Spanplattenschrauben
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Die Spanplattenschraube ist die Universalschraube der Holzwerkstatt. Sie schneidet sich ihr Gewinde selbst, hält in Spanplatte, Weichholz, OSB und MDF und wird im Baumarkt oft einfach nach der bekanntesten Marke Spax genannt. Wer ein paar Unterschiede kennt, spart sich ausgerissene Löcher, gespaltene Bretter und abgenudelte Köpfe.
Was sie von anderen Schrauben unterscheidet
Eine Spanplattenschraube hat ein grobes, scharfes Gewinde mit großem Abstand zwischen den Gängen und einen schlanken Kern. So greift sie viel Material und verdrängt es, statt es zu zerreißen. Die Spitze ist so geformt, dass sie ohne Vorbohren anzieht. Viele Ausführungen haben unter dem Kopf Fräsrippen, die sich selbst eine Senkung schneiden, damit der Kopf bündig sitzt, ohne die Oberfläche aufzureißen.
Ältere Holzschrauben mit Schlitzkopf und konischem Gewinde brauchten fast immer ein Vorbohrloch. Die moderne Spanplattenschraube hat sie im Heimwerkerbereich weitgehend verdrängt. Einen Überblick über andere Schraubentypen gibt Schraubenarten.
Voll- oder Teilgewinde
| Gewinde | Wirkung | Typischer Einsatz |
| Vollgewinde | Greift auf ganzer Länge, zieht Teile nicht zusammen | Beschläge, Winkel, dünne Platten, Anschrauben an Metallteile |
| Teilgewinde | Glatter Schaft gleitet im oberen Teil, zieht die Teile fest aneinander | Holz auf Holz, Rahmen, Latten, Möbelbau |
Die Regel: Wenn zwei Holzteile fest zusammengezogen werden sollen, nehmen Sie Teilgewinde. Bei Vollgewinde greift die Schraube auch im oberen Teil, und zwischen den beiden Brettern kann ein Spalt bleiben, den kein Nachziehen schließt.
Der Antrieb
Früher war Kreuzschlitz nach Pozidriv (PZ) Standard, heute setzt sich Innensechsrund (Torx, TX) durch. Torx überträgt das Drehmoment besser, das Bit rutscht seltener heraus, und die Schraube lässt sich auch mit einer Hand am Bit halten. Pozidriv ist nicht Phillips (PH): Die Bits sehen ähnlich aus, passen aber nicht richtig und beschädigen den Kopf. Für Schrauben mit 4 bis 5 mm Durchmesser ist PZ2 oder TX20 bis TX25 üblich.
Kopfformen
Der Senkkopf ist der Standard: Er verschwindet bündig in der Oberfläche. Der Linsenkopf steht leicht vor und eignet sich für Beschläge mit runden Senkungen. Der Flachkopf oder Tellerkopf hat eine große Auflage und presst dünne Platten oder Folien an, ohne durchzuziehen. Für Scharniere gibt es kurze Schrauben mit kleinem Senkkopf, die genau in die Beschlaglöcher passen.
Die richtige Länge
Eine gängige Faustregel: Die Schraube sollte etwa zweieinhalb- bis dreimal so lang sein wie das Bauteil, das angeschraubt wird, dick ist. Ein 18 mm starkes Brett braucht also eine Schraube von etwa 45 bis 50 mm. Das Gewinde muss dabei vollständig im unteren Teil greifen. Achten Sie darauf, dass die Spitze nicht auf der Rückseite herauskommt – bei Möbeln ein häufiger und ärgerlicher Fehler.
Übliche Durchmesser liegen zwischen 3 und 6 mm. Für Möbelbau und Beschläge genügen 3,5 bis 4 mm, für Unterkonstruktionen und Latten 5 bis 6 mm.
Wann Sie trotzdem vorbohren sollten
Auch wenn die Schraube ohne Vorbohren auskommt, gibt es Fälle, in denen ein Vorbohrloch hilft:
- Nah am Rand oder an der Stirnseite. Das Holz spaltet sonst auf.
- In Hartholz wie Eiche, Buche oder Tropenholz. Die Schraube kann sonst abreißen.
- In der Kante einer Spanplatte. Dazu gleich mehr.
- Bei sichtbaren Verbindungen, bei denen der Kopf sauber sitzen soll.
Das Vorbohrloch sollte etwa dem Kerndurchmesser der Schraube entsprechen, bei Hartholz etwas mehr. Im oberen Bauteil darf es so groß sein wie der Schaft, damit sich die Teile zusammenziehen. Passende Bohrer unter Holzbohrer.
Das Problem mit Spanplattenkanten
Spanplatte besteht aus verleimten Holzspänen. In der Fläche hält eine Schraube darin ordentlich, in der Schmalseite aber deutlich schlechter, weil die Späne dort parallel zur Schraube liegen und leicht auseinandergedrückt werden. Die Kante platzt auf oder die Schraube reißt aus.
Abhilfe: vorbohren, nicht zu nah am Plattenrand schrauben, dickere Schrauben wählen und die Schraube nur so fest anziehen, bis sie greift. Für Möbelverbindungen, die öfter gelöst werden, sind Exzenterverbinder, Holzdübel oder Einschraubmuffen die bessere Wahl. Eine einmal ausgerissene Schraube hält im selben Loch nicht mehr – dann hilft nur ein neues Loch oder ein eingeleimter Holzdübel.
Die Oberfläche
Gelb oder blau verzinkte Schrauben sind für trockene Innenräume gedacht. Im Außenbereich rosten sie nach kurzer Zeit und hinterlassen schwarze Flecken im Holz, besonders bei gerbstoffreichen Hölzern wie Eiche oder Lärche. Für draußen gehören Edelstahlschrauben hinein, A2 für normale Bedingungen, A4 in Küstennähe und am Pool. Für Terrassendielen gibt es eigene Terrassenschrauben, siehe Terrassendielen aus Holz.
Typische Fehler
- Schrauber zu schnell und ohne Drehmomentbegrenzung. Die Schraube dreht durch und das Gewinde im Holz ist hin. Die Kupplung am Akkuschrauber gehört eingestellt.
- Falsches Bit. Ein abgenutztes oder unpassendes Bit zerstört den Kopf. Bits sind Verschleißteile.
- Spanplattenschrauben für tragende Bauteile. Für Dachsparren, Balkone oder Carports braucht es Holzbauschrauben mit bauaufsichtlicher Zulassung.
- Verzinkte Schrauben draußen. Rost und Flecken sind garantiert.
Häufige Fragen
Kann ich Spanplattenschrauben in Dübel drehen?
Ja, in Kunststoffdübeln für Mauerwerk halten sie gut. Der Durchmesser muss zum Dübel passen, meist steht er auf der Packung.
Taugen sie für Gipskarton?
Für Gipskarton auf Metallprofilen gibt es eigene Schnellbauschrauben, siehe Rigipsschrauben. Auf Holzunterkonstruktion gehen Spanplattenschrauben mit Flachkopf.
Was bedeutet 4 × 40?
4 mm Durchmesser des Gewindes und 40 mm Länge, gemessen bei Senkkopfschrauben einschließlich Kopf.



