutzgitter unten und oben an den Lüftungsöffnungen.
  4. Abstand zum Boden von mindestens 30 cm gegen Spritzwasser.

Bei Zäunen tragen Pfosten und Querriegel die Leisten; auch dort sollte das Holz nicht im Erdreich stehen.

Montage und Fugen

Die Leisten werden waagerecht mit der Schräge nach außen unten montiert. Eine Fugenbreite von etwa 8 bis 15 mm ist üblich; enger lässt die Hinterlüftung leiden, breiter gibt den Blick frei. Abstandhalter oder ein Distanzklotz sorgen für gleichmäßige Fugen. Stöße sollten immer auf einer Latte liegen und von Reihe zu Reihe versetzt werden. Hirnholz an Stößen und Enden nimmt Wasser besonders schnell auf – hier lohnt ein Hirnholzschutz.

Befestigung

Sichtbar verschrauben ist am einfachsten: zwei Schrauben je Latte, vorgebohrt, mit Abstand zur Kante. Unsichtbar geht es mit Clip-Systemen, die in einer Nut auf der Rückseite der Leiste greifen und dann auf die Latte geschraubt werden. Für Lärche und Douglasie nur Edelstahlschrauben der Klasse A2, besser A4 verwenden: Die Gerbstoffe im Holz reagieren mit verzinkten Schrauben und hinterlassen dunkle Laufspuren.

Pflege

Unbehandelte Lärche braucht keine Pflege außer gelegentlichem Reinigen. Wer den Farbton erhalten will, muss regelmäßig ölen oder lasieren, außen oft alle ein bis drei Jahre. Wer das nicht will, entscheidet sich bewusst für das Vergrauen oder wählt eine vorvergraute Oberfläche, die gleichmäßiger altert als das Holz von selbst. Ein Hochdruckreiniger schadet der Holzoberfläche mehr, als er nutzt.

Typische Fehler

  • Falsch herum montiert. Die Schräge nach innen leitet Wasser zur Wand.
  • Verzinkte Schrauben. Schwarze Streifen unter jeder Schraube.
  • Keine Hinterlüftung. Das Holz hinten bleibt nass und fault.
  • Zu nah am Boden. Spritzwasser zerstört die unterste Reihe zuerst.

Häufige Fragen

Brauche ich für eine Holzfassade eine Genehmigung?

Beim Einfamilienhaus meist nicht, bei Mehrfamilienhäusern und in Baugebieten mit Gestaltungssatzung gegebenenfalls schon. Auch Brandschutzregeln können gelten. Vorher beim Bauamt fragen.

Kann ich Rhombusleisten auch senkrecht montieren?

Ja, das ist möglich und wirkt streckend. Dann verliert die Schräge allerdings ihre Aufgabe als Wasserablauf, und die Unterkonstruktion muss waagerecht laufen – mit einer Konterlattung dahinter, damit die Luft von unten nach oben zirkulieren kann. Achten Sie in diesem Fall besonders auf geschützte Hirnholzenden oben und unten.

Was kosten Rhombusleisten?

Der Preis hängt stark von Holzart, Querschnitt und Sortierung ab. Lärche und Douglasie gehören zu den günstigeren Varianten, Thermoholz und Hartholz zu den teureren. Unterkonstruktion, Schrauben und Fassadenbahn kommen hinzu.

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